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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

244 
Zweites Buch. Die Gegner. 
der Völker: das ist der ununterbrochene Fortschritt, der als Schlußglied 
der Reihe vorauszuahnen gestattet: „die allgemeine Assoziation, nämlich 
die Vergesellschaftung aller Menschen auf der ganzen Erde in allen ihren 
Wechselbeziehungen“ 1 ), — und wieder auf Grund der gleichen Methode 
kündigen die Saint-Simonisten in ihrer Deutung der Geschichte des indivi 
duellen Eigentums sein definitives Verschwinden an, wenn seine Be 
nutzung durch die Einsetzung des Staates als alleinigen Erben allmählich 
allen Menschen ermöglicht wird. 
Man könnte die ganze Doktrin der Saint-Simonisten als eine um 
fassende Geschichtsphilosophie ansehen 2 ). Aus dieser Philosophie ziehen 
sie das außerordentliche Vertrauen, das sie in die Verwirklichung ihres 
Traumes setzen, in dem sie nicht eine Hoffnung ,sondern eine Gewißheit 
erblicken. — „Unsere Voraussage hat denselben Ursprung und dieselben 
Grundlagen wie die, die in den wissenschaftlichen Entdeckungen zutage 
treten“ (S. 119). Die Saint-Simonisten betrachten sich als die freiwilligen 
und bewußten Vertreter einer notwendigen Entwicklung, die Saint- 
Simon entdeckt und beschrieben hat 3 ). Das ist ein weiterer Zug, den sie 
mit den Marxisten gemeinsam haben, jedoch mit zwei bedeutungsvollen 
Unterschieden. Die Marxisten rechnen auf die Revolution, um die Evo 
lution der Dinge zu vollenden; die Saint-Simonisten aber verlassen sich 
einzig und allein auf die Überredung 4 * ); — auf der anderen Seite, als 
wahre Kinder des 18. Jahrhunderts, glauben die Saint-Simonisten, daß 
die Gedanken und die Wissenschaft die Triebfedern der sozialen Um 
wandlungen sein werden, während Marx nur in die materiellen Kräfte 
der Produktion Vertrauen hat: denn in seinen Augen sind die Ideen nur 
wie ein Widerschein auf dem Wasser, aber keine lebendigen Kräfte 6 )- 
1) Doctrine de Saint-Simon, S. 144. 
2 ) Diese Philosophie läßt sich in dem Wechselspiel von organischen und 
kritischen Perioden zusammenfassen. Die ersteren charakterisieren sich durch 
Einheit des Gedankens, des Zieles, des Gefühls und des Einflusses in einer Gesellschaft: 
die zweiten durch Widerspruch in den Gedanken und Gefühlen, durch politische und 
soziale Unsicherheit. Die ersteren sind ausgesprochen religiös; in den zweiten herrscht 
der Egoismus vor. Die Reformation und die Revolution sind die beiden wesentlichen 
Kundgebungen der kritischen Epoche, in der wir leben; der Saint-Simonismus führt 
uns in die definitiv organische Epoche; er wird die Religion der universellen Vergesell 
schaftung sein, zu der uns die historische Entwicklung führt. 
3 ) Doctrine, S. 121. „Durch die Sympathie sieht der Mensch sein Schicksal 
voraus; und wenn er durch die Wissenschaft die Voraussichten seiner Sympathien 
als wahr erkannt hat, wenn er sich der Berechtigung seiner Wünsche bewußt ist, 
schreitet er mit ruhiger Zuversicht der Zukunft, die ihm bekannt ist, entgegen. . • • • • 
So stellt er sich frei und wissend in den Dienst seines Schicksals, das er durch seine 
Arbeit, wenn auch nicht ändern (was er übrigens auch nicht wollen würde), so doch 
schneller herbeiführen kann“. . .. 
4 ) Siehe diesen Gedanken eingehend am Ende der siebenten Seance entwickel 
(Doctrine, S. 121ff.). 
5 ) „Die Politik“, sagte Saint-Simon, „beruht auf der Moral und die Einrichtungen
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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