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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

248 
Zweites Buch. Die Gegner. 
a) Adam Smith, Ricardo und J.-B. Say haben das Bereich der 
Nationalökonomie klar von dem der sozialen Organisation getrennt. Wie 
wir schon gesagt haben, ist für sie das Eigentum eine soziale Tatsache, 
die sie ohne Erörterung als gegeben annehmen 1 ). Die Art seiner Ver 
teilung und seiner Übertragung, die Ursachen, auf denen es beruht, die 
Folgen, die sich aus ihm ergeben, bleiben außerhalb ihrer Untersuchungen. 
Unter Güterverteilung oder Güterausteilung verstehen sie einfach die 
Verteilung des jährlichen Einkommens unter die Faktoren der Pro 
duktion. Das, was sie interessiert, ist die Art und Weise, in der sich die 
Höhe der Zinsen, der Pacht und des Lohnes festsetzt. Ihre Verteilungs 
theorie ist nichts anderes als eine Theorie des Preises der „Dienste“. 
Sie kümmert sich nicht um die Einzelpersonen; das gesellschaftliche 
Erzeugnis verteilt sich nach ihrer Ansicht auf Grund notwendiger Gesetze 
unter unpersönliche Faktoren: den BODEN, das KAPITAL und die 
ARBEIT. Hin und wieder personifizieren sie diese Faktoren für die Be 
quemlichkeit der Erörterung (wenn sie von Grundbesitzern, Kapitalisten 
und Arbeitern sprechen), was aber an der Sache selbst nichts ändert. 
Für die Saint- Simonisten und für die Sozialisten besteht das Problem 
der Güterverteilung hauptsächlich darin, zu wissen, wie sich das Eigen 
tum unter die Menschen verteilt. Warum sind gewisse Menschen Eigen 
tümer, und warum sind es andere nicht? Warum sind die Arbeitsmittel, 
der Boden und das Kapital so ungleichmäßig verteilt? Warum sind die 
individuellen Einkünfte, die sich aus dieser Verteilung ergeben, un 
gleich? An die Stelle der Untersuchung abstrakter Produktionsfaktoren 
stellen die Sozialisten die Betrachtung lebender Individuen oder der 
sozialen Klassen und der Beziehungen, die das positive Recht zwischen 
ihnen herstellt. Diese beiden Auffassungen der Güterverteilung und die 
beiden so grundverschiedenen Probleme, die darauf beruhen, — das eine 
rein volkswirtschaftlich, das andere durchaus soziologisch — laufen 
nun durch das ganze Jahrhundert neben einander her, ohne das man 
sich oft auch nur die Mühe genommen hätte, zwischen ihnen zu unter 
scheiden. 
b) Ein anderer höchst wichtiger Unterschied der Gesichtspunkte 
ergibt sich aus der Art und Weise, wie die Nationalökonomen und die 
Sozialisten den Gegensatz zwischen den allgemeinen und den privaten 
Interessen auffassen. 
l ) „Die meisten Ökonomisten, und besonders Say, der sie beinahe alle zusammen 
faßt, betrachten das Eigentum als eine bestehende Tatsache, deren Ursprung und 
Fortschritt sie nicht weiter untersuchen und deren soziale Nützlichkeit sie sich 
nicht einmal zu finden bemühen Die Arbeiten der englischen Volkswirtschaftler 
sind noch weiter von jedem Gedanken an eine soziale Ordnung entfernt“ (Doctrine, 
S. 221 u. 223). Die Saint-Simonisten nehmen von dieser Beurteilung nur Sismondi 
und Turgot aus.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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