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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

260 
Zweites Buch. Die Gegner. 
keineswegs 1 ); für ihn sind im Gegenteil die Konkurrenz und der Profit 
untrennbar, denn, wenn das Eine der Krieg ist, so ist das Andere die Beute. 
Es kam daher darauf an, eine Methode zu finden, um den Profit 
abzuschaffen und mit ihm „alle die Einrichtungen, die beständig den 
Wunsch hervorrufen, billig zu kaufen und teuer zu verkaufen“. Das 
Werkzeug des Profits ist nun das Geld: erst durch das Geld kann er sich 
verwirklichen 2 ). Auf Grund des Geldes drängt er sich in jeden Tausch, 
und durch das Geld wird erst die Anomalie möglich, eine Ware über ihren 
Wert zu verkaufen. Das Geld muß man also angreifen. Es muß durch 
Arbeitsnoten (labour notes) ersetzt werden. Sie werden dann den wirk 
lichen Wertmesser darstellen, der dem Metall- oder Papiergelde bedeutend 
überlegen ist; denn da die Arbeit Ursache und Substanz des Wertes ist, 
ist es nur möglich, daß sie auch ihren Maßstab vorstellt. Man erkennt, 
daß Owen aus Ricakdo’s Werttheorie überraschende Schlüsse zieht. 
Soviel Arbeitsstunden ein Erzeugnis gekostet hat, so viel Arbeits 
noten erhält sein Erzeuger, weder mehr noch weniger, wenn er es ver 
kaufen will, — und ebenso viel muß der Verbraucher geben, weder mehr 
noch weniger, wenn er es kaufen will. Auf diese Weise wird der Profit 
abgeschafft. 
’) Anscheinend könnte man Owen folgendes entgegenhalten: von zwei Dingen 
ist nur eins möglich: entweder stellt der Gewinn einen Teil der Produktionskosten 
vor; zwischen ihm und den Zinsen besteht kein Unterschied. In diesem Falle ist es 
richtig, daß die Konkurrenz, so vollkommen sie auch sein möge, ihn nicht zum Ver 
schwinden bringen kann, da sie doch nicht mehr zu tun vermag, als den Verkaufspreis 
auf das Niveau der Produktionskosten, zu bringen; in diesem Falle ist aber der Profit 
weder ungerecht noch parasitisch, da das Erzeugnis zu dem Preis, den es gekostet 
hat, weder teuerer, noch billiger, verkauft wird. 
Oder aber der Gewinn stellt keinen Teil der Produktionskosten dar; zwischen 
ihm und den Zinsen besteht ein Unterschied; er ist nur der Überschuß des Verkaufs 
preises über den Kostenpreis; in diesem Fall kann man ihn allerdings parasitisch 
nennen; doch auch dann wird er unter der Herrschaft der vollkommenen Konkurrenz 
notwendigerweise verschwinden, da ein derartiges Einkommen nur auf einer mehr 
oder weniger ausgesprochenen Monopolstellung beruhen kann. 
Zur Zeit Owen’s war aber die Unterscheidung zwischen Profit und Zinsen noch 
nicht bekannt. Er würde sicherlich geantwortet haben, daß, ob Profit oder Zinsen, 
doch alles eins wäre und daß, wenn der Profit vorgäbe, sich unter den Produktions 
kosten zu verstecken, um der Konkurrenz trotzen zu können, er kein Recht irgend 
welcher Art auf dieses Versteck habe, da die Produktionskosten sich einzig aus der 
Arbeit und den zur Neubildung des aufgewendeten Kapitals nötigen Amortisations 
summen zusammensetze. Daher müsse er aus diesem Versteck herausgezogen werden. 
2 ) Das Metallgeld ist die Ursache einer außerordentlich großen Kriminalität, 
einer Menge Ungerechtigkeit und Elends, sowie einer der Bedingungen des Milieus, 
die an einer Mißbildung des Charakters den größten Anteil haben und aus der Welt 
ein Pandämonium machen.“ 
„Billig einkaufen und teuer verkaufen und zwar auf Grund eines künstlichen 
Vertreters des Reichtums, der sich weder ausdehnen noch zusammenziehen kann, wie 
das der Reichtum selbst tut, darin liegt das Geheimnis des Profits.“
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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