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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

264 
Zweites Buch. Die Gegner. 
oder philanthropische Unternehmungen, die seines Ideales unwürdig 
wären 1 ). In dieser Hinsicht ist es nur gerecht, darauf hinzuweisen, daß 
diese Gesellschaften damals noch nicht das waren, was sie seitdem ge 
worden sind. Owen hat jedoch noch das Entstehen der Gesellschaft in 
Rochdale erlebt, — unter deren 28 Pionieren sich 6 seiner Schüler befanden, 
und von denen zwei, Charles Howarth und William Cooper, die Seele 
dieser unsterblichen Genossenschaft waren, — aber Owen war damals 
73 Jahre alt und scheint von der Geburt dieser so spät gekommenen 
Tochter nicht einmal Notiz genommen zu haben, die doch mehr als alle 
Arbeit seines langen Lebens seinen Namen der Nachwelt überliefern, 
wenn nicht der Vergessenheit entreißen sollte. 
Denn Owen hat in Wirklichkeit keine Schule, außer der kooperativen 
Schule, hinterlassen. Allerdings hatte er einige Schüler, die versuchten, 
seine Theorien anzuwenden. Unter ihnen muß besonders einer erwähnt 
werden, der lange Zeit vergessen war und heute wieder entdeckt worden 
ist, um überschwänglich gefeiert zu werden. Es ist dies William Thompson, 
dessen Hauptwerk „Untersuchungen über die Grundsätze der Güter 
verteilung, die dem Glück des Menschen am günstigsten sind“, im Jahre 
1824 erschien. In seiner Kenntnis der Ökonomik und in der Tiefe seines 
Denkens ist er Owen bedeutend überlegen. Es wäre richtiger, ihn als 
den Gründer des Sozialismus zu bezeichnen, aber wie wir schon in der 
Einleitung erwähnten, können war nicht daran denken, etwaige Unge 
rechtigkeiten der Geschichte zu korrigieren, und müssen die von der 
Tradition geheiligten Namen annehmen. Übrigens ist es nur natürlich, 
daß der Rang, den ein Mann in der Geschichte einnimmt, mehr durch 
seinen Einfluß als durch sein Talent bestimmt wird, und der Einfluß 
Thompson’s auf seine Zeit war Null; hatte man ihn doch völlig vergessen. 
Von Thompson können wir nur sagen, daß er besser als Owen dem 
Gedanken, daß der Arbeiter nicht den ganzen Gegenwert des Erzeugnisses 
seiner Arbeit erhält, nachgegangen ist, und daß er so die Theorie des 
„Mehrwertes“ und der „unbezahlten Arbeit“, die wir später wieder finden 
werden, vorbereitet hat. Ebenso wie Owen stellt er als Heilmittel gegen 
dieses Übel nicht die Enteignung der erworbenen Reichtiimer hin, sondern 
nur die Organisation neuer Unternehmungsformen, in denen der Arbeiter 
den vollen Arbeitsertrag für sich selbst behält; und eben das macht das 
Programm der kooperativen Gesellschaften aus 2 ). 
*) So sagt wenigstens Holyoake in seiner „History of Cooperation“, L 
S. 215 (1. Ausg.). Doch nach einer Stelle, die Dolleans anführt, hätte Owen sich 
an die kooperativen Gesellschaften gewandt, mit der Bitte, seine Tauschbank zu 
unterstützen. 
2 ) Er sagte zu den Arbeitern: „Ihr wünscht selbst den Gesamtertrag eurer Arbeit 
für euch zu behalten? Ganz richtig; dazu habt ihr weiter nichts zu tun, als die
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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