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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

302 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Weit davon entfernt, der wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten 
Staaten zu schaden, schien das Schutzzollsystem sie im Gegenteil be 
günstigt zu haben. In Wirklichkeit wurde dadurch nur eine Entwicklung 
um einige Jahre beschleunigt, die die Natur selbst eines Tages in diesem 
riesigen Lande hervorrufen mußte, das in so wunderbarer Weise mit 
menschlicher Energie und natürlichen Hilfsquellen gesegnet ist, und wo 
kein noch so fehlerhaftes System die Vermehrung des Reichtums hätte 
lange aufhalten können. Gestattete nun die Ähnlichkeit der Lage in 
Deutschland und Amerika nicht die Hoffnung, daß der gleiche Versuch 
auf einem so ähnlichen Boden von Erfolg begleitet sein würde? 
So ist das System List’s das erste, in dem der Einfluß der wirtschaft 
lichen Versuche der Neuen Welt auf die europäische Gedankenwelt zu 
tage tritt. 
Er führte dies selbst in einer sehr schönen Stelle seines Buches aus: 
„Als mich mein Schicksal“, schreibt er, „später nach Nordamerika führte, 
ließ ich alle Bücher zurück. Das beste Werk, das man in diesem Lande 
über politische Ökonomie lesen kann, ist das Leben. Wildnisse sieht man 
hier reiche und mächtige Staaten werden ... ein Prozeß, der in Europa 
eine Reihe von Jahrhunderten nahm, geht hier vor unseren Augen vor 
sich — nämlich der Übergang aus dem wilden Zustand in den der Vieh 
zucht und aus diesem in den Agrikulturzustand, und aus diesem wieder 
in den Manufaktur- und Handelsstand. Hier kann man beobachten, 
wie die Rente aus dem Nichts allmählich zur Bedeutendheit erwächst. 
Hier versteht der einfache Bauer sich praktisch besser auf die Mittel, die 
Agrikultur und die Rente zu heben, als die scharfsinnigsten Gelehrten 
der alten Welt; — er sucht Manufakturisten und Fabrikanten in seine 
Nähe zu ziehen. Hier treten die Gegensätze zwischen Agrikultur- und 
Manufakturnationen einander aufs schneidendste gegenüber und ver 
ursachen die gewaltigsten Konvulsionen. Nirgends so wie hier lernt man 
die Natur der Transportmittel und ihre Wirkung auf das geistige und 
materielle Leben der Völker kennen. Dieses Buch habe ich begierig und 
fleißig gelesen und die daraus geschöpften Lehren mit den Resultaten 
meiner früheren Studien, Erfahrungen und Reflexionen in Einklang zU 
stellen gesucht“ 1 ). 
Wenn sich in dieser Hinsicht der LisHsche Protektionismus an das 
Schauspiel des modernen Wirtschaftslebens anschließt, so verbindet ihn 
offenbar eine noch engere Verwandtschaft mit dem früheren Merkantilis 
mus. List hat denn auch seine Bewunderung für die Merkantilisten und 
besonders für Cölbert niemals verleugnet. Er beschuldigte Smith und 
Say, sie verkannt zu haben, und behauptete von ihnen, daß sie viel eher 
den Namen Merkantilisten verdienten, da sie die krämerhafte, kindliche 
x ) Nat. Syst. Ausg. Cotta, 1841, SS. XVI u. XVII, Vorwort.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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