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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

338 
Zweites Buch. Die Gegner. 
erleidet. Denn sonst würden die Umlaufbons, anstatt regelmäßig zur 
Bank zurüekzukehren, im Umlauf bleiben. Sollte eine irgendwie be 
deutende Krisis auftreten, und viele der Anhänger der Bank in Zahlungs 
schwierigkeiten geraten, so würde die Summe des Nennwertes der Um 
laufbons sehr schnell den Wert der Waren, die sie vorstellen, übersteigen. 
Die Bons würden sofort an Wert verlieren, und die Kunden selbst würden 
sich weigern, sie an Zahlungsstatt anzunehmen. 
Man kann sich daher sehr wohl die Möglichkeit eines Umlaufs dieser 
Bons vorstellen, — aber dieser Umlauf würde stets nur auf einen kleinen 
Kreis beschränkt bleiben, und als erste unvermeidliche Bedingung die 
fast vollständige Zahlungsfähigkeit der Kunden voraussetzen. 
2. Nehmen wir aber an, daß diese praktische Bedingung erfüllt sei, 
und daß diese Bons im Umlauf wären: würde der „Zins“ deshalb ver 
schwunden sein? In keiner Weise, und hierin liegt der Grundirrtum 
des Gedankens. 
Weshalb erhebt die Banque de France einen Diskont? Einfach 
deshalb, behauptet Proüdhon, weil sie Bargeld an Stelle von Wechseln 
gibt, so daß das „Herrenrecht, das man Diskont nennt“ 1 ), da es nur 
von dem Gebrauch von Metallgeld herrührt, mit seiner Abschaffung 
verschwinden müßte. — Das ist ein Irrtum. Wenn die Bank sich einen 
Diskont zahlen läßt, so beruht das darauf, daß sie heute eine sofort ver 
wertbare Ware liefert gegen den Wert eines Wechsels, der erst in einigen 
Monaten realisierbar ist. Sie gibt daher eine Wirklichkeit in Tausch gegm* 
ein Versprechen, ein schon jetzt verfügbares Gut in Tausch gegen ein 
erst später verfügbares. Was die Bank erhebt, ist der Unterschied zwischen 
dem Wert des Wechsels am Tage, an dem sie ihn diskontiert, und seinem 
Wert am Tage des Verfalls, ein Unterschied, der nicht von dem Willen 
der Bank, oder von dieser oder jener Geldart abhängt, sondern in der Natur 
der Sache liegt. Proüdhon kann tun, was er will, der Terminhandel 
und der Verkauf gegen bar sind und bleiben zwei ganz verschiedene Vor 
gänge 2 ), solange als der tatsächliche gegenwärtige Besitz eines Gutes 
für vorteilhafter betrachtet wird, als sein späterer Besitz. 
Dieser Unterschied würde auch bei der Tauschbank sehr bald wied fir 
zutage treten, und zwar auf folgende Weise. Alle „Umlaufbons“ stelle 0 
Waren vor, die für einen späteren Zeitpunkt verkauft sind. Wenn dj® 
Bank darauf verzichtet, einen Diskont zu erheben, so berührt das nim 1 
>) Organisation du cr6dit, (Euvres, Bd. VI, S. 113—114. . 0 j 
2 ) Proüdhon erklärt beständig, daß seine Reform darin bestehe, den , n) 
auf Kredit in einen Verkauf gegen bar zu verwandeln. Ebensogut kann man aber sag“ 
daß man von jetzt ab weiß mit schwarz, und schwarz mit weiß bezeichnen wird, 
entfernt, die Reziprozität im Austausch zu verwirklichen, räumt man dem 
einen Vorteil ein „Kredit geben, bedeutet austauschen“ sagt Proüdhon noch- ^ 
recht, aber gerade der Diskont stellt in dieser besonderen Austauschoperation, 
man Kredit nennt, die Gleichheit der Werte her.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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