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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel V. Proudhon und der Sozialismus von 1848. 
345 
Rubriken, eine für die Eintragungen der Einnahmen, die andere für die 
der Auszahlungen. „Im Falle des Verkaufs eines Gegenstandes würde 
sich die Zahlung einer Schuld wie folgt vollziehen: der Käufer muß das 
Scheckbuch des Verkäufers in der Rubrik der Einkünfte lochen, während 
dieser letztere das Scheckbuch des Käufers in der Kolonne Ausgabe 
locht.“ Wenn das Buch einmal bis zum vollen Betrage der anfänglichen 
Summe gelocht ist, wird es dem Staatsbureau wieder zugestellt, wo 
alle Eintragungen dieses Buches auf das Konto der betreffenden Person 
übertragen werden, „so daß man stets mit einer genügenden Genauig 
keit die Gesamtsumme der Ausgaben und Einnahmen eines jeden kennt 1 ). 
Der Vorteil dieses Systems soll zunächst darin liegen, das Metall 
geld zu ersparen. In zweiter Stelle wird es dem Staat (in dem Gedanken 
Solvay’s) ein praktisches und sicheres Mittel liefern, mit hinreichender 
Sicherheit das Vermögen eines jeden zu kennen. Der Staat würde daher 
in seinen Händen ein Mittel haben, die Erbanfallsteuern festzusetzen, 
so daß er imstande wäre, die Vererbung erworbener Vermögen nach und 
nach abzuschaffen. Diese nach und nach verwirklichte Abschaffung 
würde es zum Schluß erlauben, „die größte Ungerechtigkeit der modernen 
Gesellschaften, die Ungleichheit am Ausgangspunkt“, zum Verschwinden 
zu bringen 2 ) und das Prinzip der gerechten Verteilung anzuwenden: 
e inem jeden nach seiner Produktivität. Dieser Gedanke hat viel mehr 
von Saint-Simon als von Proudhon an sich. 
Die Tragweite der vorgeschlagenen Reform leuchtet ohne weiteres 
eiß- In den Augen Solvay’s ist das „Buchungssystem“ nur ein Be 
standteil einer allgemeineren Auffassung, nämlich des „Produktivis- 
^os“, der darin besteht, die soziale Produktivität durch eine sehr 
verschiedene Mittel umfassende Gesamtordnung auf ihr Maximum zu 
bringen 3 ). 
Es ist unmöglich, hierin irgendeinen der Gedanken Proudhon s 
wiederzufinden. Abgesehen von der Abschaffung des Metallgeldes ist 
^Res in den beiden Vorschlägen verschieden. Solvay strebt nicht danach, 
den Zins vollständig zu beseitigen und er bildet sich auch nicht ein, daß 
das Geld die Ursache des Zinses sei. Das System der Schecks und der 
Zahlungsüberweisungen hat nur den Zweck, die Barverkäufe zu er- 
eichtern, ohne etwas mit dem System Proudhon’s zu tun zu haben, 
wo der „Umlaufbon“ bestimmt ist, den Barverkauf mit dem Kreditverkauf 
zu identifizieren 4 ). 
1 ) Annales de l’Institut Solvay, Bd. I, S. 19. 
2 ) Annales de l’Institut Solvay, Bd. I, S. 25. 
, 3 > Vgl. Principes d’orientation sociale. Zusammenfassung der Unter- 
suchungen Solvay’s über den Produktivismus und dem Comptabilismus, S. 82; Brussel 
■h 92 Seiten. 
p 1 Wenn uns auch die Auffassung Solvay’s durchaus verschieden von der Theorie 
«oudhon’s erscheint, so ähnelt sie doch einer in der Kommission des Luxemburg-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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