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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

352 
Drittes Bach. Der Liberalismus. 
die Freiheit erst sehr unvollkommen verwirklicht wäre, und daß infolge' 
dessen das beste Heilmittel gegen dieses Übel darin bestände, diese Frei 
heit in noch vollkommenerer Weise zu verwirklichen 1 ). Zum Beispiel 
ist für sie die Freiheit der Arbeiter das beste Mittel, die Ausbeutung des 
Arbeiters zu verhindern und die Löhne zu erhöhen. So schreibt Emil® 
Olivier, der Verfasser des Gesetzes von 1864, das die Strafen gegen 
die Koalitionen aufhob: „Die Koalitionsfreiheit ist der Tod der Streiks. 
So führt auch die Darlehenfreiheit nach ihrer Meinung zum Verschwinden 
des Wuchers, und die Handelsfreiheit genügt, um der Verfälschung der 
Lebensmittel und der Herrschaft der Trusts Einhalt zu tun. Im Allgemeinen 
wird die Konkurrenz in der Produktion die Billigkeit und in der Verteilung 
die Gerechtigkeit sicher stellen 2 ). 
Ihr Optimismus hat noch diese Besonderheit, daß sich ihm ein ab 
soluter Pessimismus in Hinsicht auf die Wirksamkeit aller sogenannten 
sozialen Reformen zugesellt und ihn bestärkt, sowohl in bezug auf die 
Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen der Arbeitgeber wie auf die Einmischung 
des Staates und des Gesetzgebers zum sogenannten Schutze der Schwachen- 
Wenn man ihnen glauben wollte, so würde die Freiheit zum Schluß die 
Übel, die sie anscheinend schafft, heilen, während die Einmischung des 
Staates die Übel, die sie zu heilen scheint, immer vergrößert 3 ). 
Noch merkwürdiger erscheint aber, daß der Assozialismus, wie ' vir 
ihn in dem vorhergehenden Kapitel dargelegt haben, in den Augen d er 
französischen Schule nicht mehr Gnade findet, als der Staatssozialismus- 
Zwar hat die liberale Schule nicht das ganze Mißtrauen der französische 11 
Revolution gegen das Recht der Assoziation restlos übernommen. ^ ,e 
verurteilt nicht mehr, ja sie verlangt sogar formell die Freiheit der Asse* 
ziation in der Politik, in der Religion, in der Industrie, im Handel un 
in der Arbeit, einschließlich sogar des Koalitionsrechtes, mit einem W 0 ’’.’ 
sie verlangt diese Freiheit überall dort, wo die Assoziation nur die io® 
viduelle Tätigkeit schützt oder stärkt; — sobald aber die Assoziativ 
sich als ein Instrument der sozialen Umformung darstellt, sobald s ‘ e 
D „Ach, man hat so vieles versucht! Wann wird man endlich einen Vcrs' 1 ^’ 
mit dem einfachsten machen: der Freiheit?“ (Bastiat, Harmonies, Kap. IV, S. 1“ ' 
2 ) Einer der Teile des Buches Dunoyer’s über La Liberty du travail trag 
als Überschrift: „Wie das wahre Mittel den Übeln zu steuern, unter denen die Arbei 
klassen leiden, in der Ausdehnung der Konkurrenz liegt“ (Kap. X, B. 4, § 18 K- ese s 
An anderer Stelle sagt Dunoyer: „In Wirklichkeit ist es die Konkurrenz, die . st> 
angebliche Element der Uneinigkeit, das das wahre Band, der festeste Knoten 
der alle Teile des sozialen Körpers miteinander verbunden hält.“ 
3 ) Sobald „die Befriedigung eines Bedürfnisses Gegenstand einer öff entl J c ^ er , 
Behörde wird, hat das Individuum . . . einen Teil seiner freien Selbstbestimmung 
loren, wird es weniger fortschrittlich, ist es weniger menschlich . . . Diese bi® 
,ralis<* e 
Lähmung, von dem es befallen wird, befällt aus dem gleichen Grunde alle an' 
Bürger“ (Bastiat, Harmonies, Kap. XVII, S, 545). 
deren
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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