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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

404 
Drittes Buch. Der Liberalismus. 
liehen Gesetze, die den Tauschwert regulieren oder die Ausdehnung indu 
strieller Unternehmungen bestimmen, nicht von der gleichen Art sind, 
- wie die Grundlagen, auf denen die gesetzliche Übertragung des Eigentums 
sich aufbaut, oder wie die, aus denen sich die Verpflichtungen der Par 
teien eines Interessen-, eines Lohn- oder eines Pachtvertrages ergeben. 
Die ersten n können als natürliche Gesetze bezeichnet werden, während 
die zweiten nur das Werk einer gesetzgeberischen Autorität darstellen. 
Stuart Mill begnügt sich aber nicht damit, den Reformen die Tür 
zu öffnen. Er tritt selbst mit vollem Entschluß über die Schwelle. Er 
bringt, und darin unterscheidet er sich von allen klassischen Volkswirt- 
schaftlern, ein breit angelegtes sozialpolitisches Programm, das er selbst 
in folgender Weise formuliert: „Vereinigung des Höchstmaßes an indivi 
dueller Handlungsfreiheit mit Gemeinsamkeit am Besitz der natürlichen 
Schätze der Welt und gleichmäßiger Anteil Aller an den Erzeugnissen 
der Arbeit, die diese Schätze ausnützt“ 1 ). Dieses Programm läßt sich 
in folgenden drei Sätzen zusammenfassen: 
1. Ersatz des Lohnsystems durch die Produktivgenossenschaft; 
2. Sozialisation der Bodenrente durch die Grundsteuer; 
3. Beschränkung der Ungleichheit der Vermögen durch eine Be 
schränkung des Erbrechtes. 
Wie man sieht, entspricht diese dreifache Reform durchaus den 
von Stuart Mill aufgestellten Bedingungen: denn sie ist nicht nur 
nicht in Widerspruch mit dem individualistischen Prinzip, sondern sie 
bezweckt gerade, es in diesen drei Punkten zu verstärken; sie bedeutet 
keinen Zwang gegen das Individuum und strebt im Gegenteil auf seine 
Emanzipierung hin. Betrachten wir daher kurz jede dieser Reformen. 
1. Das Lohnsystem erschien Stuart Mill als eine für die Indivi 
dualität durchaus verderbliche Ordnung. Weshalb? Weil es dem Menschen 
alles Interesse an seinem Arbeitserzeugnis nimmt und daher schon heute 
für die große Mehrzahl jene völlige Gleichgültigkeit für die eigene Arbeit 
zur Tatsache macht, die, nach dem Vorwurf der Individualisten, die 
Kommunisten für die Gesamtheit verwirklichen wollten. 
Daher muß es durch eine „Assoziationsform ersetzt werden, die, 
wie man hoffen kann, wenn die Menschheit im Fortschritt fortfährt, 
endlich zur Vorherrschaft kommen wird, und zwar nicht mehr die Form, 
die heute zwischen dem Kapitalisten als Herrn und den Lohnempfängern 
ohne jeden Einfluß auf die Leitung besteht, sondern eine Genossenschal 
zwischen Arbeitern selbst, die, untereinander vollständig gleich, zusammen 
das in dem Unternehmen angelegte Kapital besitzen, und die nur selbs 
gewählten Direktoren gehorchen, die sie selbst auch -wieder absetzen 
l ) Autobiography, S. 232 (London 1873).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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