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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 405 
können“ 1 ). Diese kooperative Lösung, die er „ein edles Ideal“ nennt, 
kam ihm nicht von Owen, sondern von dem französischen Assozialismus, 
der sie als Allheilmittel gepriesen hatte und sie 1848 zu einer glänzenden, 
wenn auch nur ephemeren Blüte brachte. Man weiß, daß Stuart Mill 
nicht der einzige gewesen ist, der von dem Schemen der Produktiv 
genossenschaft verführt wurde: wie wir später sehen werden, beruhte 
die englische Bewegung, die den Namen „christlicher Sozialismus“ trug, 
direkt auf diesem Gedanken. 
Stuart Mill lebte jedoch lange genug, um den Niedergang der 
Produktivgenossenschaften in Frankreich und den Aufschwung der Kon 
sumgenossenschaft in England zu sehen. Anscheinend hat ihm aber 
dieser Gegensatz keine Veränderung seiner Auffassung der Produktiv 
genossenschaft als Emanzipationsmittel nahe gelegt 2 ). Übrigens läuft 
eins wie das andere stets auf eine Emanzipation des Arbeitenden „durch 
eigene Kraft“ hinaus. 
2. Die Bodenrente, die Ricardo und seine Schüler als eine natür 
liche oder sogar notwendige Tatsache angenommen hatten, erschien 
ihm gleichfalls als anormal. Sie stand ebenso wie das Lohnsystem im 
Widerspruch mit dem Individualismus, wenn auch von einem verschiedenen 
Gesichtspunkt aus. Wies sie doch gewissen Menschen das zu, was nicht 
das Ergebnis ihrer individuellen Arbeit war, während der wirkliche In 
dividualismus Jedem den Ertrag seiner Tätigkeit zuspricht: suum 
euique! 
Ob dieses Einkommen auf der Mitarbeit der Natur beruhte, wie 
die Physiokraten und Adam Smitii glaubten, oder ob es, wie Ricardo 
u nd Malthus annahmen, eine Folge des Andrängens der Bevölkerung 
*) „Obgleich der Erfolg des militärischen Despotismus, der heute auf dem Kon 
tinent triumphiert, es durchgesetzt hat, die Fortschritte des menschlichen Geistes zu 
verzögern, ist es sicher, daß die Lage des Lohnempfängers bald nur den Arbeitern 
genügen wird, deren moralischer Tiefstand sie der Unabhängigkeit unwürdig macht, 
ynd daß das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Assoziation 
ln einer der beiden folgenden Formen ersetzt werden wird: in gewissen Fällen zeit 
weilige Assoziation der Arbeiter mit dem Unternehmer; in anderen Fällen, und zuletzt 
111 allen, Assoziation der Arbeitnehmer untereinander“ (B. IV, Kap. 7, § 4). 
„Auf diese oder auf eine andere Weise würden die bestehenden Kapitalansamm- 
ungen ehrlich und ganz spontan zum Schluß das Eigentum derer werden, die sich 
'hrer zur Produktion bedienen. Eine solche Umformung der Gesellschaft würde die der 
sozialen Gerechtigkeit am nächsten kommende Form sein; eine Form, die für die Or 
ganisation der Industrie im Interesse Aller die dienlichste ist, die man sich heute als 
Möglich vorstellen kann“ (ebenda § 6). 
2 ) Doch hat ihm wahrscheinlich der Aufschwung der Konsumgenossenschaften 
den Gedanken eingegeben, dem er verschiedentlich Ausdruck gibt, und dessen Be 
deutung nicht gering ist, daß der unbilligerweise von den Verbrauchern durch die 
Zwischenhändler erhobene Tribut größer ist als der, den die Kapitalisten von den 
Lohnempfängern erheben, und daß die Arbeitenden noch mehr von der Abschaffung 
es ersteren, als der des zweiten gewinnen würden.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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