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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

468 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
In Übereinstimmung mit seinen theoretischen Gewohnheiten genügt 
ihm eine einfache logische Deduktion, um dies nachzuweisen. Die Höhe 
des Lohnes — das hat er soeben anerkanntwird durch den Stand des 
Angebotes und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkte bestimmt. Aber 
der Marktpreis der Arbeit, wie der der Produkte, strebt nach einem Normal 
wert hin, und dieser Wert ist nichts anderes, als der notwendige Lohn 
Kicardo’s. „Der Anteil der Produzenten am Produkt richtet sich zuletzt 
und im Allgemeinen nicht nach dem Ergebnis ihrer Produktion, sondern 
nach dem Produktquantum, das hinreicht, um ihnen die Kräfte für Weiter 
arbeit und die Mittel zur Aufzucht neuer Arbeiter zu geben“ 1 ). Es ist dies 
das berühmte Eherne Lohngesetz, aus dem Lassalle einige Jahre 
später den Grundstein seiner Propaganda macht, das aber im Gegenteil 
Marx niemals formell angenommen hat. 
Wenn man dieses Gesetz einmal anerkennt hat, so genügt es, zu 
konstatieren, daß die Produktivität der Arbeit täglich wächst, und daß 
sich daher die Menge der Produkte regelmäßig vermehrt, um dann ganz 
arithmetisch zu dem Schluß zu kommen, daß, da die absolute Menge, 
die von den Arbeitern ständig von dieser wachsenden Menge genommen 
wird, stets dieselbe bleibt, dies mit Notwendigkeit einen stets geringeren 
Verhältnisanteil darstellt, im Maßstabe, wie die ganze Menge sich 
vermehrt. 
Gleichzeitig erhalten wir so die Erklärung der Krisen. Im Bemühen, 
sich auf der Höhe zu halten, sagt Rodbertus, vermehren die Unternehmer 
beständig ihre Produktivität, und zwar innerhalb der Grenze der Anteile 
des sozialen Produktes, die jeder Klasse zukommen, weil diese Anteile die 
Ausdehnung der Nachfrage bestimmen 2 ). Während nun die Produktion 
größer wird, verringert sich der Anteil der Arbeiter mit jeder neuen Periode, 
so daß die Nachfrage nach einem großen Teil der sozialen Produkte be 
ständig hinter der Produktion zurückbleibt. „Wenn nun also ... auf diese 
Weise den Unternehmern ohne ihr Verschulden fortwährend und uner- 
selbst überlassen bleibt, bewirken gewisse mit der Entwicklung der Gesellschaft ver 
bundene Verhältnisse, daß bei steigender Produktivität der gesellschaftlichen Arbe> 
der Lohn der arbeitenden Klassen ein immer kleinerer Teil des Nationalproduktes 
wird.“ Zweiter sozialer Brief (Schriften, Bd. II, S. 37.) 
1 ) Kapital, S. 184. 
2 ) Diese Auffassung, daß die Unternehmer ihre Produktion auf die Größe der 
sozialen Anteile basieren, ist befremdend. Trotzdem hat ihr Rodbertus in eigene 11 
Worten Ausdruck gegeben: „Sie (die Klassen) gelten nur nach der Grüße ihres Antex 
am Nationalprodukt auf dem Markt .... Der Größe dieser Anteile gemäß müssen die 
Unternehmer den Umfang der einzelnen Produktionen einzurichten suchen.“ Kapip 
S. 52—53. Vgl. auch S. 206.) — Es ist jedoch klar, daß die Unternehmer ihre Produkt^ 
einzig auf die Nachfrage nach den Gegenständen gründen, die sie irn Besonderen fab n 
zieren, und höchst gleichgültig gegenüber den Anteilen sind, die die sozialen Klasse 
aus dem Gesamtprodukt zu erhalten haben.-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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