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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
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einer zufälligen Begebenheit, die sich einige Tage nach der Erschaffung 
der Welt zugetragen hat“, damals, als die Guten und die Klugen den Weg 
nach Oben nahmen, die Faulen und Lasterhaften aber den Weg nach 
Unten wählten! 
So ist die kapitalistische Ordnung aus dem Kampf der Klassen hervor 
gegangen. Und der Klassenkampf wird sie auch vernichten. Ebenso, 
wie sie begonnen hat, wird sie endigen: „Die Expropriatoren werden 
expropriiert werden.“ Wie wird sich diese Expropriation vollziehen? 
Hierüber gibt Karl Marx keine Einzelheiten: er enthält sich jeder Vor 
aussage über die Zukunft und unterscheidet sich dadurch vorteilhaft von 
all jenen Fabrikanten sozialistischer Romane: „Im Jahre 2000!“ Er be 
gnügt sich mit dem Nachweis, daß dieselben Gesetze, die die Schaffung 
und Entwicklung der kapitalistischen Ordnung bestimmt haben, auch ihren 
Untergang bestimmen 1 ). Der natürliche Lauf der Dinge wird ihn herbei 
führen: ihr Ende ist Selbstzerstörung. „Der Kapitalismus“, sagt ein 
Sozialist der marxistischen Schule, „schafft selbst seine eigene Vernichtung, 
and dies mit der Fatalität, die den Umwandlungen in der Natur zugrunde 
liegt“ 1 2 ). Im Folgenden führen wir einige der Tatsachen an, die uns an 
kündigen, daß diese Selbstzerstörung schon jetzt am Werke ist: 
a) Die Krisen der Überproduktion (oder vielmehr der Unter 
konsumtion) werden chronisch. Sie ruinieren den Kapitalismus und sind 
doch mit ihm unlöslich verbunden. Denn das beständige Anwachsen des 
konstanten Kapitals im Verhältnis zum variablen Kapital (mit anderen 
Worten'die Verwendung von Maschinen, die eine Verminderung der mensch 
lichen Arbeit nach sich zieht), drängt beständig auf ein Fallen des Mehr 
wertes hin. Um gegen diesen Rückgang anzukämpfen, sind die Kapitalisten 
gezwungen, ohne Unterlaß die Produktion zu vermehren, oder, wie man 
Sa gt „die Menge muß es bringen“. Auf der anderen Seite ist es den Arbeitern 
ttiehr und mehr unmöglich, mit ihrem Lohn die Erzeugnisse ihrer Arbeit 
zurückzukaufen, weil sie niemals einen mit dem Erzeugnis ihrer Arbeit 
gleichen Wert als Lohn erhalten, und weil sie sich außerdem periodisch 
ohne Arbeit finden, — zeitweilig zur Arbeitslosigkeit verdammt sind. Wie 
Vir schon gesehen haben, ist dies auch ein Gedanke Proudhon’s, auf den 
er besonderen Nachdruck legte, und wir haben hier einen der Fälle, in 
denen es schwer sein dürfte, den Einfluß Proudhon’s auf Marx zu leugnen. 
Die bezeichnendste Idee der marxistischen Theorie ist daher, daß 
jede Krise von einer Störung des Gleichgewichts zwischen dem variablen 
Un <l dem konstanten Kapital herrührt, weil das beständige Wachstum 
des letzteren in einem gegebenen Augenblick diesem die Unterlage entzieht 
^daß aber die Krisis selbst, indem sie den Zusammenbruch eines Teiles 
1 ) Dieses angebliche Gesetz wird hauptsächlich ün kommunistischen Manifest 
UHt großer Beredsamkeit dargelegt. 
2 ) Labriola (Anton).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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