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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

510 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
Welches praktische Mittel soll mm diesen zwiefachen Zweck erfüllen? 
Die Rückgängigmachung dessen, was der Kapitalismus getan hat, die 
Enteignung der Kapitalisten aus ihrem Besitze an den Produktionsmitteln 
und deren Rückgabe an die Arbeiter, — nicht individuell, denn das ist 
unter den neuen Bedingungen der Produktion unmöglich, sondern kollektiv. 
Dieses Mittel ist, um die überall an erster Stelle in den Parteiprogrammen 
eingeschriebene Formel zu gebrauchen: die Vergesellschaftung der 
Produktionsmittel, Land, Boden, Untergrund, Fabriken, Kapitalien. 
Dann wird das Arbeitsprodukt Aller verteilt, nach Abzug der für das 
Allgemeinwohl erforderlichen Beträge, und zwar im Verhältnis zur Arbeit 
eines Jeden. So wird die Mehrarbeit und der Mehrwert, den sie erzeugt, 
mit einem Male verschwinden. 
Diese Expropriation der Kapitalisten wird die letzte der Geschichte 
sein, da sie sich diesmal nicht mehr wie die vorhergehenden Expropriationen 
im Nutzen einer anderen Klasse, — nicht einmal der Arbeiterklasse — 
sondern im Nutzen Aller, der Nation selbst, vollziehen wird. Die Form 
des Eigentums wird endlich der der Produktion entsprechen, wie sie der 
Lauf der Dinge ihr bereits aufgezwungen hat: beide werden jetzt 
kollektiv sein. 
II. 
Die marxistische Schule. 
Nach dieser summarischen Darlegung der wichtigsten Theorien Karl 
Marx’, werden wir jetzt eine Darlegung der allgemeinen Charakterzüge 
der sozialistischen Schule, die seinen Namen trägt, versuchen 1 ) und aus- 
1 ) Marx als das Haupt einer großen sozialistischen Schule zu bezeichnen, wäre 
zu wenig gesagt; man muß unbedingt zugeben, daß die ungeheure Mehrzahl alle 1 
derjenigen, die sich in allen Ländern Sozialisten nennen, in engerem oder weiterem 
Sinn seine Schüler sind. Die anderen sozialistischen Schulen, wie die Anarchisten, 
die Fabier in England, die Colinsiens in Belgien, die Anhänger Henry George ? s in den 
Vereinigten Staaten, sind neben den marxistischen Sozialisten ohne Bedeutung. 
Hauptsächlich in Deutschland und Rußland hat der Marxismus die meisten 
Anhänger, und in England die wenigsten. In Frankreich haben Jules Guesde und 
Laeargue (dieser letztere ein Schwiegersohn Marx ! ) sich seit 1878 zu Vorkämpfer 
des reinen Marxismus gemacht. Eine große Anzahl der französischen Sozialisten aber 
haben die marxistische Lehre nicht in ihrer ganzen Starrheit angenommen, auch wenn 
sie das kollektivistische Programm vertreten. Sie haben nur die drei großen Grundsätze 
der Sozialisation der Produktionsmittel, des Klassenkampfes, und des 
Arbeiter-Internationalismus übernommen, lassen aber im Allgemeinen die Wert' 
theorie und besonders ten historischen Materialismus beiseite. Sie haben nicht m 1 
der französischen sozialistischen Überlieferung brechen wollen, die höchst idealistisch 
war. Benoit Malon, der im Jahre 1885 die Revue Socialiste gründete, war einer 
der ersten Vertreter dieses französischen Kollektivismus, und seine Nachfolger waren 
zuerst George Renard und später Fourniere.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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