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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

538 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
als diei entgegengesetzte des Syndikalismus, der behauptet, daß das 
Heil nur von der Arbeiterklasse selbst kommen kann. Schon im Voraus 
ist sie durch den schönen Satz Stuart Mill’s 1 ) widerlegt: „Man kann 
keine Zeit anführen, in der die oberen Klassen eine Rolle gespielt haben, 
die mit der, welche ihnen diese Theorie zuweist, auch nur entfernt über- 
einstimmte. Stets haben sie sich ihrer Macht zur Förderung ihrer selbst 
süchtigen Zwecke bedient ... Ich will nicht behaupten, daß das, was 
gewesen ist, immer sein muß . . . Jedoch scheint es wenigstens außer 
Zweifel zu stehen, daß, bevor die oberen Klassen genügende Fortschritte 
gemacht haben, um in entsprechender Weise die Vormundschaft, die 
man ihnen übertragen will, führen zu können, die unteren Klassen viel 
weiter fortgeschritten sein werden, als daß man sie auf diese Weise regieren 
könne.“ 
Neben dem Arbeitgeber und dem Staate gibt es noch einen weiteren 
Faktor des sozialen Fortschritts, dem man heute die erste Stelle zu 
weist; es sind dies die Arbeitergenossenschaften. Man könnte glauben, 
daß diese Arbeitergenossenschaften Le Play um so sympathischer ge 
wesen wären, weil sie von der Revolution verboten worden waren. Aber 
das durch das bekannte Gesetz Le Chapelxer ausgesprochene Verbot 
hat nicht hingereicht, um Le Play mit dem Koalitionsrecht auszusöhnen: 
er erwartet von ihnen nichts Gutes, ebensowenig unter ihrer kooperativen 
wie unter ihrer korporativen Form 2 ). Die Genossenschaft erscheint ihm 
als eine unnötige Konkurrenz, die der natürlichen und durchaus aus 
reichenden Genossenschaft, wie sie die erweiterte Familie vorstellt, eher 
verderblich sein kann. Allerdings hat Le Play die Arbeitergewerkschaften 
nicht an der Arbeit gesehen. Es ist aber kaum wahrscheinlich, daß dadurch 
seine Meinung geändert worden wäre: wenigstens stehen seine Schüler 
ihnen nicht sehr freundlich gegenüber. 
Man wird vielleicht einwerfen, daß alle diese Gedanken nichts be 
sonders Neues an sich haben? Nichts würde Le Play größere Freude 
gemacht haben, als dies zu hören, denn, erklärt er: „in sozialen Dingen 
gibt es nichts Neues zu erfinden: das ist die einzige Entdeckung, die ich 
gemacht habe!“ 
Diese Entdeckung „von der wesenhaften Verfassung der Mensch 
heit“, wie er sie nannte, verdankte er, wie er glaubte, seiner Beob 
achtungsmethode, denn die Schule Le Play’s charakterisiert sich 
nicht nur durch eine gewisse Lehre, sondern auch durch eine Methode, 
die übrigens mehr Erfolg gehabt hat als die Doktrin und heute 
J ) Principles, B. II, S. 302—311. 
2 ) „Unter den Panazeen, die man zu unserer Zeit gerühmt hat, ist die Genossen 
schaft dasjenige, mit dem man den meisten Mißbrauch getrieben hat . . . Die Gesell 
schaften können vom Gesichtspunkt des Erfolges aus nicht dieselben Vorteile bieten, 
wie die individuelle Arbeit oder das wohlverstandene Arbeitgeberpatronat“.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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