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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

34 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Mit einem Wort: die Handelsfreiheit bestand für die Physiokraten 
hauptsächlich in der Abschaffung der unter der alten Regierungsform 
bis in den Himmel gehobenen Maßnahmen, die darauf abzielten, die 
Getreideausfuhr ins Ausland zu verhindern und den freien Güter 
austausch im Inland einzuschränken x ). Diese physiokratische Auf 
fassung hat aber nicht lange gebraucht, um die Umstände, denen sie 
ihr Entstehen verdankte, zu überflügeln, und zur These von der ab 
soluten freien Konkurrenz zu werden, die Walbas später wie folgt 
zusammenfaßte: „die freie Konkurrenz im Tauschverkehr sichert jedem 
Teile das Maximum des Grenznutzens oder, was dasselbe ist, die 
Maximalbefriedigung der Bedürfnisse.“ Fast alle Gründe, die während 
eines Jahrhunderts im Kampfe um den Freihandel ins Treffen geführt 
wurden, sind schon von den Physiokraten formuliert worden! Die 
hauptsächlichsten sind: 
1. Die Widerlegung des Beweises von der Handelsbilanz wird 
schon von Merciek de la Rivieke mit vollkommener Genauigkeit 
geführt: „Also du blinde und stumpfsinnige Politik, ich werde alle 
deine Wünsche erfüllen! Ich gebe dir das ganze Geld, das unter 
den Völkern, mit denen du Handel treibst, im Umlauf ist; jetzt hast 
du es; was willst du damit machen?“ Und er zeigt zuerst, wie kein 
anderes Land dann noch etwas kaufen kann, und wie damit alle 
Ausfuhr aufhört, und zweitens, wie die ungeheuere Teuerung zum 
Kaufe im Auslande zwingen würde, und so das Geld wieder zur Aus 
wanderung kommt, „was übrigens das einzige Heilmittel sein würde“ * 2 ). 
2. Widerlegung der These, daß die Zölle vom Ausland ge 
tragen werden. „Der Fremde wird dir nichts verkaufen, wenn 
du ihm nicht denselben Preis zahlst, den ihm die anderen Völker 
geben wollen. Wenn du einen Eingangszoll auf seine Waren legst, 
so wird derselbe eine Erhöhung des wirklichen Preises sein, den der 
*) Das damalige Schutzzollsystem,. gegen das die Physiokraten ankämpften, 
versuchte die Industrie dadurch zu entwickeln, daß es die Ausfuhr der Manufaktur- 
waren begünstigte, dagegen aber die Ausfuhr der landwirtschaftlichen Erzeugnisse 
und Rohstoffe einschränkte, um den Eabrikanten billige und ausreichende Arbeits 
kräfte und Rohstoffe zu sichern. Man kümmerte sich durchaus nicht um die Ge 
treideeinfuhr: im Gegenteil, der Merkantilismus und der Colbertismus gaben den 
Landwirt doppelt preis, indem man die Getreideausfuhr erschwerte und die Getreide 
einfuhr gestattete, während man gerade das Gegenteil für die gewerblichen Erzeug 
nisse tat. 
2 ) S. 576. „Wenn man der Sache auf den Grund geht, was haben Sie denn 
gewonnen, stets ins Ausland verkaufen zu wollen, ohne dessen Waren aufzunehme*? . • • 
Geld, das Sie nicht zu halten vermögen und das Ihren Händen entgleitet, ohne daß 
es Ihnen von Nutzen gewesen wäre! ... Je mehr sich das Geld vermehrt, um so 
mehr verliert es an Kaufkraft, während die anderen Waren, mit ihm verglichen, ai> 
Wert zunehmen“ (Mehcier db la RivikKB, S. 580, 583).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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