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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel i Die Hedonisten. 
591 
dag hedonistische Maximum, das mit den gegebenen Bedingungen ver 
träglich war, verwirklicht: wird doch gesagt, daß Esau Hungers starb 1 ), 
und war es in diesem Fall für ihn nicht äußerst vorteilhaft, Nahrungs 
mittel zu erhalten ? Und wenn Jakob ihm, statt der Linsen, eine Flasche 
Absinth verkauft hätte, so würde vom hedonistischen Gesichtspunkt 
aus der Tausch ebenso das Maximum an Befriedigung verwirklicht haben, 
denn der Grenznutzen oder die Ojphelimität haben ebensowenig etwas 
mit der Hygiene wie mit der Moral zu schaffen. 
Alles, was ein Hedonist in dem vorliegenden Falle sagen kann, ist 
folgendes: wenn es anstatt eines einzigen mehrere Jakobs gegeben hätte, 
die Linsen anboten, so würde Esau einen vorteilhafteren Handel haben 
absehließen können 2 ). In diesem Sinne behauptet daher die hedonistische 
Schule die Überlegenheit der Konkurrenz über das Monopol. Es wäre 
aber falsch, ihre Meinung so zu verstehen, daß Esau nicht von Jakob aus 
gebeutet worden sei oder daß sie diejenigen rechtfertigen wolle, die seitdem 
von ihren Brüdern ausgebeutet worden sind 8 ). 
Ebenso erklärt v. Böhm-Bawerk hinsichtlich des Zinses ganz aus 
drücklich in der berühmten Theorie, die seinen Namen trägt, daß er nur 
e ine Erklärung der Tatsache des Zinses, und nicht eine Rechtfertigung 
suche. Böiim-Bawerk kritisiert die normativen Erklärungen des Zinses, 
die man seit Jahrhunderten zu finden gesucht hat. Er bemüht sich im 
besonderen, nachzuweisen, daß der Zins weder eine Gewinnbeteiligung 
an der Produktivität des Kapitals ist, noch auch eine Mietszahlung für 
den Gebrauch des Kapitals, noch ein von der Börse dem ausgebeuteten 
Borger auferlegter Tribut, sondern daß der Zins der Preis für die Zeit 
ls t; oder, anders ausgedrückt, der Wertunterschied zwischen einem 
heutigen Gute und demselben, aber zukünftigen Gute. Er ist die 
Tatsache eine Austausches, des Tausches eines gegenwärtigen gegen ein 
zukünftiges Gut. Denn 100 Fr., die in einem Jahre zahlbar sind, sind nicht 
9 Der Verfasser bezieht sich hier auf die franz. Bibelübersetzung, wahrscheinlich 
die von L. Segond, die I. Moses 25, 32 lautet: „Voici, je m’eri vais mourir“ (Siehe ich 
bin am Sterben). In der LuTHER’schen Übersetzung heißt es: „Siehe, ich muß doch 
Sterben“ und in der kritischen Bibelübersetzung von Kautzsch (3. Aufl. 1909), „Ach 
ich muß schließlich doch sterben“. 
Bei den Schlußfolgerungen des Verfassers darf nicht vergessen werden, daß er 
anninimt, Esau sei dem Tode nahe gewesen (Anm. d. Übers.). 
2 ) Er könnte auch noch sagen, daß der Handel für Esau vorteilhafter gewesen 
wäre, wenn Jakob viel mehr Linsen gehabt hätte, als er überhaupt verbrauchen konnte, 
denn, sogar unter der Herrschaft des Monopols sind für den Käufer günstige Umstände 
möglich. 
3) Vixfredo Pareto sagt: „Zum Zwecke unserer Demonstration haben wir an 
genommen, daß die wirtschaftlichen Güter in Besitz genommen sind. Es würde daher 
eine petitio principii sein, wenn man aus dem eben bewiesenen Theorem den Schluß 
ziehen wollte, daß die Besitzergreifung der wirtschaftlichen Güter ein Maxi 
mum an Wohlstand hervorruft.
	        

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Die Untersuchung Landwirtschaftlich Und Gewerblich Wichtiger Stoffe. Verlagsbuchhandlung Paul Parey, 1906.
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