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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Die Theorie der Bodenrente und ihre Anwendungen. 603 
Schriftsteller erkennen ohne weiteres in dem Profit eine Form der Rente 
an, die teilweise auf den persönlichen Eigenschaften des Unternehmers 
beruht, doch lehnen sie es ab, hierin den einzigen Bestandteil des Profits 
zu sehen 1 ). Bald entdecken sie in ihm, wie Marshall 1 2 ), noch einen anderen 
Teil, der eine Versicherungsprämie gegen das Risiko darstellt und einen 
dritten, der bestimmt ist, die zur geistigen Bildung des Unternehmers 
notwendigen Auslagen wiederzuerstatten 3 ). Bald verwerfen sie mit Walras 
diese beiden letzten Bestandteile und nehmen an, daß im statischen Zu 
stand (nämlich im Zustand des vollkommenen Gleichgewichts der Pro 
duktion) der Unternehmer weder Gewinn noch Verlust hat. Die Quelle 
des Profits kann daher nur in den „dynamischen“ dienten liegen, nämlich 
in denen, die sich aus der beständigen Verschiebung des Gleichgewichts 
in einer fortschreitenden Gesellschaft ergeben. Nur sind diese dynamischen 
Renten äußerst verschieden und hängen nicht alle von der persönlichen 
Qualifikation des Unternehmers ab. 
Andere, wie Clark 4 ), stimmen mit Walras überein, daß der Profit 
aus Renten besteht. Doch erkennen sie neben den dynamischen Renten 
die Existenz von Renten sogar im statischen Zustand an. Die für Walras 
notwendige Hypothese eines gleichen Gestehungspreises für alle Unter 
nehmungen verwerfen sie als zu weit von der Wirklichkeit entfernt. Für 
sie erzielt nur der am wenigsten begünstigte Unternehmer (oder, wie die 
Engländer sagen, der Grenzunternehmer, d. h. derjenige, dessen Produktions 
kosten am höchsten sind), weder Gewinn noch Verlust. Was die anderen 
anlangt, so können sie, auch in Abwesenheit jeder Gleiehgewiehtsverschie- 
bung, noch eine Reihe von Renten erhalten, die auf all den Umständen, 
die wir oben auf gezählt haben, beruhen: Nähe des Marktes, vervollkomm 
nte Maschinen, Zentralisation der Kapitalien usw. Für diese Volkswirt- 
1 ) Pantaleoni (Economia pura, Teil III, Kap. IV) scheint uns der einzige 
Schriftsteller zu sein, der fast ohne Einschränkung die Theorie Walker’s annimmt. 
2 ) Manfindet seine Kritik Walker’s in dem Quarterly Journal of Economics, 
1887, S. 479 upd in seinen Principles, 4. Ausg., S. 705, Anm. Marshall bleibt übrigens 
dabei, in Übereinstimmung mit der englischen Überlieferung, den Kapitalzins der dem 
Unternehmer persönlich gehörenden Kapitalien in den Profit einzuschließen. 
3 ) Auch diese Unterscheidung wird von Pantaleoni gemacht: „Der Profit“, sagt 
er , „kann auf einer höheren Geschicklichkeit beruhen, die auf Grund eines eingehenden 
Studiums oder einer langen Vorbereitung erworben worden ist. In diesem Fall haben 
w *r es weniger mit einer Rentenart, als mit einem charakteristischen Profit zu tun, 
der sehr ergiebig sein kann, aber einem ganz verschiedenen Gesetze unterliegt, als dem, 
das im allgemeinen die Anlage von Kapitalien regelt“ (Economia Pura, Teil III, 
Kap. IV). Dagegen lehnt es Pantaleoni ab, im Profit eine Versicherungsprämie gegen 
Risiken zu sehen, weil, wie er sagt, wenn die Prämie richtig berechnet ist, d. h. in genauer 
Proportion mit dem Risiko, „sie im Durchschnitt nach Verlauf einer gewissen Anzahl 
v °u Jahren, ihr gleich sein muß, so daß die Nettorente gleich Null wird“* (ebd.). 
4 ) Vgl. Clark, Distribution of wealth (1899) und Essentials of economic 
theory (1908), S. 156.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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