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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

70 
Erstes Buch. Die Begründer. 
produktiv ist, als die der Pächter und landwirtschaftlichen Arbeiter, 
denn diese, sagt er, stellen nicht nur das aufgewendete Kapital mit einem 
Profit wieder her, sondern bringen es sogar zuwege, dem Besitzer eine 
Rente zu zahlen 1 ). 
Woher diese Unsicherheit in den Gedanken Smxth’s ? Woher kommt 
diese Idee einer besonderen und höheren Produktivität der Landwirt 
schaft ? Es ist interessant, ihren Gründen nachzugehen, denn sie gestatten, 
den Platz, den A. Smith in der Geschichte der Nationalökonomie ein 
nimmt, noch genauer zu bestimmen. 
Einerseits, und was man auch immer sagen möge, hat sich Smith 
nicht vollständig dem Einfluß der Physiokraten entzogen. Er sagt von 
ihrem System, daß es unter allen bis dahin erschienenen der Wahrheit 
am nächsten komme 2 ). Er spricht von ihnen nur mit Ehrfurcht; der 
Eindruck, den sie auf ihn ausgeübt hatten, ist so stark gewesen, daß er 
sich nicht von einigen ihrer Ideen hat freimachen können, auch wenn sie 
im Grunde genommen seiner eigenen Lehre widersprachen; dazu gehören 
die folgenden: daß es zwischen der Landwirtschaft und den anderen 
Industrien einen wesentlichen Unterschied gäbe, der darin besteht, daß 
in der Industrie und dem Handel keine Naturkräfte auftreten, während 
sie in der Landwirtschaft mit dem Menschen zusammen arbeiten. „Nie 
mals kann eine gleiche Quantität produktiver Arbeit in den Manufakturen 
ein ebenso großes Erzeugnis hervorbringen (wie in der Landwirtschaft). In 
ihnen (den Manufakturen) tut die Natur nichts, und der Mensch 
alles, und die Reproduktion richtet sich ja immer nach der Stärke der 
wirkenden Ursachen, welche dabei tätig gewesen sind“ 3 ). Man glaubt 
zu träumen, wenn man eine derartige Behauptung bei einem so bedeutenden 
Nationalökonomen liest. Sind denn das Wasser und der Wind, die Elek 
trizität und der Dampf keine Naturkräfte, die mit dem Menschen in der 
Industrie zusammen arbeiten? 
Aber Smith beachtet das nicht, und er wird um so mehr in seinem 
Irrtum bestärkt, da dieser ihm die Erklärung einer anscheinend höchst 
seltsamen Tatsache liefert, die später allen englischen Nationalökonomen 
Kopfzerbrechen machen wird: die Tatsache der Bodenrente. Woher kommt 
es denn, während alle anderen Produktionszweige im Allgemeinen einen 
Ertrag liefern, der gerade ausreicht, um die normale Entlohnung des 
*) „Pächter und Bauern bringen freilich außer dem Vorrat, womit sie unter 
halten und beschäftigt werden, jährlich noch einen Reinertrag, eine freie Rente für 
den Gutsherrn hervor; und wie eine Ehe, welche drei Kinder bringt, ohne Zweifel 
produktiver ist als eine Ehe, die deren nur zwei hat, so ist allerdings auch die Arbeit 
der Pächter und Bauern produktiver als die der Kaufleute und Gewerbetreibenden. 
Allein das stärkere Produkt der einen Klasse macht doch die andere nicht unfruchtbar 
oder unproduktiv“ (II, S. 152, B. IV, Kap. IX). 
2 ) II, S. 154, B. IV, Kap. IX. 
3 ) I, S. 213/214. B. II, Kap. V.
	        

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Die Landwirtschaftliche Produktionspolitik in Österreich. Verl. der Wiener Volksbuchhandlung, 1926.
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