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Die Frau und die Arbeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Frau und die Arbeit

Monograph

Identifikator:
1029343713
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72101
Document type:
Monograph
Author:
Schreiner, Olive http://d-nb.info/gnd/118795457
Title:
Die Frau und die Arbeit
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (180 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Einige Einwände
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Frau und die Arbeit
  • Title page
  • I. Parasitimus
  • II. Parasitimus
  • III. Parasitimus (Fortsetzung)
  • IV. Die Frau und der Krieg
  • V. Geschlechtsunterschiede
  • VI. Einige Einwände
  • Contents

Full text

Schachtel bunt durcheinandergeworfen und vermischt sind. 
In den stationären Gesellschaftsstadien, wo alle Individuen 
von denselben politischen, religiösen und moralischen 
Ideen durchdrungen waren und jede Klasse ihre eigenen 
ererbten feststehenden Traditionen in Handeln und Ge 
wohnheiten besaß, bestanden selbstverständlich diese Ur 
sachen der Reibung oder Leiden nicht; persönliche Diffe 
renzen und Zwiespalt mögen durch persönliche Habgier, 
Ehrgeiz oder Selbstsucht entstanden sein, nicht aber durch 
widersprechende Auffassung von Recht und Unrecht, von 
dem, was erstrebbar und nicht erstrebenswert auf allen Ge 
bieten des menschlichen Lebens sei.* 
Drittens beruht die Unrast und die Not, die unserer Zeit 
eigen ist, auf Konflikten, die sich in dem Individuum selbst 
abspielen. Die Veränderungen in unserer Umgebung und 
dem Stand des Wissens sind so rasche, daß man im Lauf 
eines einzigen Menschenlebens durch ein halbes Dutzend 
Phasen des Wachstums hindurchgeht. In bestimmten Ideen 
und Gewohnheiten geboren und aufgewachsen, haben er 
oder sie, ehe das mittlere Lebensalter erreicht ist, wiederholt 
Gelegenheit, ihre Traditionen zu erweitern, zu ändern oder 
ganz beiseite zu werfen. Im Innern dieses Menschen be 
steht in verstärkter Form derselbe Kampf, derselbe Kon 
flikt und dieselbe Disharmonie, welche in der Gesellschaft 
als ganzes zwischen ihren verschiedenen Mitgliedern ent 
steht. Und es ergeben sich schmerzliche Momente für das 
* Nur wer in Berührung mit solch stationären und homogenen Gesell- 
schaftskörpem gekommen ist, wie mit afrikanischen Stämmen, ehe sie 
mit Europäern in Kontakt kamen, oder mit den Buren in Südafrika vor 
zwanzig Jahren, kann sich eine richtige Vorstellung machen, wie voll 
ständig frei von ethischen und sozialen Problemen und sozialen Reibungen 
solch eine Gesellschaft sein kann. Bei dem Studium derartiger Gesell 
schaftszustände drängt sich lebhaft die Gewißheit auf, daß der Schlüssel 
zum Verständnis der Hälfte und mehr als der Hälfte der Erscheinungen 
in unserer eigenen Welt nur in dem raschen Wandel der Verhältnisse zu 
finden ist, der notwendig einen gleich raschen Wandel unserer Vorstel 
lungen, Ideale und Einrichtungen mit sich bringt. 
171
	        

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Die Frau Und Die Arbeit. Eugen Diederichs, 1914.
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