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Die Frau und die Arbeit

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Bibliographic data

fullscreen: Die Frau und die Arbeit

Monograph

Identifikator:
1029343713
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72101
Document type:
Monograph
Author:
Schreiner, Olive http://d-nb.info/gnd/118795457
Title:
Die Frau und die Arbeit
Place of publication:
Jena
Publisher:
Eugen Diederichs
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (180 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Parasitimus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Frau und die Arbeit
  • Title page
  • I. Parasitimus
  • II. Parasitimus
  • III. Parasitimus (Fortsetzung)
  • IV. Die Frau und der Krieg
  • V. Geschlechtsunterschiede
  • VI. Einige Einwände
  • Contents

Full text

kraft sie in primitiveren Zeiten als Krieger zu unschätz 
baren Mitgliedern der Gemeinschaft gemacht hätte, und die 
selbst noch in Zeiten geringerer Zivilisation als der unse 
ren wertvoll als Arbeitsmaschinen gewesen wären, heute 
aber, mangels intellektueller oder manueller Ausbildung, 
der Gesellschaft keine wirklich notwendige Leistung zu 
bieten haben und daher das große „Heer der Arbeitslosen“ 
bilden — Menschen, deren einziger Besitz an Fähigkeiten 
bei ihren Nebenmenschen so wenig Anwert findet, daß sie 
trotz intensivster physischer Anstrengung kaum das Nö 
tigste verdienen. Die materiellen Lebensbedingungen ha 
ben sich rapid verändert, aber der Mensch nicht mit ihnen. 
Maschinen haben größtenteils sein Arbeitsfeld eingenom 
men; er aber hat kein neues dafür gefunden. 
Von diesen Männern, die, vom allgemein menschlichen 
Standpunkt betrachtet, oft zu den liebenswürdigsten und 
interessantesten Typen gehören, und die in primitiveren 
Zeiten, wo physische Kraft als Hauptfaktor galt, vielleicht 
die Führer, Helden und Häuptlinge ihres Volkes gewesen 
wären, von diesen geht in der modernen Welt der bittere 
Schrei der Arbeitslosen aus: „Gebt uns Arbeit, wir ster 
ben.* 
Und doch ist es nur ein Teil, und zwar ein verhältnis 
mäßig kleiner Teil der Männer der modernen, zivilisierten 
Welt, auf die der Umschwung der materiellen Lebensbe 
dingungen so gewirkt hat, daß er sie um alle nützliche 
Beschäftigung gebracht und sie gänzlich oder teilweise un 
nütz für die Gesellschaft gemacht hat. Wenn die Arbeits 
gelegenheit des modernen Mannes auf der einen Seite, der 
physischen, abgenommen hat, so hat sie auf der anderen, 
* Das Problem der Arbeitslosigkeit des Mannes ist natürlich lange nicht 
so neu, wie das der Arbeitslosigkeit der Frau. In England ist es schon 
im 15. Jahrhundert, als die wirtschaftlichen Veränderungen anfingen, den 
Landarbeiter von seinem Boden zu trennen und ihn seiner alten Arbeits 
arten zu berauben, fast in seiner heutigen Form aufgetaucht. Und doch 
muß man das Problem in seiner schärfsten Form ein modernes nennen.
	        

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Die Frau Und Die Arbeit. Eugen Diederichs, 1914.
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