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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

102 
Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise. 
Ich unterschätze nun keineswegs die inneren Kämpfe, die 
die Kenner des Geldwesens durchgemacht haben müssen, bis sie 
zu dem Entschluß gekommen sind, eine derartige Maßnahme in 
Vorschlag zu bringen. Ihnen gegenüber ist es nicht nötig, das 
Unheil zu schildern, das sich aus der Durchführung einer solchen 
Maßnahme für unsere ohnehin schon schwer kämpfende Volks 
wirtschaft und ihre Bevölkerung ergeben würde. Der österreichische 
Staatsbankerott von 1811 würde gegen den deutschen Staats 
bankerott von 1919 ein Kinderspielsein: Damals noch überwiegend 
Naturalwirtschaft, heute eine Geld- und Kreditwirtscbaft, die in 
ihrer Ausbildung und in ihren Ausstrahlungen nach allen Schichten 
der Bevölkerung kaum noch zu übertreffen ist. Und wie schrecklich 
waren schon 1811 die Folgen! Gewiß bedeutet diese Art von 
Staatsbankerott eine kräftige Operation; man darf jedoch nicht 
übersehen, daß diese Operation nur sehr langsam und unter den 
größten Schmerzen an einer Bevölkerung verlaufen würde, die 
schon fünf Kriegsjahre voll der schrecklichsten körperlichen und 
seelischen Nöte hinter sich hat. 
Aber auch aus sachlichen Gründen muß mit aller Entschieden 
heit gegen die Herbeiführung einer solchen Geldentwertung, gegen 
diese Kur ä la Doktor Eisenbart Widerspruch erhoben werden. 
Wenn auch die Zukunft dunkel und voll böser Erwartungen vor 
uns liegt, so besteht doch die Hoffnung, daß sich das deutsche Volk 
in absehbarer Zeit aus diesem Unglück erheben und erholen wird. 
Dafür bürgen seine glänzenden Gaben und Fähigkeiten, die vor 
handen waren und noch sind und vorhanden bleiben, obwohl sie 
in dieser Unglückszeit zeitweise außer Kraft gesetzt erscheinen. 
Sie werden wieder hervortreten, wenn einigermaßen die Ordnung 
zurückgekehrt ist, und sie werden dann auch die deutsche Volkswirt 
schaft wieder emporführen. So sollte grundsätzlich keine andere 
Überlegung Platz greifen dürfen, als die: keine Anstrengung ist 
zu unterlassen, um auf dem Wege über die Steuerpolitik zu einer 
Ordnung der Finanzen, zu einer Einschränkung der Kaufkraft 
der Einzelwirtschaften, der Inflation, zu einer Steigerung der Er 
zeugung und zu einer Vermehrung der Sachgüter und damit zu 
einem Preisabbau zu kommen. Die Wege hierzu sind oben ange 
deutet worden (vgl. S. 93). 
Ob es freilich einer noch so tatkräftigen Produktions- und 
Finanzpolitik gelingen wird, dieses Ziel überhaupt oder in gerader
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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