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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

122 
Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise. 
Besserung der außenfinanziellen Lage wäre von der Erlangung 
umfangreicher langfristiger Anleihekredite zu erwarten. Deutsch 
land hat diese Anleihen nötig zur Einlösung der im Ausland be 
findlichen 15 Milharden Marknoten, eines vielleicht ebenso hohen 
Betrages kurzfristiger Auslandskredite, sowie zur Beschaffung der 
ersten Ausstattung der deutschen Volkswirtschaft mit Rohstoffen 
und Lebensmitteln, um die wirtschaftliche Arbeit wieder in Gang 
zu bringen, wofür mindestens weitere 15 Milliarden Mark erforder 
lich sind. Es handelt sich also insgesamt um sehr erhebliche Be 
träge, wenn auf diesem Wege etwas erreicht werden soll. Die An 
leihen müßten mit langfristigen Rückzahlungsverpflichtungen aus 
gestattet sein, um Deutschland die Möglichkeit zu geben, in dem 
Zeitpunkt zur Tilgung zu schreiten, wenn die Volkswirtschaft 
wieder mit Überschüssen arbeitet. An diesen Überlegungen geht 
der Friedensvertrag vorbei. Um so mehr lohnt es sich, die Ansicht 
eines gewiß Unverdächtigen, des ehemaligen Ratgebers des 
britischen Schatzamtes, Sir George Paish, — kennenzulernen. 
Im Londoner Star vom 8. Juli 1919 führt letzterer aus: 
Jeder, der das Material über Deutschlands Produktionsfähigkeit und seine 
Fähigkeit, Waren nach ausländischen Märkten auszuführen, prüft, muß zu dem 
Schluß kommen, daß Deutschland nur einen kleinen Bruchteil der Summe bezahlen 
kann, die man von ihm fordert. Die Erfahrung dürfte zeigen, daß Deutschlands 
Fähigkeit, für die Waren und Rohstoffe zu bezahlen, die es notwendig braucht, 
derartig geschwächt worden ist, daß es nicht imstande sein wird, selbst die wichtig 
sten Nahrungsmittel und Rohstoffe, die es zum Leben braucht, zu bezahlen, und 
daß man Deutschland jahrelang durch Anleihen wird helfen müssen, um es vor 
Hungersnot zu bewahren. 
Ohne diese langfristigen Kredite, für deren Bewilligung allein 
noch Amerika in Frage käme, bleibt den Besitzern der umfang 
reichen Forderungen auf Deutschland fast nichts anderes mehr 
übrig, als die deutsche Volkswirtschaft nach und nach auszukaufen, 
Besitz von den deutschen Bergwerken, Fabriken, Eisenbahnen, 
Forsten zu nehmen — solange sie rentabel sind oder durch die Roh 
stoffbelieferungen wieder rentabel werden. Man wird den Einfluß, 
den die ausländischen Gläubiger auf die Preispolitik und damit 
auf das deutsche Wirtschaftsleben gewinnen können, vom Stand 
punkt der Selbständigkeit der deutschen Volkswirtschaft bedauern 
müssen; unter den obwaltenden Verhältnissen: Zwangslie^erungen 
an die Entente, Mangel an Rohstoffen, Arbeitslosigkeit, Fehlen aus 
ländischer Zahlungsmittel, Ausbleiben langfristiger Anleihekredite.
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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