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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

62 
Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise. 
sind. Ihre nominell gleichgebliebenen Einkommen können nur 
noch geringere Gütermengen kaufen. Das Geldvermögen ist ent 
sprechend entwertet. Am ärgsten sind die kleinen Rentner 
daran, die aus Alters- oder Erwerbsgründen auf ihre geringe Zins 
rente angewiesen sind, um daraus den Lebensunterhalt zu be 
streiten, und diejenigen Personen, die aus Alters- oder Unfall 
versicherungen oder Pensionen nur schwer erhöhbare Renten be 
ziehen. Die allgemeine Teuerung, verbunden mit der auf die Einzel 
wirtschaften ungleichmäßig verteilten Kaufkraft, hat eine völlige 
Umschichtung in dem Vermögen der einzelnen Bevölkerungs 
klassen, ihren sozialen Abstufungen wie in ihrem kulturpolitischen 
Wirken herbeigeführt. Noch sind wir nicht in der Lage, die Fol 
gerungen aus dieser einschneidenden Umgestaltung in ihrer ganzen 
Tiefe und Tragweite zu überblicken. 
2. Eine überflüssige Betrachtung: Wären alle Preise und alle 
Einkommen in gleicher Weise — sagen wir um das Doppelte — ge 
stiegen, dann wäre eine Änderung in den Beziehungen der Einzel 
wirtschaften zu den Preisen nicht eingetreten. Die Einzelwirt 
schaften hätten nur mit der doppelten Geldmenge zu rechnen ge 
habt, als sie es bis dahin gewohnt waren. Eine solche einfache Ver 
doppelung der Geldrechnung hat nicht nur die Verfassung der 
modernen Volkswirtschaft mit ihrer verschiedenen Beteiligung der 
Einzelwirtschaften an dem Produktions- und Verteilungsvorgang 
verhindert, sondern auch vor allem der Mangel an Gütern, wie er 
anfänglich bei dieser Ware leicht, bei jener empfindlich, dann bei 
einem größeren Kreis von Waren und endlich fast allgemein auf 
getreten ist. Dieser Mangel an Gütern ließ einfach die bis dahin 
übliche Mengenverteilung auf die Einzelwirtschaften nicht mehr zu. 
Nur eine gleichmäßige Verkürzung der zu beziehenden Mengen 
hätte einer Preissteigerung Vorbeugen können, wenn sie organi 
satorisch durchführbar gewesen wäre. Die Kriegswirtschaft hat 
den Beweis geliefert, daß eine solche obrigkeitliche Verteilung der 
Güter, insbesondere wenn sie nur knapp auf das Existenzminimum 
eingestellt ist, nicht durchführbar ist. Allerdings haben die un 
gleichmäßig verteilten hohen Kriegseinkommen die Durchbrechung 
der obrigkeitlichen Verteilung durch den Schleichhandel begün 
stigt. Und doch ist diese Betrachtung nicht ganz überflüssig: 
gar mancher übersieht, daß die deutsche Volkswirtschaft im 
ganzen an Gütern ärmer geworden ist. Auf die einzelne Wirt-
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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