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Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

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Bibliographic data

fullscreen: Die Hansestädte und die Kontinentalsperre

Monograph

Identifikator:
1029904286
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-63374
Document type:
Monograph
Author:
Vogel, Walther http://d-nb.info/gnd/11746435X
Title:
Die Hansestädte und die Kontinentalsperre
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (64 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
III. Die Annektion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Hansestädte und die Kontinentalsperre
  • Title page
  • I. Die Hansestädte und das revolutionäre Frankreich
  • II. Die Kontinentalsperre
  • III. Die Annektion
  • IV. Die Befreiung

Full text

51 
Bei unbefangener Betrachtung der französischen Herrschaft in 
den hanseatischen Departements kommt man in der Tat aus dem 
Erstaunen über die Kurzsichtigkeit der Machthaber, dieses voll 
kommene Verkennen der einfachsten Gebote der Regierungsklugheit 
nicht heraus. Die souveräne Nichtachtung der Sitten und Lebens 
gewohnheiten anderer Nationen, die gewaltsame Völkerbeglückung, 
war allerdings eine Erbschaft, die die französischen Beamten von 
der Revolution übernahmen, aber die rücksichtslose materielle 
Schädigung der fremden Untertanen, um — koste es, was es 
wolle — das letzte, höchste Ziel, die Niederringung Englands und 
Rußlands zu erreichen, trug nur allzudeutlich den Stempel des 
Geistes ihres Herrn und Gebieters. Napoleon war wie ein Bau 
meister, der, um die Kuppel des Gebäudes zu vollenden, die Steine 
aus den Grundmauern herausnimmt. Die hohlen Prahlereien 
der Präfekten über die geplante Austrocknung der Moore, die 
Kultivierung der Heiden, die Anlegung eines Straßennetzes ver 
mögen nicht, darüber hinwegzutäuschen, daß die französische Herr 
schaft im ganzen nur die Ausbeutung der annektierten Gebiete 
zu fremden, ihrer eigenen Wohlfahrt durchaus nicht dienlichen 
Zwecken im Auge hatte. Was die Beamten mit der einen Hand 
zu geben — versprachen, das nahmen sie mit der anderen Hand 
doppelt und dreifach. Der angekündigte Bau der Straße Wesel- 
Hamburg (übrigens vorwiegend zu militärischen Zwecken) wurde 
zwar zum Teil ausgeführt, aber nur dadurch ermöglicht, daß man 
die Arbeiter einfach nicht bezahlte. Unter dem eisernen Druck 
des zur Spitze getriebenen Kontinentalsystems, der Steuern, be 
sonders der indirekten (Droits reuni«), der Militärlasten machte 
die Verarmung der Bevölkerung reißende Fortschritte. In Mecklen- 
durg wurde 1811 die Getreideausfuhr kurzerhand verboten, und 
diese Unterbindung ihres wichtigsten Nahrungszweiges trieb nicht 
nur die Bauern zur Verzweiflung, sondern ließ auch die Staats 
einnahmen rapide zurückgehen. In Lübeck nahm die Bevölkerung 
durch Auswanderung ab, so daß schließlich gegen 200 Häuser leer 
standen. Eine Menge Grundstücke wurde mit großen Verlusten 
veräußert, etwa 300 kamen zur Subhastation, fanden aber wenig 
Käufer, und infolgedessen sank natürlich der Häuserwert. Auch 
die Zahl der Eheschließungen ging zurück. Ein großer Teil der 
i>u Elend verkommenden Bevölkerung suchte seinen Lebensunter- 
4*
	        

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Die Hansestädte Und Die Kontinentalsperre. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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