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Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1030856788
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-60520
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Title:
Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Halberstadt
Publisher:
H. Meyer's Buchdruckerei, Abteilung Verlag
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (91 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Kapitel VI. Lohn und Gewinn
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • Kapitel I. Bedürfnisse und Arbeit
  • Kapitel II. Tausch und Wert
  • Kapitel III. Das Geld
  • Kapitel IV. Eigentum und Erblichkeit
  • Kapitel V. Pacht und Leihen auf Zins
  • Kapitel VI. Lohn und Gewinn
  • Kapitel VII. Wettbewerb und Zusammenarbeit

Full text

73 
Lohn und Gewinn. 
eigentum ersetzt wurde, mit dem Tage mußte der Eigentümer 
jemanden suchen, der für ihn arbeiten wollte; und er hat ihn 
nicht leicht gefunden; denn in den Anfängen einer Gesellschaft, 
da, wo es verfügbares Land für jeden, der es haben will, gibt, 
da, wo die Kapitalien noch wenig Wert besitzen, und wo jeder 
beliebige Arbeiter sich sein Netz, seinen Bogen oder gar den 
Holzpflug selbst machen kann, der ihm die Produktion aus 
eigene Rechnung ermöglicht — in einer solchen Gesellschaft hat 
niemand Lust, sich in den Dienst eines andern zu begeben. 
Übrigens braucht man gar nicht zu den Anfängen der 
menschlichen Gesellschaft zurückzugehn: wenn man sich in neu 
erschlossene Länder versetzt, in Kolonien, auch da ist die Frage 
der Beschaffung der Arbeitshände sehr drückend für die Kolo 
nisten, zum Beispiel augenblicklich in Tunis. Was haben in 
dieser Lage die primitiven Eigentümer getan, um sich die 
Arbeit anderer zu verschaffen? Sie haben die Sklaverei er 
funden. Sie haben sich durch Eroberung die zur Bebauung 
ihres Landes erforderlichen Arme beschafft. Es ist das ein 
bedeutsames Ereignis in der Geschichte der Menschheit. Und 
es hat sich aus denselben Ursachen in den Kolonien wiederholt. 
Als in Amerika die Eigentümer in den Bereinigten Staaten 
ihre Ländereien anbauen wollten, suchten sie sich Sklaven in 
Afrika; das war die zweite Phase der Sklaverei, die schwarze 
Sklaverei. Und sogar nach Abschaffung der Sklaverei in den 
Kolonieen ist diese in manchen Kolonieen durch Einstellung der 
Kulis ersetzt worden, und das ist die gelbe Sklaverei. Aber 
wir wollen dieses Wiederaufleben der Sklaverei im Kolonial 
system beiseite lassen und zu dem Augenblick zurückkehren, in 
dem sich die antike Sklaverei zugleich mit dem römischen Welt 
reich auflöste. Wird der Arbeiter dann frei werden? Noch 
nicht auf dem Lande, wo er noch unter dem Joche der Leib 
eigenschaft bleiben wird, die nur eine gemilderte Sklaverei 
darstellt. Aber in den Städten wird er eine verhältnismäßig 
glückliche, aber kurze Zeitspanne durchleben, ein lichtvolles 
Zwischenspiel sozusagen in der Geschichte der Arbeit, obgleich 
man immer von der Finsternis des Mittelalters spricht — es 
ist die Zeit des „Handwerkers", der sein Handwerkszeug 
selbst besitzt und nicht nötig hat, Lohnarbeiter in seinen Dienst 
zu nehmen oder es gar selbst zu werden. 
Aber diese Periode hat nicht lange gedauert — etwa fünf 
bis sechs Jahrhunderte — weil einerseits die befreiten oder 
in die Städte geflohenen Leibeigenen ein neues Proletariat 
bildeten, und weil anderseits die zur Produktion erforderlichen
	        

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Anfangsgründe Der Volkswirtschaftslehre. H. Meyer’s Buchdruckerei, Abteilung Verlag, 1925.
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