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Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Bibliographic data

fullscreen: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Monograph

Identifikator:
1031019537
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-60551
Document type:
Monograph
Author:
Kertész, Adolf http://d-nb.info/gnd/1013269713
Title:
Die Textilindustrie sämtlicher Staaten
Edition:
Zweite Auflage der "Textilindustrie Deutschlands im Welthandel"
Place of publication:
Braunschweig
Publisher:
Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XXVI, 741 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
A. Die Textilindustrie der europäischen Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Kapital
  • Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Ware und Geld
  • Zweiter Abschnitt. Die Verwandlung von Geld in Kapital
  • Dritter Abschnitt. Die Produktion des absoluten Mehrwertes
  • Vierter Abschnitt. Die Produktion des relativen Mehrwertes
  • Fünfter Abschnitt. Die Produktion des absoluten und relativen Mehrwertes
  • Sechster Abschnitt. Der Arbeitslohn
  • Siebter Abschnitt. Der Akkumulationsprozeß des Kapitals
  • Index

Full text

178 
Dritter Abschnit 
Mehrarbeit schlagt, letztere von 5%, Stunden auf 71, Stunden. wad 
sen wird, die Rate des Mehrwertes daher von 100 pZt. auf 126?/,, p 
Dagegen seid Ihr gar zu tolle Sanguiniker, wenn Ihr hofft, sie wer& 
durch den Zusatz von 1'/, Stunden von 100 auf 200 pZt. und gu 
mehr als 200 pZt. steigen, das heißt sich „mehr als verdoppeln 
Anderseits — des Menschen Herz ist ein wunderlich Ding, namen! 
lich wenn der Mensch sein Herz im Beutel trägt — seid Ihr g* 
zu verrückte Pessimisten, wenn Ihr fürchtet, mit der Reduktion de 
Arbeitstages von 11*/, auf 10'/, Stunden werde Euer ganzer Reit 
gewinn in die Brüche gehen. Beileibe nicht. Alle andern Umständ‘ 
als gleichbleibend vorausgesetzt, wird die Mehrarbeit von 5%, a 
4*/, Stunden fallen, was immer noch eine ganz erkleckliche Rate d* 
Mehrwertes gibt, nämlich 82!4/,, pZt. Die verhängnisvolle „Letzt 
Stunde“ aber, von der Ihr mehr gefabelt habt als die Chiliasten vo 
Weltuntergang, ist leeres Geschwätz. Ihr Verlust wird weder Eud 
den „Reingewinn‘“ noch den von Euch verarbeiteten Kindern b# 
derlei Geschlechts die „Seelenreinheit“ kosten.?2 
2 Wenn Senior bewies, daß an „der letzten Arbeitsstunde“ der Reif‘ 
gewinn der Fabrikanten, die Existenz der englischen Baumwollindust!“ 
Englands Weltmarktgröße hängen, bewies dahinwiederum Dr. Andrew U” 
obendrein, daß Fabrikkinder und junge Personen unter 18 Jahren, welch 
man nicht volle 12 Stunden in die warme und reine Moralluft der Fabil” 
stube bannt, sondern „eine Stunde“ früher in die gemütskalte und frivol 
Außenwelt verstößt, von Müßiggang und Laster um ihr Seelenheil gepre 
werden. Seit 1848 werden die Fabrikinspektoren nicht müde, in ihren halt’ 
jährlichen „Reports“ [Berichten] die Fabrikanten mit „der letzten“, der „vr 
hängnisvollen Stunde“ zu necken. So sagt Herr Howell in seinem Fabill 
bericht vom 31. Mai 1855: „Wäre die folgende scharfsinnige Berechnung (0 
zitiert Senior) richtig, so hätte jede Baumwollfabrik im Vereinigten Königreit 
3eit 1850 mit Verlust gearbeitet.“ („Reports of the Inspection of Faetories 1 
Ihe half year ending 30th April 1855“, p. 19, 20.) Als im Jahre 1848 I 
Zehnstundengesetz durchs Parlament ging, zwangen die Fabrikanten einig’ 
Arbeiter in den ländlichen, zwischen den Grafschaften Dorset und Some!“ 
zerstreut liegenden Flachsspinnereien zu einer Gegenpetition, worin es unt® 
anderm heißt: „Eure Bittsteller, Eltern, glauben, daß eine zusätzliche Muß 
stunde weiter keinen Erfolg haben kann, als die Demoralisation ie 
Kinder, denn Müßiggang ist allen Lasters Anfang.“ Hierzu bemerkt 9% 
Fabrikbericht vom 381. Oktober 1848: „Die Atmosphäre der Flach‘ 
spinnereien, worin die Kinder dieser tugendhaft-zärtlichen Eltern arbeit®® 
ist geschwängert mit so unzähligen Staub- und Faserpartikelchen des R° g 
materials, daß es außerordentlich unangenehm ist, auch nur 10 Minul® 
in den Spinnstuben zuzubringen, denn ihr könnt das nicht ohne die po 
Kchste Empfindung, indem Auge, Ohr, Nasenlöcher und Mund sich so 
füllen mit Flachsstaubwolken, vor denen kein Entrinnen ist. Die Arbel 
selbst erheischt, wegen der Fieberhast der Maschinerie, rastlosen AufWil, 
von Geschick und Bewegung, unter der Kontrolle nie ermüdender Aufme 4 
samkeit, und es scheint etwas hart, Eltern den Ausdruck „Faulenzerei” A 
die eigenen Kinder anwenden zu lassen, die, nach Abzug der Essens? 
10 volle Stunden an solche Beschäftigung, in einer solchen Atmosphär® 5 
schmiedet sind. ... Diese Kinder arbeiten länger als die Ackerknecht® 
A- 
16 
a:
	        

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Der Produktionsprozeß Des Kapitals. J. H. W. Dietz Nachf., G. m. b. H., 1928.
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