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Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Bibliographic data

fullscreen: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Monograph

Identifikator:
1031019537
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-60551
Document type:
Monograph
Author:
Kertész, Adolf http://d-nb.info/gnd/1013269713
Title:
Die Textilindustrie sämtlicher Staaten
Edition:
Zweite Auflage der "Textilindustrie Deutschlands im Welthandel"
Place of publication:
Braunschweig
Publisher:
Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XXVI, 741 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Textilindustrie Asiens und Australiens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Textilindustrie sämtlicher Staaten
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Textilindustrie der europäischen Staaten
  • B. Die Textilindustrie Amerikas
  • C. Die Textilindustrie Asiens und Australiens
  • D. Die Textilindustrie Afrikas

Full text

Produktion und Einfuhr. 
623 
geschätzt. Vornehmlich werden Tuche für das Heer und die Polizei, sowie 
Decken und Schale hergestellt. In der Regel wird die einheimische Wolle mit 
australischer Wolle gemischt verarbeitet. Die Fabriken decken ihren Bedarf an 
Garnen zum größten Teil aus ihren eigenen Spinnereien. Nur sehr vereinzelt 
werden Webgarne aus Europa bezogen. Dagegen wird die Herstellung von 
Wollgeweben, Tüchern, Schalen usw. als Hausarbeit sehr stark betrieben, ebenso 
auch die Teppichknüpferei. 
Über die Hausindustrie berichtet das deutsche Konsulat in Bombay wie 
folgt r): 
Die Wollwaren, die in Indien hauptsächlich von den Eingeborenen gekauft 
werden, sind billige Schlafdecken, grobe Schale, womit die Eingeborenen im 
Norden während des Winters Kopf und Schulter umhüllen, Leibbinden (Kumer- 
bands), Beinbinden (pattis) und gestrickte Mützen, wie sie namentlich von den 
Gärtnern getragen werden. Die Europäer brauchen Stoffe für leichte wollene 
Anzüge, Reisedecken, Strümpfe, Wirkwaren u. dgl. Der Bedarf für die Europäer 
wird größtenteils eingeführt, der für die Inder zum Teil im Lande hergestellt, 
zum Teil ebenfalls importiert. Schließlich seien noch die indischen Teppiche 
erwähnt, die nicht nur die Inder, sondern auch die Europäer in Indien kaufen, 
und von denen eine nicht unbeträchtliche Menge ausgeführt wird. 
Die indische Produktion von Wollwaren ist teils Handarbeit, teils Fabrik 
erzeugnis. Von den ersteren waren früher am berühmtesten die Kaschmirschale, 
die in Europa sehr geschätzt wurden und deren Ausfuhr Indien viel Geld ein 
brachte. Jetzt ist dieses Gewerbe fast ganz verschwunden. 
Gegenwärtig sind geknüpfte T ep piche das wichtigste Produkt der indischen 
Handfertigkeit. Die Hauptsitze des Gewerbes liegen ebenfalls im Norden, und 
zwar in Amritsar, Agra, Lahore, Mirzapur usw. Zum Teil handelt es sich dabei 
noch um Hausindustrie, größtenteils aber ist die Herstellung schon in „Teppich 
fabriken“ konzentriert, wo eine ganze Anzahl von Arbeitern auf Rechnung 
eines Unternehmers beschäftigt ist. Es werden gewöhnlich mehrere Teppiche 
derselben Art zu gleicher Zeit geknüpft, und die verschiedenen Farben werden 
von einem Mann, der das Muster vor' sich hat, ausgesucht. Nach demselben 
Verfahren werden auch in einigen indischen Gefängnissen Teppiche hergestellt, 
z. B. in Yerowda bei Bombay, in Lahore, Karachi, Jaipur, Agra usw. Einen 
besonderen indischen Stil haben die Teppiche gewöhnlich nicht, es werden viel 
mehr die üblichen persischen Muster benutzt, namentlich die durch das bekannte 
Wiener Teppichwerk verbreiteten. Die meisten Teppiche werden, wie schon 
erwähnt, in Indien selbst verkauft, ein Teil wird aber auch ausgeführt. Im 
Jahre 1911 betrug die Ausfuhr über 3 Mill. Mark und ging größtenteils nach 
England. 
Außer Teppichen erzeugt das indische Handwerk Schale, Decken, Mützen 
und dergleichen, doch liegen über den Umfang dieser Produktion keine Zahlen vor. 
x ) Nachrichten f. Handel, u. Industrie 1913, Nr. 133.
	        

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Die Textilindustrie Sämtlicher Staaten. Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn, 1917.
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