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Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Bibliographic data

fullscreen: Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

Monograph

Identifikator:
1031019537
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-60551
Document type:
Monograph
Author:
Kertész, Adolf http://d-nb.info/gnd/1013269713
Title:
Die Textilindustrie sämtlicher Staaten
Edition:
Zweite Auflage der "Textilindustrie Deutschlands im Welthandel"
Place of publication:
Braunschweig
Publisher:
Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XXVI, 741 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
C. Die Textilindustrie Asiens und Australiens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Textilindustrie sämtlicher Staaten
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Textilindustrie der europäischen Staaten
  • B. Die Textilindustrie Amerikas
  • C. Die Textilindustrie Asiens und Australiens
  • D. Die Textilindustrie Afrikas

Full text

642 
Persien. 
Im Gegensatz zum türkischen Teppich wird der persische zumeist auf einer 
Baumwollkette (statt Wollkette) geknüpft. Nur in einigen Gegenden, so in Kur 
distan und Schiras (Fars), wird überwiegend auf Wollketten geknüpft. Man 
kann die allgemeine Regel aufstellen, daß die von seßhaften Knüpfern gefertigten 
Teppiche durchschnittlich auf Baumwollketten, die von den Nomaden überwiegend 
auf Wollketten gearbeitet sind. Während die Nomaden ihre Teppiche meistens 
auf dem Boden knüpfen und sich nur vereinzelt des aufrechtstehenden Rahmens 
bedienen, wird von dem seßhaften Gewerbe fast ausschließlich der Rahmen be 
nutzt. Ein sehr großer Teil der Perserteppiche wird von den Nomaden hergestellt, 
denen die einheimischen zahlreichen Herden das Material dazu liefern. Wo die 
Nomaden sich längere Zeit aufhalten, schlagen sie auf dem Boden ihres Zeltes 
die Pflöcke zum Teppichrahmen auf und beginnen ihre Arbeit. Haben sie diese 
nicht fertiggestellt bis zum Weiterwandern, so wird der Rahmen zusammen 
gerollt und im nächsten Zeltlager wieder von neuem aufgespannt. Dies ist mit 
ein Grund, weshalb ein großer Teil der persischen Teppiche häufig unregelmäßig 
in der Breite und nicht ganz plan ist. 
Bei dem seßhaften Teppichgewerbe muß man wiederum zwei Kate 
gorien unterscheiden, und zwar das Hausgewerbe (Heimarbeit) und den Werk 
stättenbetrieb. Die Heimarbeit wird im ganzen Lande fast ausschließlich von 
Frauen ausgeübt, ebenso wie bei den Nomaden nur Frauen knüpfen. In der 
Werkstättenarbeit wird aber mit wenigen Ausnahmen die Arbeit von Knaben 
und Männern verrichtet, wie z. B. in ganz Chorassan, Kirman und Azerbeidjan; 
Sultan Abbas aber, der Sitz des ursprünglich schweizerischen, vor langen Jahren 
jedoch in englische Hände übergegangenen, weltberühmten Teppichunternehmens 
der Firma Ziegler & Co., macht eine Ausnahme. Dort werden auch, allerdings 
in getrennten in Privathäusern befindlichen Werkstätten, Frauen und Mädchen 
beschäftigt. 
Außer Teppichen werden in Persien auch viel Kelims hergestellt, die im 
Orient als Gebetdecke oder als Fußbodenbelag benutzt werden. 
Der Haupthandelsplatz für persische Teppiche ist Täbris, das auch für 
Konstantinopel die Hauptquelle ist. In den letzten Jahren wird der Markt in 
Konstantinopel umgangen, indem die Einkäufer den direkten Markt in Persien 
aufsuchen. 
Seidenindustrie. Die Seidenarbeiten waren früher in Persien sehr verbreitet 
und auch jetzt noch besteht eine ziemliche Kleinindustrie in diesen Artikeln. 
Die Haupterzeugnisse sind nach einem Bericht der österr.-ungar. Gesandtschaft 
in Teheran 1 ): Seidenteppiche, Samtstoffe, „Darais“, das sind Vorhänge 
speziell persischer Art, Schale, die in verschiedenen, auch sehr wertvollen Arten 
hergestellt werden, ferner Tafte, Taschentücher, Schärpen, Foulards und 
weitere Gebrauchsstoffe. 
x ) Das „Handelsmuseum“ Wien 1914.
	        

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Die Textilindustrie Sämtlicher Staaten. Druck und Verlag von Fried. Vieweg & Sohn, 1917.
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