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Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

Monograph

Identifikator:
1033562599
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54741
Document type:
Monograph
Author:
Kampffmeyer, Paul http://d-nb.info/gnd/116038365
Title:
Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchhandlung Vorwärts
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (122 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
  • Title page
  • 1. Kapitel. Die Ehe und die Prostitution
  • 2. Kapitel. Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung der Stadt
  • 3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
  • 4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
  • 5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
  • 6. Kapitel. Die wohnungsgesetzliche Bekämpfung der Mißstände der Prostituiertenwohnungen
  • 7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
  • 8. Kapitel. Fürsorge-Einrichtungen für Minderjährige als Schutzwehren gegen die Prostitution derselben
  • 9. Kapitel. Staatliche und kommunale Zufluchts- und Erziehungsstätten für erwachsene Prostituierte
  • 10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
  • 11. Kapitel. Die Prostitution als Klassenerscheinung und ihre Ueberwindung
  • Contents

Full text

— 119 — 
in meinem Pensionate viele Herren sind, mutz ich die meisten 
Mädchen wegen Unsittlichkeit entlassen/' Zweimal verlietz ein 
Dienstmädchen seine Stelle, weil sie von ihren Dienstgebern keine 
Ruhe bekam/' Ein anderes Dienstmädchen teilte dem Herrn 
Dr. Stillich mit: „Und von dem Herrn des Hauses bin ich auch in 
zwei Stellungen ganz gemein belästigt tvorden; der eine war Schul 
direktor, der andere Fabrikbesitzer. .'. ." Ein Dienstmädchen wurde 
mit Redensarten ständig bearbeitet, „die sich für ein ordentlicbes 
Mädchen nicht geziemen." Mit der folgenden beredten Klage eines 
Dienstmädchens schließen wir die persönlichen Mitteilungen der 
Dienstmädchen an Herrn Dr. Stillich: „Der Hausherr wollte mich 
in Abwesenheit seiner Frau gewaltsam gebrauchen." — „Wegen 
schlechten Essens, schlechter Schlafstellen, grober Beleidigungen, 
darum gehen die Mädchen auf den Strich." — „Die Herrschaften 
achten uns nicht genug, sie geben uns grobe Wörter, wie Luder, 
liederliches Frauenzimmer usw. Trotzdem wollen die Herrschaften 
immer anständige Mädchen haben, aber daß der Herr und die 
Herren Söhne mit Geld und anderen Versprechungen die Mädchen 
selbst zu Schlechtigkeiten verleiten, das sagen sie nicht." 
In dem sozial rückständigen Dienstbotenverhältnis rennen mit 
voller Wucht gegeneinander die Angehörigen zweier Klassen — und 
da die eine Klasse noch nicht zum Bewußtsein ihrer Lage und zur 
Organisation des Kampfes um die Verbesserung ihrer gedrückten 
Position vorgeschritten ist, so wird sie erbarmungslos über den 
Haufen gerannt. Sie wankt und — gleitet auf die Straße. Die 
großstädtische Arbeiterin ist sich über ihre soziale Stellung im 
klaren, sie lebt in dem gehobenen Bewußtsein, daß sie als arbeitender, 
schaffender Teil der Gesellschaft des Adels teilhaftig ist, den die 
Arbeit verleiht. Sie wehrt sich gegen jede Herabsetzung ihrer weib 
lichen Ehre, weil sie sich bereits als Mensch, als mit den Angehörigen 
aller Klassen gleichberechtigter Mensch fühlt. Haussklapensinn drückt 
dagegen das Dienstmädchen noch zu Boden. Ihre Ehre hat noch in 
ihren Augen vielfach einen Preis — und von dieser Vorstellung bis 
zum tatsächlichen Preisgeben der Ehre ist oft der Weg nicht weit. 
Die Organisation des Kampfes der weiblichen Dienstboten für 
die Besserstellung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Stellung ist 
bisher über einige schwächliche Versuche noch nicht hinausgekommen. 
Die Organisation der Dienstniädchen zu einer Hausarbeiterinnen- 
Gewerkschaft würde vielleicht die Loslösung der Mädchen von den 
bürgerlichen Haushaltungen beschleunigen. Gerade der engste Kon 
takt der verschiedenen sozialen Klassen unter einem Dache ist ja so 
verhängnisvoll für die Entivickelung der Prostitution der dienenden 
Klasse. 
Die Statistik Deutschlands zeigt erfreulicherweise eine stetige 
Abnahmetendenz in der Gruppe „häusliche und persönliche Dienst 
leistung". In Deutschland waren 1882 2,93 Proz., 1895 2,59 Proz. 
der Bevölkerung Dienstboten,
	        

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Die Prostitution Als Soziale Klassenerscheinung Und Ihre Sozialpolitische Bekämpfung. Buchhandlung Vorwärts, 1905.
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