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Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

Monograph

Identifikator:
1033562599
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54741
Document type:
Monograph
Author:
Kampffmeyer, Paul http://d-nb.info/gnd/116038365
Title:
Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchhandlung Vorwärts
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (122 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
  • Title page
  • 1. Kapitel. Die Ehe und die Prostitution
  • 2. Kapitel. Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung der Stadt
  • 3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
  • 4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
  • 5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
  • 6. Kapitel. Die wohnungsgesetzliche Bekämpfung der Mißstände der Prostituiertenwohnungen
  • 7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
  • 8. Kapitel. Fürsorge-Einrichtungen für Minderjährige als Schutzwehren gegen die Prostitution derselben
  • 9. Kapitel. Staatliche und kommunale Zufluchts- und Erziehungsstätten für erwachsene Prostituierte
  • 10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
  • 11. Kapitel. Die Prostitution als Klassenerscheinung und ihre Ueberwindung
  • Contents

Full text

48 
wird von den Dirnen zurzeit nur von zwei Straßen gemacht) . . . 
Diese Vorschriften, namentlich aber die Beschränkung der Dirnen 
auf einige Straßen, haben sich vollständig bewährt. Die städtischen 
Straßen, die früher von den Dirnen in bedenklichster Weise unsicher 
gemacht wurden, sind sozusagen rein geworden. Damen können, ab 
gesehen von einzelnen, wohl überall vorkommenden Roheiten, gut 
bis 10 Uhr abends allein über die Straße gehen, die Reinhaltung 
der Häuser, namentlich in denen Kinder wohnen, von dem Gift 
der Prostitution, ist, soweit überhaupt möglich, gelungen, und es ist 
der Verbreitung von Geschlechtskrankheiten ein starker Abbruch 
getan." . . .. „Es wird ebensowenig gelingen, die Unzucht abzu 
schaffen, wie den Diebstahl, die Trunksucht usw., am wenigsten ge 
schieht es auf dem Wege, daß man zwar die der Unzucht verfallenen 
Frauenspersonen auf alle erdenkliche Weise verfolgt, gegen die sie 
verführenden oder doch zur jedesmaligen Ausübung der Unzucht 
veranlassenden Männer nicht vorzugehen wagt, deren Vergehen im 
Gegenteil ungerügt läßt oder womöglich gar als „noble Passion" 
in Schutz nimmt. Ist es nun unmöglich, der Unzucht vollkommen 
zu steuern, dann soll man wenigstens dafür sorgen, daß sie nicht 
überwuchert, und dies kann nur durch ihre Lokalisierung geschehen. 
Nicht den wirklichen Bordellen soll das Wort geredet werden, d. h. 
Wirtschaften, die mit staatlichem Privilegium und unter polizeilicher 
Aufsicht Kuppelei treiben und durch ihre bequeme und womöglich 
elegante Einrichtung der Unzucht Vorschub leisten. Wohl aber soll 
man die Dirnen, die sich nun doch einmal öffentlich bloß gestellt 
haben, in gewisse Stadtteile verweisen." 
Es darf nicht verschwiegen werden, daß mitunter gerade die 
Kasernierung der Prostitution die vollständigste Zerrüttung der 
gesellschaftlichen Ordnung in den Prostituiertenquartieren herbei 
führte. Die königl. Polizeivcrwaltung der Stadt Kassel hob die 
Kasernierung der Prostitution auf, weil diese die brutalsten Aus 
schreitungen in den Bordellstraßen provozierte. „Die Prostituierten," 
so schrieb der königl. Polizeidirektor von Kassel an die „Deutsche 
Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten", „wohnten 
bis Ende des vorigen Jahrhunderts in einem engen, abgelegenen 
alten Stadtteil, Haus an Haus, auf nur wenige Straßen verteilt. 
Die versteckte Lage dieses Stadtteiles, die alte und unvollkommene 
Bauart und Beleuchtung seiner Häuser und Straßen, die dadurch 
bedingte Unvollkommenheit der Beaufsichtigung begünstigten neben 
der Anhäufung so vieler Prostituierten auf kleinem Raum das ge 
fährliche Treiben der Zuhälter derart, daß sich nicht nur Lärm- und 
Prügelszenen, sondern auch Messerstechereien und schwere Schlä 
gereien in bedrohlicher Weise häuften, und kein Passant jenes Stadt 
teiles bei Nacht seines Lebens sicher war. Die Polizeibehörde sah 
sich daher veranlaßt,^ das Wohnen der Prostituierten in jenem Stadt 
teil zu verbieten. Zurzeit wohnen die seßhaften Prostituiertest im 
ganzen Stadtbezirk."
	        

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Die Prostitution Als Soziale Klassenerscheinung Und Ihre Sozialpolitische Bekämpfung. Buchhandlung Vorwärts, 1905.
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