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Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung

Monograph

Identifikator:
1033562599
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54741
Document type:
Monograph
Author:
Kampffmeyer, Paul http://d-nb.info/gnd/116038365
Title:
Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Buchhandlung Vorwärts
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (122 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung und ihre sozialpolitische Bekämpfung
  • Title page
  • 1. Kapitel. Die Ehe und die Prostitution
  • 2. Kapitel. Die Prostitution als soziale Klassenerscheinung der Stadt
  • 3. Kapitel. Der soziale Schuldbetrag der Prostitution
  • 4. Kapitel. Die staatliche Reglementierung der Prostitution
  • 5. Kapitel. Krankenkasseneinrichtungen zur unentgeltlichen Behandlung Venerischer
  • 6. Kapitel. Die wohnungsgesetzliche Bekämpfung der Mißstände der Prostituiertenwohnungen
  • 7. Kapitel. Die Zerrüttung der Familie und die Prostitution Jugendlicher
  • 8. Kapitel. Fürsorge-Einrichtungen für Minderjährige als Schutzwehren gegen die Prostitution derselben
  • 9. Kapitel. Staatliche und kommunale Zufluchts- und Erziehungsstätten für erwachsene Prostituierte
  • 10. Kapitel. Die Prostitution der dienenden Klasse und ihre Eindämmung
  • 11. Kapitel. Die Prostitution als Klassenerscheinung und ihre Ueberwindung
  • Contents

Full text

74 
halb ohne besondere Schwierigkeiten möglich, weil dort bereits sehr 
große Prozentsätze der unbemittelten Volksklassen gegen Krankheit 
versichert sind. Die Franksurter Allgemeine Ortskrankenkassc zahlte 
allein im Jahre 1902 für 472 erwerbsunfähige venerische Mitglieder 
gegen 25 768 Mark. Die Kosten für die ärztliche Behandlung und 
die.Medikamente der Erwerbsunfähigen, die daheim und nicht im 
Hospital behandelt wurden, sind in dieser Summe nicht einbegriffen, 
ebenso die riesigen Summen nicht für die geschlechtskranken 1679 
Männer und 205 Frauen, die von der Krankenkasse nur freie ärzt 
liche Behandlung und unentgeltliche Medikamente erhielten. In 
welchem Umfange schon heute die Krankenkassen die Kriegskosten im 
Kampfe gegen die Geschlechtskrankheiten tragen, dafür spricht sehr 
eindringlich die Tatsache, daß im Jahre 1899 8355 Männer und 
2137 Frauen, das heißt 55,04 Prozent aller in den preußischen all 
gemeinen Heilstätten verpflegten venerischen Männer und ferner 
14,83 Prozent der dort behandelten venerischen Frauen, auf 
Kosten der deutschen Krankenkassen behandelt wurden. Gewiß, der 
preußische Staat und die preußischen Gemeinden verpflegten im 
Jahre 1899 zirka 10 847 venerische Frauen, darunter 5253 
Prostituierte in den Heilanstalten; aber die Krankenkassen brauchten 
ihre Tätigkeit wirklich nicht mehr beträchtlich auszudehnen, um zu 
den von ihnen behandelten 8355 Männern und 2137 Frauen noch 
5253 Prostituierte zu reihen. Uebcrdies verpflegten ja die Kranken 
kassen nur kleine Prozentsätze ihrer venerischen Kranken in den 
Hospitälern. Zahlreiche Kranke wurden in ihrer eigenen Häus 
lichkeit von den Krankenkassen behandelt. Mehr als drei Viertel 
aller von den Kassen unterstützten venerischen Kranken erhalten nur 
freie ärztliche Behandlung und freie Medikamente. 
Es fügt sich dem engen Rahmen der heutigen Krankenversicherung 
noch bequeni die Zwangsversicherung ganzer Kategorien von Mädchen 
und Frauen an, die durch ihren Beruf und ihre soziale Stellung im 
hohen Grade den Geschlechtskrankheiten Vorschub leisten: die 
Choristinnen, Altistinnen, Tänzerinnen- Die Leistungen dieser 
„Künstlerinnen" sind meist rein gewerblichen Charakters, und diese 
Künstlerinnen sollten daher durchweg sür versicherungspflichtige 
gewerbliche Arbeiterinnen erklärt werden. Ohne wesentliche 
Aenderungen des Wesens und der Struktur der Krankenversicherung 
lassen sich ihr die Dienstboten eingliedern, die heute relativ häufig 
venerisch infiziert werden. Gab es doch unter den 14 405 in den 
preußischen allgemeinen Heilanstalten behandelten venerischen 
Frauen 2504 Dienstmädchen! 
Die deutsche Krankenversicherung breitet nun ihre schützenden 
Fittige nicht über alle Bevölkerungsklassen, die unter den schmerz 
haften Geißelhieben der Geschlechtskrankheiten zu leiden haben. 
Zahlreiche, nur vorübergehend beschäftigte, unständige Arbeiter, 
Studenten — und die sich ausschließlich der Prostitution ergebenden 
Mädchen und Frauen fallen völlig aus der Krankenversicherung her-
	        

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Le Pérou Économique. E. Guilmoto, éditeur, 1913.
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