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Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

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Bibliographic data

fullscreen: Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland

Monograph

Identifikator:
1042018391
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-81635
Document type:
Monograph
Title:
Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
V, 362 Seiten
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Öffentliche Versicherung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Von Dr. Heinz Potthoff - Düsseldorf
  • I. Geschäftliche Versicherung
  • II. Öffentliche Versicherung
  • Zusammenfassung. Von Dr. Heinz Potthoff - Düsseldorf

Full text

Heinz Potthoff, Wer trügt die Kosten der sozialen Versicherung? 287 
gehende Einzeluntersuchungen dazu nötig sind. Schon aus diesem Grunde 
mußte hier darauf verzichtet werden. Außerdem liegt es nahe, wenn an 
die umfassende Bearbeitung dieser wichtigen Frage herangegangen wird, 
sie nicht aus das hier behandelte Einzelthema der Verschiebungen in den 
Finanzverhältnissen zu beschränken, sondern sie nach zwei Seiten hin 
auszudehnen: auf die Frage der internationalen Wettbewerbsfähigkeit 
vom privatwirtschastlichen und vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus. 
Beides ist wesentlich verschieden, beides aber für die staatliche Wirtschafts- 
und Sozialpolitik von größter Bedeutung. Unsere Unternehmer und ihre 
Jnteressenvertreter Pflegen meist alle sozialen Aufwendungen nur auf der 
Passivseite zu buchen. Sie sehen in der sozialen Versicherung nur eine 
Belastung, eine Verteuerung der Produktion, eine Erschwerung des Wett 
bewerbs. Sie berücksichtigen nicht die Gegenseite, die Steigerung der 
Leistungen, die Entlastung der Armenpflege und der Fürsorgetätigkeit. 
Vom Standpunkte der Vergangenheit hatte diese Arbeitgeberansicht eine 
gewisse Berechtigung, denn die rasche Zunahme des deutschen Volkes, die 
Abwanderung vom Osten nach den Großstädten und Jndustrieplätzen, 
die Jugend unserer großindustriellen Entwicklung erlaubte es den Arbeit 
gebern, rücksichtslos die Arbeitskräfte aufzubrauchen, den abgearbeiteten 
durch eine frische Kraft zu ersetzen, also nur die Gunst der rechtlichen 
und tatsächlichen Zustände auszunutzen, die ungünstigen Folgen aber 
auf andere abzuschieben. Diese günstige Lage- würde sich auf die Dauer 
nicht behaupten lassen. Von allen politischen Erwägungen und Vor 
gängen abgesehen, schon deswegen nicht, weil der Zugang an frischen 
Arbeitskräften allmählich geringer wird und weil in der zweiten Gene 
ration sich die verderblichen Folgen eines Raubbaus an der menschlichen 
Arbeitskraft sicher zeigen müssen. Diesen rechtzeitig vorzubeugen, ist 
soziale Notwendigkeit. Der Zusammenhang zwischen sozialer Versicherung 
mit ihrer Gesundheitspflege und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des 
Volkes ist leider noch weniger erforscht als der Zusammenhang zwischen 
Arbeiterschutz und Arbeitsleistung. Aber es ist unzweifelhaft, daß weit 
gehende Aufwendungen im Sinne unserer sozialen Versicherungsgesetze sich 
volkswirtschaftlich bezahlt machen, und daß Graf Posadowsky mit seinem 
Rcichstagsworte von 1906 Recht hat, daß wir ohne unsere soziale Gesetz, 
gebung nicht eine so hochstehende Arbeiterschaft hätten und ohne diese 
die deutsche Industrie ihren Platz in der Welt weder erringen, noch be 
haupten könnte. 
Diese volkswirtschaftlichen Gesichtspunkte müssen auch bei einem 
vom deutschen Handelstage bei der Reichsregierung beantragten und von
	        

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Untersuchungen Über Das Versicherungswesen in Deutschland. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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