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Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Monograph

Identifikator:
1043468137
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69435
Document type:
Monograph
Title:
Grundfragen der englischen Volkswirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
155 Seiten
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Die Organisation des britischen Weltreichs. Von Professor Dr. M. J. Bonn
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundfragen der englischen Volkswirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I. Das englische Agrarwesen. Von Dr. Rudolf Leonhard
  • II. Die englische Industrie. Von Dr. Theodor Vogelstein
  • III. Das englische Kreditwesen. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • IV. Die Arbeiterfrage in England. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • V. Die Organisation des britischen Weltreichs. Von Professor Dr. M. J. Bonn
  • V. Der moderne Imperialismus. Von Professor Dr. M. J. Bonn

Full text

Die Organisation des britischen Weltreichs. 
115 
Diesem Vorgang steht keine völlig entsprechende Erhöhung der 
Reallöhne gegenüber. In einer Periode der Preissteigerung kann 
man eine Politik der künstlichen Preisverteuerung nicht gut befür 
worten. Überdies steht die Forderung, England solle Lebensmittel 
zölle einführen, in einem logischen Widerspruch zu den Grundsätzen 
der Handelspolitik der Tochtervölker. Diese befolgen eine Handels 
politik, die in erster Linie ihren Interessen nützt; man kann vom 
Mutterlande nicht verlangen, daß es im Gegensatz hierzu Opfer 
bringe. — Die kanadisch-amerikanischen Verhandlungen, betreffend 
den Abschluß eines Gegenseitigkeitsabkommens, haben gewisse Ge 
fahren gezeigt, die dieser Vorzugsbehandlung innewohnen. In 
diesem (nicht zustandegekommenen) Abkommen hatte Kanada den 
Vereinigten Staaten für zahlreiche Waren eine Behandlung zugesagt, 
die den Wert der britischen Vorzugsstellung sehr beeinträchtigt 
hätte. Das Mutterland wäre der kolonialen Begünstigung verlustig 
gegangen, auch wenn es dieselbe mit schweren Opfern erkauft 
hätte. Einseitige Zugeständnisse der Vereinigten Staaten, wie sie 
die Wilsonsche Tarifreform zu bringen sucht, werden zudem Kanada 
infolge der geographischen Nachbarschaft Vorteile bieten, denen 
gegenüber eine künstliche Begünstigung in England kaum ins Ge 
wicht fallen kann. 
Die Auffassung, ein System der Vorzugszölle müsse den Vorläufer 
eines politischen Reichsverbandes bilden, beruht überdies auf un 
richtigen Voraussetzungen. Solange die Tochtervölker und das 
Mutterland sich Begünstigungen einräumen, die sie eigenmächtig 
umändern können, so lange sind diese Begünstigungen nicht als 
Grundlage einer Reichsverfassung brauchbar. Sie stellen dann 
bestenfalls vertragsartige Meistbegünstigungsabmachungen dar, die 
in bestimmten Fristen erneuert, abgeändert oder aufgehoben 
werden. Es wäre wohl denkbar, daß die Beteiligten sich des Rechtes, 
solche Abmachungen zu kündigen, begeben, bzw. auf Abmachungen 
mit anderen Völkern verzichten. Das wäre aber nur möglich, wenn 
die Kolonien gewillt wären, einen Teil ihrer ängstlich behüteten 
Autonomie preiszugeben. Ein solcher Verzicht hätte nur Sinn, wenn 
den Beteiligten etwas geboten werden könnte, was sie dringend be 
nötigen und heute nicht besitzen. Wenn das Mutterland durch Ge 
währung von Vorzugszöllen etwa beträchtliche Zuschüsse der Kolo 
nien zu Zwecken der Reichsverteidigung erhalten könnte, oder wenn 
*8
	        

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Grundfragen Der Englischen Volkswirtschaft. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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