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Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Monograph

Identifikator:
1043468137
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-69435
Document type:
Monograph
Title:
Grundfragen der englischen Volkswirtschaft
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
155 Seiten
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Der moderne Imperialismus. Von Professor Dr. M. J. Bonn
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundfragen der englischen Volkswirtschaft
  • Title page
  • Contents
  • I. Das englische Agrarwesen. Von Dr. Rudolf Leonhard
  • II. Die englische Industrie. Von Dr. Theodor Vogelstein
  • III. Das englische Kreditwesen. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • IV. Die Arbeiterfrage in England. Von Professor Dr. Edgar Jaffé
  • V. Die Organisation des britischen Weltreichs. Von Professor Dr. M. J. Bonn
  • V. Der moderne Imperialismus. Von Professor Dr. M. J. Bonn

Full text

Der moderne Imperialismus. 
131 
als auch dadurch, daß es die wertvollsten Eigentümlichkeiten unserer 
Gesellschaftsordnung und unseres Nationalcharakters wiedergibt.» 
Das Ziel eines derartigen Imperialismus wäre daher die Begründung 
und die Forterhaltung eines dem Muttervolke wesensgleichen Volks 
tums in überseeischen Ländern. Die Frage, in welcher Weise der 
politische Zusammenhang zwischen diesem Mutterlande und den 
Tochtervölkern aufrecht erhalten werden soll, beschäftigt ihn einst 
weilen nicht. 
Die Verwirklichung eines derartigen Gedankens — die Schöpfung 
von Tochtervölkern — ist an vielen Orten der Welt, in Amerika, 
in Australien, zum Teil auch in Südafrika geglückt. Sieht man vom 
spanischen und vom portugiesischen Mittel- und Südamerika ab, wo 
der Einfluß einer starken Eingeborenenbevölkerung die Entstehung 
einer Mischrasse bedingt hat, so handelt es sich vornehmlich um 
Gebiete mit angelsächsischen Bevölkerungen. Zwar sind diese Ge 
meinwesen ursprünglich nicht ausschließlich von Angelsachsen be 
siedelt worden — Kanada zählt noch heute unter 7192 338 Ein 
wohnern 1 649 371 Franzosen; sie tragen aber im großen ganzen 
einen angelsächsichen Charakter. Sie sind allerdings, mit wenigen 
Ausnahmen, nicht in der systematisch vorausschauenden Weise ge 
schaffen worden, die der eben gezeichnete, imperialistische Gedanke 
zu verlangen scheint. Man hat ursprünglich vielmehr an die Nutzbar 
machung unbewohnter Ländereien gedacht, als an die Schaffung 
neuer, dem Mutterlande wesensgleicher Gemeinwesen. Man hätte 
sonst kaum die Erschließung Australiens durch ein großzügiges 
System der Strafkolonisation in die Wege geleitet und sogar den 
Plan gefaßt, seine Entwicklung durch staatlich unterstützte Ein 
wanderung von chinesischen Arbeitern und seine Bevölkerungs 
zunahme durch Einführung malaiischer Frauen zu beschleunigen. 
Trotz alledem sind solche Gemeinwesen entstanden. Sie sind, ent 
gegen den Erwartungen, die der Abfall der heutigen Vereinigten 
Staaten und des spanischen Südamerika überall hervorgerufen hat, 
dem Mutterlande nicht untreu geworden. Sie stehen in enger Ver 
bindung mit ihm und haben allem Anschein nach nicht die Absicht, 
diese Verbindung zu lösen. 
Die Ausgestaltung dieser Beziehungen, des Verhältnisses von 
Tochterkolonie zu Mutterland, ist die wichtigste Frage der engli 
schen Reichspolitik geworden. — Die alten nordamerikanischen 
9*
	        

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Grundfragen Der Englischen Volkswirtschaft. Verlag von Duncker & Humblot, 1913.
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