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Der Handelskrieg von England, Frankreich und Italien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn

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Bibliographic data

fullscreen: Der Handelskrieg von England, Frankreich und Italien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn

Monograph

Identifikator:
1047609576
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-77392
Document type:
Monograph
Author:
Curti, Arthur http://d-nb.info/gnd/1089578180
Title:
Der Handelskrieg von England, Frankreich und Italien gegen Deutschland und Österreich-Ungarn
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Carl Heymanns Verlag
Year of publication:
1917
Scope:
XII, 146 Seiten
Digitisation:
2019
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Teil. Frankreich
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. — Deutsche Volkswirte, Kaufleute und Industrielle
  • Zweiter Teil. — Handel
  • Dritter Teil. — Industrie
  • Vierter Teil. — Weltwirtschaft und Handelspolitik
  • Fünfter Teil. — Verkehrswesen
  • Sechster Teil. — Volkswirtschaftliche Zustände in den Vereinigten Staaten von Amerika
  • Autorenverzeichnis
  • Index

Full text

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98 
Zweiter Teil. Äandel. IV. Handelskrisen. 
unbeschreiblich Anheimliches". And merkivürdigerweise trat ein ganz unerwarteter Anlaß 
auf, von dem man am wenigsten gedacht hatte, daß er den Tag eröffnen sollte. Aus 
Pest wurde telegraphisch gemeldet, daß die Franko--Angarische Bank eine Einzahlung 
auf ihre Aktien ausschreiben werde, dieselbe Franko-Angarische Bank, die vor kaum 
14 Tagen Generalversammlung gehalten und die Auszahlung einer 12 Va °/oi9Ctt Super 
dividende für den 1. Juli beschlossen hatte! Eingeweihte hatten zwar schon lange 
diese Bank als eine halbbankerotte erklärt, ihre Direktion und Verwaltung als die 
schwindelhafteste bezeichnet unter den schwindelhaften, deren sich Transleithanien in 
hübscher Zahl zu erfreuen hatte, aber man meinte, daß der Kurs der Aktien wenigstens 
über den Couponverfall werde gehalten werden können, und so stagnierte er auch seit 
vielen Wochen. Da platzte die Seifenblase! — Statt einzukassieren, sollte man 
zuzahlen. Die Aktien fielen in wenigen Minuten von 98 auf 88. Der so jähe Abfall 
eines lange ruhig gehaltenen Papiers alarmierte in ungewohntem Maße und machte 
mit dem Gedanken vertraut, daß die Krise unversehens losbrechen könne, ja, schon an 
die Pforten des Laufes poche. And so war es! „Der ungarischen Frankobank bleibt 
der Ruhm, den Reigen der in aller Nacktheit sich bloßstellenden Kreditinstitute und 
ihres unheimlichen Totentanzes eröffnet zu haben. Die Folge hat gelehrt, daß sie 
dieser bevorzugten Stellung in der Geschichte der Bankleitungsprostitution nicht unwürdig 
sei. Die Art, wie sie das Aktienkapital auf 14 Millionen erhöhte, wie sie die 
Bezugsausübung der jungen Aktien mit Agio zu bewerkstelligen wußte, wie sie Gewinn 
in Aussicht stellte, wo schon ein reichliches Stück Kapital verloren war, und wie endlich 
die Maske abgeworfen ward, als es zur Rettung zu spät war, das alles weist der 
Franko-Angarischen Bank einen ganz nachbarlichen Platz neben den wienerschen 
bankerotten und halbbankerotten kleinen Instituten an, die wenigstens ihr kleines Kapital 
und den großen Krach zur Ausrede hatten, während die transleithanische Anstalt 
schon vor dem Ach und Krach all' diese Praktiken und Kniffe hatte brauchen müssen, 
um nicht als verfallen zu erscheinen." 
Gleichzeitig mit der Liobspost von Pest traf die Anzeige ein, daß eines der 
ansehnlichsten Wiener Bankhäuser, welches eine bedeutende Rolle an der Börse zu 
spielen nicht aufgehört hatte, seitdem es bestand, die Firma Mayersberg & Russo, 
seine Zahlungen eingestellt habe. Schon 48 Stunden später hätte man solche Kleinig 
keiten, wie die Insolvenz eines Bankhauses und die Bloßlegung der Schwäche eines 
Bankinstitutes, gar nicht mehr der Beachtung wertgefunden. Am Mittag des 5. Mai 
aber wirtte das niederschlagend, erstarrend, wie das Erscheinen eines Gespenstes, das 
heraufbeschworen zu haben man sich einzugestehen begann. „Das ist der Anfang des 
Endes!" lautete der Abschied und besagte der Ländedruck erfahrener Börsenleute, als 
das Glockenzeichen den Schluß dieses verhängnisvollen Geschäftstages verkündete. „Wie 
werden wir uns wiedersehen?" Die Frage war auf aller Lippen. 
Am 6. Mai trat die absolute Anentschloffenheit der Börsenleitung zutage, 
und mit ihr erwuchs die Zuchtlosigkeit und die Felonie der ohnehin schon ganz ent 
arteten Spekulation. Am 6. Mai war es schon handgreiflich, daß die Krise in vollem 
Zuge sei, daß die nächste Liquidation eine ganz regellose und verheerende werden, und 
daß die Börsenkammer Vorsicht und Wachsamkeit verstärken müsse. Die Kurse fielen 
an diesem Tage nicht gar so rapid, alles Geschäft vollzog sich unter dem Drucke des 
gerechten Zweifels, ob auch diese Schlüsse zu reellem Vollzüge kommen würden; es 
herrschte daher jene Erstarrung der Angst und des Zweifels ob des Angewissen! 
Inzwischen kam eine Insolvenzmeldung um die andere. Sie bezogen sich nur auf 
Individuen dritten Ranges; denn es handelte sich vorerst nur um Abrechnung des 
früheren Liquidationstages, der noch leidliche Kurse eingestellt hatte. 
Aber schon lief es wie ein Lauffeuer durch alle Kreise des beteiligten Publikums, 
flog es mit Blitzesschnelle durch die Provinzen, daß es hoch an der Zeit sei, sich der
	        

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Hansische Beiträge Zur Deutschen Wirtschaftsgeschichte. Hirt, 1928.
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