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Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

Monograph

Identifikator:
1688114769
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105106
Document type:
Monograph
Editor:
Davis, Trietsch
Title:
Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gea Verl.
Year of publication:
1910
Scope:
174 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
  • Title page
  • Contents
  • Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
  • Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
  • Teil III. Tabellarium Kalender und Zeitvergleichung Vergleichende und Umrechnungs-Tabellen. Anhang Die Islamische Welt

Full text

31 Die Landwirtschaft. 32 
Die Landwirtschaft. 
Die Kultur des Ackers in Marokko wird, wo ' ten die Differenzen, die der Tag unter den Angehö- 
das berberische Bevölkerungselement überwiegt, wenn rigen der Kabyle gezeitigt hat. 
auch primitiv, so doch mit Fleiss und Sorgfalt be- Wird schon der Dung nicht benutzt, so ist 
trieben. Afrikaner, die an die Nachlässigkeit der die Ameliorierung des Bodens völlig unbekannt. 
Eingeborenen von Oran oder Algier gewöhnt sind, Der Marokkaner, ob reich oder arm, hat sich noch 
würden überrascht sein, in Südmarokko weite Fluren niemals mit der Analyse seines Bodens beschäftigt, 
zu sehen, auf denen kein Unkraut geduldet wird. fehlt ihm doch hierzu jede Kenntnis. 
Die wirtschaftliche Tüchtigkeit des Rif-, Sus- Die Einsaat geschieht durch Streuen mit der 
und Gharb-Bewohners steht bei den algerischen Ko- Hand und nach unseren Begriffen immer zu dicht. 
lonisten in bestem Rufe. Der marokkanische „Sachsen- Doch ist dies durch die schlechte Vorbereitung des 
gänger“ hat in Algerien nicht wenig zur Renta- Bodens fast eine Notwendigkeit. Die Egge, die Walze, 
bilität moderner Landwirtschaft beigetragen. Leider überhaupt alle landwirtschaftlichen Instrumente ausser 
kann der marokkanische Ackerbauer das eigene Land dem primitiven Pflug und der Sichel sind in Ma- 
nicht auf eine höhere Wirtschaftsstufe heben, einmal rokko unbekannt. 
wegen der herrschenden politischen Zustände, so- Der Araber, der sich als Landwirt von dem 
dann wegen des Mangels an Bekanntschaft mit den _Berber unvorteilhaft unterscheidet, kratzt den Boden 
Errungenschaften moderner landwirtschaftlicher Tech- auf, wirft sein Saatkorn in die Erde und damit 
nik. genug. Kein Jäten, kein Hacken! Von dem Zeit- 
Der Marokkaner hat einige Kenntnis der Be- punkt an, wo das Korn ausgesät ist, bis zum Ein- 
deutung der Fruchtfolge. Er weiss insbesondere, tritt der Ernte kümmert sich niemand um das be- 
dass man nicht mehrere Jahre hintereinander Weizen stellte Feld. 
auf demselben Acker bauen darf. Aber er lässt dem Der sesshafte Berber lässt seinem Feld mehr 
Acker in seltenen Fällen eine intensive Bearbeitung Pflege angedeihen, beschwert sich aber ebensowenig 
zu teil werden, sondern zieht es vor, sobald der wie der nomadisierende Araber mit landwirtschaft- 
Boden Erschöpfung zeigt, andere Fluren aufzusuchen lichen Geräten. Die Getreideernte geschieht mit der 
und sät bald auf der einen, bald auf der anderen Sichel. Das Getreide wird 10 oder 20 cm unterhalb 
Seite des Geländes. der Ähren geschnitten. Die in kleine Garben gebun- 
In der Gegend von Tanger kennt man nur fol- denen Ähren werden auf Eseln zur Tenne geschafft. 
gende Fruchtfolge: Erstes Jahr Weizen oder Gerste, Wagen gibt es nicht eimnal in den wohlhabendsten 
zweites Jahr Hirse (sorghum), drittes Jahr Weizen Gegenden. Abgesehen von der Stadt Tanger sind 
oder Gerste, viertes Jahr Hirse usw. sie in ganz Marokko unbekannt. 
Das Ackern geschieht im allgemeinen sehr ober- Das Ausdreschen der Körner geschieht durch 
Hächlich. Im Süden ist der stets primitive Pilug Tiere (Pferde, Maultiere, Esel), die man über die 
etwas grösser als im Norden und gestattet im lockeren auf der Tenne liegenden Ähren treibt. Den Dresch- 
Boden das Eindringen in eine Tiefe von 20 bis fegel kennt man also nicht und nicht einmal den in 
25 cm. Aber Frühjahrs- und Sommerarbeit ist unter anderen Gegenden des Orients seit Jahrtausenden ge- 
den arabischen Stämmen vollständig unbekannt. Der bräuchlichen Dresch schlitten. 
Maure bearbeitet sein Feld nur, wenn er die Ein- Die Zahl der in Marokko gebauten Feldfrüchte ist 
5saat machen will. verhältnismässig klein. Im Süden, besonders in der 
Der oft sehr reichliche Dung wird in der ma- Schauja und Dukkala, herrscht der Weizen vor, 
rokkanischen Landwirtschaft selten ausgenutzt. Die ferner baut man Gerste, Mais, weisse Boh- 
Marokkaner ziehen es vor, ihn um die Städte auf- nen und Kanariensamen. Man hat: auch 
zuhäufen. Vor den Toren von Alkassar, El Kebir, Versuche mit dem Anbau von Flachs in grösse- 
Udschda, Fes findet man förmliche Dungwälle. Auf rem Umfange gemacht. Sie haben gute Fruchtresul- 
dem Lande werden die Abfälle beharrlich in die tate ergeben, aber wohl nicht alle wirtschaftlichen 
Mitte des Dorfes auf einen zu diesem Zweck frei- Erwartungen erfüllt. — Die Mauren säen ihn fast 
gehaltenen Platz geworfen. Dort sitzen jeden Abend nicht mehr. Doch hat diese Kultur in Marokko eine 
die Notabeln auf dem unreinen Haufen, der zu- grosse Zukunft, denn die gewonnene Faser ist von 
weilen die Hütten überragt, halten Rat und schlich- ganz hervorragender Güte. Die Misserfolge stammen
	        

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Handbuch Über Die Wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos Und Persiens, Sowie Ihrer Nachbargebiete. Gea Verl., 1910.
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