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Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

Monograph

Identifikator:
1688114769
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105106
Document type:
Monograph
Editor:
Davis, Trietsch
Title:
Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gea Verl.
Year of publication:
1910
Scope:
174 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
  • Title page
  • Contents
  • Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
  • Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
  • Teil III. Tabellarium Kalender und Zeitvergleichung Vergleichende und Umrechnungs-Tabellen. Anhang Die Islamische Welt

Full text

37 Seefischerei an der Küste von Marokko. 38 
Seefischerei an der Küste von Marokko. 
Der Fischreichtum der Küsten von Marokko von 7000 qkm durch Fischereidampfer ausgebeutet 
war lange Zeit hindurch in Vergessenheit geraten. werden. Eine in Cadix etablierte Gesellschaft ar- 
Man entdeckt ihn jetzt aufs neue. In früherer Zeit beitet mit Erfolg auf diesen ergiebigen Gründen. 
hatten die Küstenstriche am Atlantischen Ozean in Sie besitzt 5 Dampfer, die zwischen Larasch und 
der Nähe von Mogador und weiter südlich gegen- Casablanca fischen. Nördlich von Larasch bis zum 
über den Kanarischen Inseln ein festgegründetes Re- (Cap Spartel wird die Fischerei von Traditions wegen 
nommee und boten den Seefischern reichen Ertrag. nicht ausgeübt. 
Eine unlängst von der holländischen Regierung ent- Eine Art Schellfisch findet sich in grossen 
sandte wissenschaftliche Expedition, die von zwei Mengen am Cap Blanc (südlich von Masagan). 
Fischdampfern begleitet war, hatte vielversprechende Ebenfalls in beträchtlichen Mengen kommt dort die 
praktische Ergebnisse für die Niederlande. Languste (Stachelhummer) vor. Ein Reeder aus 
Die Gewässer der Meerenge von Gibraltar wer- Tunis hat dorthin kürzlich einen für den Transport 
den seit vielen Jahren von Tarifa und Ceuta aus von lebenden Schaltieren eingerichteten Dampfer ent- 
abgefischt. Der Thunfischfang spielt dort eine grosse sandt. Der Erfolg war befriedigend zu nennen in 
Rolle. Bei Ceuta ist dieser Fisch in enormen Men- Anbetracht des Umstandes, dass in diesen warmen 
gen vorhanden und bildet einen der wichtigsten Aus- Gegenden die Anwendung von Eis grossen Schwierig- 
fuhrartikel dieses Platzes. keiten unterliegt. — Auch weiter südlich wird 
Die Küste des Rifgebiets wird von den Einge- neuerdings von französischer Seite der bedeutende 
borenen Bled ed Hut (Land des Fisches) genannt. _Fischreichtum mittelst moderner Dampfer ausgebeutet. 
Zur Ausbeutung dieser maritimen Reichtümer hat Die Seefischerei von Marokko ist durch die Ar- 
sich in neuerer Zeit in Nemours (Algerien) eine tikel 56—60 des spanisch-marokkanischen _Handels- 
Gesellschaft gebildet, deren Betrieb auf das Beste vertrages vom 20. November 1861 geregelt. For- 
gedeiht. An dem wegen seines Fischreichtums früher mell ist die Fischerei frei von der marokkanisch- 
viel besuchten Mar Chica haben auch die Spa- algerischen Grenze bis zum Cap Juby am Rande der 
nier neuerdings der Fischerei ihre Aufmerksamkeit Sahara. Jedoch sollen die zum Zwecke des Fisch- 
zugewendet. fangs die Küsten von Marokko aufsuchenden Schiffe 
Was die an der marokkanischen Küste vorkom- eine jährliche Abgabe von 150 Duros an den Mach- 
menden Fischarten betrifft, so ist in erster Linie die sen zahlen. Da Marokko keine Polizeidampfer hat, 
Sardine zu nennen. Die bei Tanger gefischte ist diese Bestimmung aber ganz platonischer Natur. 
Menge dieses geschätzten Fisches wird auf jährlich In gleicher Weise unterliegen der Abgaben- 
300 Millionen Stück berechnet. Der Preis geht zu« pflicht die Korallen fischerei, die einst in grossem 
weilen auf 2 Peseten (A 65 Pfg.) für 100 kg her- Umfange in der Gegend von Ceuta betrieben 
unter. Obwohl etwas kleiner als die europäische wurde, und die Schwammfischerei, die jedes 
Sardine ist die Marokkosardine mit gutem Gewinn Jahr etwa ein Dutzend griechischer Spezialfahrzeuge 
abzusetzen. an die Küste des Rif führt. 
Ein ebenfalls sehr häufig vorkommender Fisch in Auch die Flussfischerei ist angesichts 
den nördlichen Küstenstrichen von Marokko ist die des grossen Fischreichtums der marokkanischen Flüsse 
Makrele, die Portugiesen und Spanier auf der nicht ohne Interesse. Gegen das Ende des Winters 
Höhe von Cap Spartel in überreichen Quantitäten steigen alljährlich grosse Züge von Alsen den Luk- 
fischen. Man findet den Fisch auch weiter im Sü- _kos (bei Larasch), den Sbu (bei Mehedija, nördlich 
den, wo er in Gemeinschaft mit den Alsen des von Rabat) und vor allem den Umerrebia (bei 
Umerrebiaflusses (bei Asemmur) vorkommt, deren Asemmur) hinauf. Grosse Sandbänke im Unterlauf 
Fang vom Sultan Mulay Ismael (um 1700) für jähr- dieses Flusses geben die Möglichkeit, sie aufzuhalten. 
lich 10000 Duros (40 000.— Mark) verpachtet wor- Diese Sandbänke würden zugleich das Haupthindernis 
den war. für die Fahrzeuge sein, die die genannten Flüsse 
Nach der Berechnung des Gelehrten Gaston befahren wollten. Die Alse könnte in geräuchertem 
Buchet, der von dem französischen Ministerium mit Zustande vorteilhaft nach Europa ausgeführt werden. 
einer entsprechenden Mission betraut war, kann von Gegenwärtig ist ihre Ausfuhr verboten, d. h. im 
Cap Spartel bis Cap Agadir (am Sus) eine Fläche marokkanischen Zolltarif nicht vorgesehen.
	        

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Handbuch Über Die Wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos Und Persiens, Sowie Ihrer Nachbargebiete. Gea Verl., 1910.
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