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Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

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Bibliographic data

fullscreen: Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete

Monograph

Identifikator:
1688114769
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-105106
Document type:
Monograph
Editor:
Davis, Trietsch
Title:
Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Gea Verl.
Year of publication:
1910
Scope:
174 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Handbuch über die wirtschaftlichen Verhältnisse Marokkos und Persiens, sowie ihrer Nachbargebiete
  • Title page
  • Contents
  • Teil I. Marokko und seine Nachbargebiete: Algerien Tunesien Spanisch-Nordafrika
  • Teil II. Persien und seine Nachbargebiete Afghanistan-Belutschistan
  • Teil III. Tabellarium Kalender und Zeitvergleichung Vergleichende und Umrechnungs-Tabellen. Anhang Die Islamische Welt

Full text

95 Persien. 96 
Ende April 1910 berichtete der kaiserliche Konsu- Passwesen und Reisewege. 
laragent in Täbris: Bei Reisen nach Persien über Russland 
„Die aus Trapezunt und Konstantinopel kommende wird ein Pass gebraucht. (Angabe einer christlichen 
Nachricht, derzufolge ernstlich die Bahn Trape- Konfession ist hierbei obligatorisch). Visum der russi- 
zunt—Erzerum geplant sei, hat bei der Kauf- schen und persischen Gesandtschafts- oder Konsulats- 
mannschaft von Täbris grosses Interesse gefunden, und Behörden ist gleichfalls erforderlich. 
man wird, vielleicht in der Hoffnung, dass die Tran- Beim Wege über Rumänien und Türkei 
sitzufuhr durch die Türkei doch nicht ‘durch die er- (von hier über Schwarzes‘ Meer und Russisch - Kau- 
leichterte Warenzufuhr aus Russland wird verdrängt kasien) ist auch rumänisches und türkisches Visum er- 
werden können, dem direkten Import aus Europa Tforderlich. Man kann auch unter Vermeidung 
wieder erhöhte Aufmerksamkeit schenken. russischen Gebiets via Ph Meer, 
: © Trapezunt, Erserum nach Persien (Täbris etc.) ge- 
Trotz. der Bahnverbindung BOSr Bed a janaıen doch ist dieser Weg ziemlich beschwerlich, 
man hier immer wieder konstatieren, dass die Spedition T 1. drei ne Fisenbah 500 Kilomet 
via Trapezunt mittels Karawane in normalen Zeiten Al EP en (eine ch ahn) LS ich N Debeil: ne 
schneller vor sich geht. Wenn die Karawanenfrachten Tel San at . ZU nme. (St. D0C1E Te AH 
nicht so hoch wären, würde man oft der Zeitersparnis rn ot icht ich bei Reisen ins Innere HOSEN 
halber via Trapezunt expedieren. Das klingt paradox, N Kay AMD Te Az da es in dem ganzen 
doch machen z. B. einige Firmen in Täbris eben jetzt -Ande von der dreifachen Grösse Deutschlands nur 
. g 5 kleine Lokalbahn von 8% Kilometern gibt. 
wieder die Erfahrung, dass Sendungen über Russland GNS SITZE 2 
per Eilgut schon 5 Monate unterwegs sind, während z - n 
die jetzien Sendungen via Trapezunt von Hamburg Reisen in Persien. 
aus in genau drei Monaten in Täbris eintrafen. Das üblichste Beförderungsmittel in Persien ist 
Der schon für den Januar russischerseits ange- He HU Dar DI one Ant Report Au den 
kündigte a Atlemohilyerkehr auf der Chaussee Dias Hauptstrassen des Landes unterhält die Regierung kleine 
Täbris-ist © nicht In. -G. brach I a Poststationen (verbunden mit einem Unterkunftshause 
ASS noch Smcht in Gang gebracht: worden: für Reisende) in regelmässigen Abständen von durch- 
: schnittlich 34 Kilometern. Der Postmeister jeder Station 
Die Hauptkarawanenstrassen. hat eine Anzahl Pferde zu halten, die er an die 
km Tage Reisenden zu etwa einem Franc pro Farsang (Färsach, 
Teheran—Kaswin—Rescht*) 322 — persische Meile von ca 6,2 km) vermietet. Der euro- 
Teheran—Täbris—Trebisonde 1760 päische Reisende wird meist noch einen Postknecht mit- 
Teheran—Kum—Kaschan—Isfahan— nehmen müssen, der den Rücktransport der Pferde 
Schiras—Buschir**) 1175 35 besorgt, und für dessen Pferd das gleiche zu entrichten 
Teheran—Mesched*) 774 ist. Wer einigermassen Gepäck mit sich führt, wird je 
Teheran—Kirmanschah—Bagdad!) 800 24 nachdem eine grössere Anzahl von Tieren und Be- 
Täbris—Dschulfa*) 138 gleitern mitnehmen müssen, aber auch die billigste Art 
Aschkabad—Mesched (ziemlich gute des Reisens (mit 2 Reittieren) kostet per 10 km schon 
Strasse) 230 etwa 33 Francs. Dafür ist freilich das Nachtquartier 
Isfahan—Jezd—(Kirman) —Bender Abbas 99% 25 in dem Obergemache (Balac h aneh — hiervon das 
Mesched—Seistan— Engl. Belutschistan » Wort Balcon) der Poststationen umsonst, — nur 
(Englische Strasse mit Abzweigung die Decken etc. _ muss der Reisende selbst mit sich 
nach Kirman) 1835 führen, ebenso wie sein Ess-, Trink- und Kochgeschirr, 
Isfahan—Achwaz*) 450 da der „Ungläubige“ unterwegs nichts derartiges ge- 
Kaswin—Hamadan*) 250 liehen bekommt. Auch Tee, Zucker, Konserven etc. 
Kum-—Sultanabad*) 144 pflegt der Reisende für den eigenen Gebrauch mitzu- 
Astara— Ardebil*) 66 führen. 
nn Die Poststationen sind meist sehr primitiv aus an 
*) Gute Landstrasse — auch für Wagen fahrbar. der Luft getrockneten Erdziegeln (Lehm und Häcksel) 
da PO RES ohoran Kur (152 Km) für Wagen fahrbar, erbaut, doch gibt es vereinzelt auch Steinbauten, wo- 
N runter manche auch noch anderen Zwecken dienen.
	        

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