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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

Full text: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Monograph

Identifikator:
1689579730
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103299
Document type:
Monograph
Author:
Freese, Heinrich http://d-nb.info/gnd/118535153
Title:
Nationale Bodenreform
Edition:
Zweite Auflage
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Druck und Verlag von U. Weichert
Year of publication:
[1926]
Scope:
XVI, 472 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

128 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes u. der Einkommensverteilung. [886 
das nicht der Fall ist; wenn wir beobachten, daß ein ähnlicher Unterschied zwischen 
den Privat- und den Staatseisenbahnen, den englischen und den deutschen Beamten— 
gehältern obwaltet: wo in England einige hunderttausend Mark bezahlt werden, erhalten 
die höchsten deutschen Beamten 20000 -60 000 Mtk. Historische Anderungen in diefen 
Abstufungen haben wir schon oben (S. 299) angeführt, die ausschließlich auf den 
demokratischen Zug unserer Zeit zurückgehen. Im ganzen gliedert sich das Gehalts— 
zinkommen nach Talent, Vorbildung, freilich auch nach Konnexion. Seine richtige 
Ordnung wird für die ganze Volkswirtischaft um so wichtiger, je mehr das Privat— 
beamtentum zunimmt, die höheren Arbeiter beamtenartige Stellungen erhalten. 
Das Einkommen der liberalen Berufsarten, der Advokaten, Arzte, Künstler, 
Literaten, die nicht Gehalt beziehen, beruht auf einzelnen Verträgen, auf herkömmlichen 
Honoraren und Taxen; es ist für viele ein unsicheres und schwankendes, oft ein sehr 
ümmerliches, für die tüchtigsten Elemente dafür ein um so höheres. Der Erwerbstrieb 
kann sich hier nicht so frei bethätigen wie in der wirtschaftlichen Produktion, weil Sitte 
und Standesgefühl ihm Schranken auferlegen; doch wirken die Größe, von Angebot 
und Nachfrage immer ein, und es ist nicht ausgeschlossen, daß geschickte Arzte, Advokaten 
und Künstler ihr Einkommen nicht bloß durch ihr Talent, sondern auch durch Reklame 
und Praktiken aller Art außerordentlich hochtreiben. 
Bei der großen Zahl mäßig bezahlter Beamten und wenig verdienender Künstler, 
Advokaten möchten wir für die 1116 Millionen solcher Personen nicht über 2000 Mk. 
jährlichen Arbeitsverdienst annehmen; das gäbe 2,82 Milliarden Mk. und zusammen 
mit dem Lohneinkommen 10 — 11 Milliarden. Dazu kommt für erstere gewiß dreiviertel 
Milliarde Renteneinkommen; dieser Betrag ist ficherlich nicht zu hoch; giebt es doch 
manche Carrieren, die nur Wohlhabenden zugänglich sind. 
c) Wir kommen zu den Kleinbauern, handwerkern, Kleinhändlern, deren 
Einkommen auch überwiegend aus Arbeit stammt. Um ihre Zahl zu bestimmen, gehen wir 
davon aus, daß die Berufszählung 5,47 Millionen selbständige Erwerbsthätige, d. h. 
zroße und kleine Unternehmer zählt. Wenn daneben die landwirtschaftliche Be— 
kriebszählung allein 5,55 Millionen landwirtschaftliche Betriebe, die Gewerbezählung 
3,14 Millionen Hauptbetriebe, also zusammen 8,69 oder 8,22 Millionen mehr als 
Selbständige zählt, so liegt es daran, daß 1. die Gewerbezählung auch Gärtnereien, 
Tierzucht u. s. w. aus der Landwirtschaft aufgenommen hat, daß 2. die landwirtschaft⸗ 
liche Zählung unter den 5,55 nicht weniger als 8,28 Millionen Betriebe unter 2 ha 
aufführt, die überwiegend eine Nebenbeschäftigung von Arbeitern, Beamten, Gewerbe⸗ 
treibenden darstellen; die Berufszählung ergiebt nur 2,66 Millionen selbständige Land— 
wirte, also nicht viel mehr als die 2,82 Millionen landwirtschaftlicher Betriebe, die 
über 2 ha bewirtschaften. Wir werden also als Gesamtzahl aller großen und kleinen 
Unternehmer etwas über 5 Millionen annehmen können. Und wenn wir als größere die 
Bewerbebetriebe mit sechs oder mehr beschäftigten Personen und die landwirtschaftlichen 
mit über 20 ha ansprechen (210258 und 307 195), so gehen von der Gesamtzahl 
etwas über eine halbe Million (0,517 Million) ab. Es bleiben 41/23 Millionen 
jolch' kleinere und mittlere Betriebe, d. h. solche, die mehr Arbeitsverdienst als Kapital⸗ 
rente geben. Und zwar machen die kleinen, d. h. die gewerblichen mit 1-2 Personen 
und die landwirtschaftlichen mit 2585 ha 8,26 Millionen aus, die mittleren, d. h. 
die gewerblichen mit 83—5 Personen und die landwirtschaftlichen mit 5 — 20 ha 
1,35 Millionen. 
Die ersteren (die kleineren Bauern ꝛc.) stehen in der Hauptsache wirtschaftlich und 
social den Arbeitern, Unterbeamten, Schulmeistern gleich, ja teilweise an Einkommen, an 
Sicherheit des Verdienstes noch hinter ihnen. Viele haben freilich noch ein sie stützendes 
eigenes Vermögen, ein Häuschen, ein Stück Ackerland; aber viele find auch verschuldet, arbeiten 
unter dem Drucke hoher Pacht. Viele der allein arbeitenden Handwerker sind prole— 
tarisiert, sind verarmte Heimarbeiter. Ihr eigenes Kapital ist sehr klein, auch das der 
seleinbauern, Kleinhändler reicht nicht über 500 ãj3000 Mk.; im Durchschnitt wird es 
reichlich gegriffen sein, wenn man die 3,26 Millionen auf je durchschnittlich 100 Mk.
	        

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Iceland 1930. Ríkisprentsmiđjan Gutenberg, 1930.
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