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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

V. Überstaatliche Bindungen des Jchs 
der adlig-höfischen Gesellschaft emporgestiegen. Den Rückweg in 
die Schichten, wo die ewigen Quellen des Volkstums sprudeln, fand 
er nicht mehr, und so rettete er sich in die wolkenhohen Hallen eines 
literarisch-künstlerischen Weltbürgertums. Dort begegnete er sich mit 
den Juden, die Stammverwandte in allen Völkern hatten und 
denen ein weitherziges Weltbürgertum, als Pflaster auf die große 
Enttäuschung, deshalb mehr zusagen mußte, als das unklar-leiden- 
schaftliche Ringen eines zerrissenen Volkstums um seinen Staat. 
Mit dem weltbürgerlichen Goethe die deutsche Geschichte anzu- 
fangen, diese Neigung ist den Juden seitdem geblieben ~ ähnlich 
wie die Sozialdemokraten die Neigung nicht überwinden können, die 
Weltgeschichte mit Karl Marx anfangen zu lassen ~ ja, in der 
geistig führenden Schicht hat sich diese Neigung mit den Jahren 
immer mehr vertieft. Und das unbewußte Streben geht dahin, auch 
die Deutschen dahin zu führen, daß sie im weltbürgerlichen Goethe 
das wertvollste Erzeugnis ihrer Kultur sehen. Von diesem gemein- 
samen Richtpunkt aus würde sich dann die gemeinsame „,,Welt- 
anschauung‘“ für Juden und Deutsche unschwer gewinnen lassen. 
Gerade das aber ist es, was das deutsche Ich nicht mitmachen 
kann, das sich im Deutschtum tiefer verwachsen und verwurzelt 
fühlt, als der weltbürgerliche Goethe zurückreicht. Oder sollen wir 
glauben, daß 18 oder 17 Jahrhunderte einer an stolzen Hoffnungen 
und schweren Enttäuschungen überreichen Geschichte, die jenseits 
des Eintritts der Juden in die deutsche Volksgemeinschaft liegen, 
für das deutsche Ich von heute bedeutungslos seien? Es dies glauben 
zu machen, ist das unbewußte Streben des jüdischen Ichs, das sich 
berufen fühlt, „den geistigen Besitz des deutschen Volkes zu ver- 
walten“. Das gute Recht des deutschen Ichs aber, das den Zusam- 
menhang mit der ganzen reichen Vergangenheit des Deutschtums, 
auch über den Weltbürger Goethe zurück in sich lebendig fühlt 
das gute Recht dieses deutschen Ichs ist es, sich gegen das Streben 
jüdischer Ichs, in Sachen des Deutschtums die Führung an sich zu 
reißen, zur Wehr zu setzen. Mit denselben geistigen Waffen, mit 
denen allein derartige Kämpfe nutzbringend ausgetragen werden 
können. 
Worum es bei diesem Teilstück des Führer-Problems geht, mag 
0 6
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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