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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

V. Überstaatliche Bindungen des Jchs 101 
Der Überempfindlichkeit des Judentums steht die Überängstlich- 
keit eines Deutschtums gegenüber, das da fürchtet, sich mit rein 
geistigen Mitteln gegen das Judentum nicht behaupten zu können. 
Dazu wäre weiter nichts zu sagen, als dies: an einem Deutschtum, 
das es sich nicht mehr zutraut, im Kampfe mit rein geistigen Mit- 
teln oben zu bleiben, wäre fürwahr nicht viel mehr gelegen. Das 
dürfte ruhig zum Teufel gehen, schon weil ihm dann auch schwer- 
lich mehr die Kraft zuzutrauen wäre, sich + waffenlos wie es ist 
D gegen die Unterdrückung durch ein feindliches Ausland zu be- 
haupten. 
Der Meinung kann man sein, ohne die Schwäche zu verkennen, 
die gerade dem Deutschtum gegenüber jener dritten jüdischen Schicht 
anhaftet, deren Streben es ist, die Verwaltung des deutschen Kultur- 
besitzes in die Hand zu bekommen. Aus dieser dritten Schicht 
stammen jene Literaten, die es versuchten, uns einen Böcklin, einen 
Richard Wagner zu verekeln, kaum daß diese Meister in den Olymp 
der allgemein Anerkannten eingegangen waren. Was den jüdischen 
Ichs, die ihnen die Meisterschaft glaubten bestreiten zu können, 
fehlte, war die Ehrfurcht, womit jedes gesunde Volk zu den 
Größten aufschaut, die sein Volkstum hervorgebracht hat. Ehrfurcht 
ist die Grundlage jedes Ahnenkults, und bedauern sollte man 
eigentlich die, deren überkritische Zerstörungswut es ihnen unmöglich 
macht, diese Ehrfurcht eines Volkes, in dem und mit dem sie leben, 
wenigstens nachempfindend zu teilen. 
Aber es kann doch kein Zufall sein, daß sich diese überkritische 
Zerstörungswut, die im Wesen des jüdischen Ichs schlummert, nicht 
leicht gegen die Heroen des englischen oder des französischen Ahnen- 
kults richtet. Sie weiß, daß sie da auf Widerstände stieße, die 
herauszufordern sich nicht empfiehlt. Sie weiß aber auch, daß ein 
Wesenszug gerade des deutschen Durchschnitts-Fchs jene Weich- 
heit ist, die es gegenüber kritischen Angriffen auf das, was für ein 
selbstbewußtes Volk außerhalb der Kritik stehen sollte, selten oder 
nie das richtige Wort der Abwehr finden läßt. Da fühlt das deutsche 
Ich sich gehemmt durch jene ,,verfluchte Objektivität“, die sich nie 
recht getraut zu erklären: hier mach ich nicht mehr mit, weil ich 
ein Deutscher bin. Wenn es uns nicht gelingt, uns diese ,„„Ob- 
V
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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