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Das Ich und der Staat

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Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Das staatlose Ich
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

1. Das staatlose Ich 
und das Lächeln, womit ihr Erscheinen begrüßt wird, erkennen nur 
die leidige Tatsache an, daß sie eine Macht ist, die außerhalb der 
Grenzen des eigenen Ichs wirkt. Das Ich hat sie nicht in der 
Gewalt seines noch unbewußten Willens und macht diese Erfahrung 
zu seinem Schmerze so oft, bis ihm der Zustand natürlich geworden 
ist. Bis es ihm als selbstverständlich erscheint, daß es nicht allein 
da ist, sondern daß außer ihm noch manches andere Ich da ist, 
teils beweglich, teils unbeweglich, mit dessen Dasein es sich ab- 
finden muß. 
In diesem Stadium, wo die Uranfänge der Selbsterkenntnis 
dämmern, wird das Ich von denen, die seiner warten, nicht nur 
genährt, gewaschen und trocken gelegt und spazieren gefahren, 
sondern auch erzogen. Erziehung ist eine stillschweigende Über- 
einkunft darüber, daß das Ich als „Ding an sich““ nicht lebens- 
fähig ist, sondern daß es zu leben vermag nur als dienendes Glied 
eines höheren Organismus. Nur unter dem Druck dieser mehr oder 
minder geregelten Erziehung, in Verbindung mit schmerzlichen oder 
angenehmen Erfahrungen, die es fortfährt auf eigene Faust zu 
machen, gelangt das Ich allmählich zu bestimmteren Raum- und 
Zeitvorstellungen. 
Kant, der große Entdecker der ,„„Apriorität“” des Raumes, hat 
vermutlich nie Gelegenheit gehabt, einen strampelnden Säugling 
dabei zu beobachten, wie er seinen eigenen Fuß entdeckt. Er würde 
sich sonst der Einsicht kaum haben verschließen können, daß das Ich 
ursprünglich nicht einmal eine Anschauung seines eigenen Körpers, 
geschweige denn „des Raumes‘ mitbringt. 
Auch ein Ich, das sich schon selbständig bewegen kann, muß sich 
die Raumanschauung erst mühsam erarbeiten, wie sie sich die 
Menschheit vor ihm gleichfalls hat erarbeiten müssen. Das Ich, 
das zum erstenmal den strahlenden Vollmond erblickt, wird von 
Angstgefühlen ergriffen, wahrscheinlich doch, weil ihm die Erschei- 
nung unheimlich nah auf den Leib rückt. Das Ich, dem beim 
Spielen der Ball auf den Schrank geflogen ist, schleppt sein Kinder- 
stühlchen herbei, um ihn herunterzuholen; daß das Maß, das es 
damit seiner eigenen Länge zusetzt, auch nicht entfernt ausreicht, 
erfährt es mit Überraschung. 
Die ersten dunklen Anfänge einer Zeitvorstellung erwachsen viel- 
.
	        

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Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
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