Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Das Ich und der Staat

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Das Ich und der Staat

Monograph

Identifikator:
1689849630
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-100544
Document type:
Monograph
Author:
Harms, Paul http://d-nb.info/gnd/116483091
Title:
Das Ich und der Staat
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag Quelle & Meyer
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 128 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Das Ich als Massenteichen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Ich und der Staat
  • Title page
  • Contents
  • I. Das staatlose Ich
  • II. Das Ich in staatlicher Erziehung
  • III. Zwischen Schulpflicht und Bürgerpflicht
  • IV. Das Ich als Massenteichen
  • V. Überstaatliche Bindungen des Ichs
  • VI. Deutsche Diesseits-Religion

Full text

74 IV. Das Jch als Massenteilchen 
mit der Zeit zu verlieren ~ eine Auffassung, die politische Gegen- 
sätze mit ethischen Gegensätzen gleichsetzte. Zugehörigkeit zur eigenen 
Partei war gleichbedeutend mit gut, Zugehörigkeit zur Gegenpartei 
war gleichbedeutend mit böse. Der Staat bestärkte, in kurzsichtiger 
Bequemlichkeit, die Masse der wahlmündigen Ichs in der Auf- 
fassung, daß es vor Gott und Menschen angenehm mache, re- 
gierungsfromm zu wählen, und daß es von einer verwerflichen, um 
nicht zu. sagen verbrecherischen, Gemütsanlage zeuge, seine Stimme 
den Gegnern einer hohen Regierung zuzuwenden. Und die Oppo- 
sition, die den Staat der Gegenwart grundsätzlich ablehnte und ihm 
das Idealbild eines Staates der bessern Zukunft entgegensetzte, 
bestärkte die Masse in der gleichen Auffassung, nur mit umgekehrtem 
Vorzeichen. Für den ,,ziel- und klassenbewußten‘““ Sozialdemokraten 
galt es als unehrenhaft, einem Zugehörigen „„der einen reaktionären 
Masse‘‘ seine Stimme zu geben, ja nur mit ihm gesellig zu ver- 
kehren. Die Parteizugehörigkeit färbte auf alle gesellschaftlichen 
Beziehungen ab, und es wird dem deutschen Parteiwesen außer- 
ordentlich schwer, aus dieser Sackgasse wieder herauszufinden. 
Ein Führer, der zeitlebens nichts anderes zu tun hat, als die 
Fahne irgendeines Programms hochzuhalten, verliert schließlich jedes 
Augenmaß für die Bedeutung von Programmen überhaupt. Ein 
„Parteiveteran“’, der die räumlichen Unterschiede politischer Ein- 
stellungen – ob mehr rechts oder mehr links —~ mit ethischen 
Wertunterschieden von gut und böse zu verwechseln sich gewöhnt 
hat, kann es natürlich nicht fassen, wie jemand die Parteizugehörig- 
keit wechseln kann! Dem Übergang von einer Partei zur andern 
in England ein Vorgang, worüber sich niemand aufregt — haftet 
in Deutschland immer noch der Geruch des Unerhörten an. In 
England entwickelte sich der radikale Disraeli zum Reformator des 
Torytums. Der konservativ gerichtete Gladstone ward Führer der 
Liberalen. Joe Chamberlain, ursprünglich ein Heißsporn der Linken, 
endete auf der Rechten. Lloyd George, linksliberal bis zum Sozialis- 
mus in seinen Anfängen, entwickelte sich zum Vertrauensmann der 
Diehards, und von da rückwärts zum Führer der noch übrig ge- 
bliebenen Liberalen; wenn er nur außenpolitisch nicht so arge Dumm- 
heiten gemacht hätte, der Übergang von einer Richtung zur andern 
hätte ihm in England nicht im geringsten geschadet.
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

Chapter

PDF RIS

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Chapter

To quote this structural element, the following variants are available:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Das Ich Und Der Staat. Verlag Quelle & Meyer, 1926.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

Which word does not fit into the series: car green bus train:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.