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Wissenschaftliches Arbeiten

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Bibliographic data

fullscreen: Wissenschaftliches Arbeiten

Monograph

Identifikator:
1689851430
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101704
Document type:
Monograph
Author:
Fonck, Leopold http://d-nb.info/gnd/116647019
Title:
Wissenschaftliches Arbeiten
Edition:
3. Aufl., Neudruck d. 2. Aufl., 7.-8. Tsd
Place of publication:
Innsbruck
Publisher:
Rauch
Year of publication:
1926
Scope:
XII, 396 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die Schule des wissenschaftlichen Arbeitens
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wissenschaftliches Arbeiten
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Schule des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Zweiter Teil. Die Methode des wissenschaftlichen Arbeitens
  • Personenregister
  • Orts- und Sachregister

Full text

Die Rezension 
Über die Eigenschaften und Fehler der Kritik spricht sich Juan 
Luis Vives eingehend aus im zweiten Kapitel seines Werkes „Über 
den Lebenswandel und die sittlichen Grundsätze des Gelehrten“; auch 
Antonio Possevino hat diese Ausführungen in seine Schrift über „die Aus«- 
bildung des Geistes“ (47. Kapitel) aufgenommen (vgl. Bibliothek der 
kath. Pädagogik 8, 352—5; 11, 494—8). Unter anderem bemerkt er: 
„Wie groß ist der Schaden, den die Wissenschaft durch solche Gehässig- 
keiten erleidet! Alle Autorität derer, die erbittert streiten und sich 
gegenseitig grimmig befehden, entschwindet; ausgezeichnete Geister 
verlieren den Mut, da sie Ekel ob der Bitterkeit des ewigen Wort- 
gezänkes empfinden und dadurch den einst so liebgewonnenen Studien 
ganz entfremdet werden. Dabei schwindet der Fortschritt in den 
Wissenschaften und die Wahrheit wird verdunkelt, da manche die 
Studien lieber in Verfall geraten als von ihren Feinden gefördert sehen 
wollen... Der Gelehrte soll also bedächtig im Urteil und nicht eigen- 
sinnig im Behaupten sein. Will er über einen Gegenstand ein abfälliges 
Urteil aussprechen, so lese er ihn wieder und wieder, wende und drehe 
und betrachte ihn nach allen Seiten, damit er nicht im Verurteilen un- 
bedachtsam vorangehe. Beim Lobe hingegen braucht er wohl weniger 
vorsichtig zu Werke zu gehen. Was er aber verurteilt, muß er hin- 
länglich verstehen, damit nicht derjenige, den er an den Pranger stellen 
will, mehr Gründe für sich als er gegen ihn habe. Klüger dürfte es 
sein, sich lieber überhaupt nicht auszusprechen, als das Verdammungs- 
urteil auf den Richter selbst zurückfallen zu lassen. Wenn ich nun 
solche Vorsicht oder besser gesagt solches Wohlwollen von einem Ge- 
lehrten verlange, was soll ich dann von Männern denken, welche das, 
was richtig gesagt ist, erst verdrehen und entstellen, um mit desto 
mehr Grund den Gegner zerzausen zu können? Denn wenn es oft 
nützlich ist, etwas in einem besseren Sinne auszulegen, so muß man 
es als einen großen Frevel ansehen, alles zum Schlechteren zu ver- 
drehen. Ich habe Hadrian Florent, den nachmaligen Papst, als er 
noch Dekan der Universität Löwen war, in öffentlichen Disputalionen 
oft alle von gegnerischer Seite vorgebrachten Stellen aus Autoren zu 
seinen Gunsten verwenden hören, aber nie hat er sie verächtlich zurück- 
gewiesen, auch wenn sie noch am Leben waren. Über Lebende muß 
man mit mehr Vorsicht, über Tote mit mehr Ehrfurcht urteilen, weil 
sie, dem Neide nicht mehr zugänglich, schon ihrem Richter überant- 
wortet und jenem Gerichte unterworfen sind, das uns alle erwartet. 
Diese Rücksicht gilt besonders hinsichtlich ihres sittlichen Lebens- 
wandels. Über ihre wissenschaftlichen Leistungen mag man etwas 
freimütiger sich äußern. Bei Beurteilung eines Buches ziemt es sich 
nicht, die Rücksicht auf Vaterland, Alter oder Schule des Verfassers 
vorwiegen zu lassen ... Wer in dem einen oder anderen Worte jemand 
verbessert hat, darf nicht gleich für gelehrter gelten wollen als jener, noch 
90
	        

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Wissenschaftliches Arbeiten. Rauch, 1926.
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