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Neuzeitliche Krüppelfürsorge

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Bibliographic data

fullscreen: Neuzeitliche Krüppelfürsorge

Monograph

Identifikator:
1689945052
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102705
Document type:
Monograph
Title:
Neuzeitliche Krüppelfürsorge
Place of publication:
Münster i./W.
Publisher:
Aschendorff
Year of publication:
1926
Scope:
139 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Psychiatrie und Krüppelfürsorge
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Grundlegung
  • Zweiter Teil. Die neuere Finanzentwicklung der Vergleichsländer
  • Dritter Teil. Die Staatsausgaben in der Gliederung nach Ausgabezwecken
  • Vierter Teil. Die Staatsausgaben in ihrer Gliederung nach Ausgabearten
  • Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Sachregister

Full text

62 
Die Einnahme- und Ausgabegestaltung und ihre Balanecierung vor dem Kriege ergibt sich aus fol- 
yender Übersicht : 
Überschuß an 
Jahr Einnahmen Ausgaben Einnahmen Ausgaben 
in Millionen fr. 
1 CE 3.739 3 639 00 
N 3 766 3.707 ; 
1906.47 ran en 3 837 3 852 5 
OT 3.968 3 880 
1 3.966 4 021 54 
1909 4 141 4 186 15 
(90 4 274 4.322 18 
Or ee 4 689 4 548 A 
192. er 4.857 4 743 113 
(rk re 5 092 5 067 EE 
Die wiederholten Fehlbeträge des Budget General und die durch Schuldenaufnahme finanzierten Sonder- 
rechnungen ließen die Verschuldung Frankreichs ständig steigen; am 1. August 1914 betrug die kon- 
zolidierte Schuld 32,3 Milliarden fr., die kurzfristige Obligationenschuld 342 Millionen fr. und die schwebende 
Schuld 1609 Millionen fr. Dabei ist zu berücksichtigen, daß hiervon für werbende Zwecke nur etwa 3 bis 
4 Milliarden fr. aufgenommen waren?). 
Die Höhe der kurzfristigen und schwebenden Schuld brachte in das französische Finanzwesen eine große 
Unsicherheit und ließ die Konsolidierung durch eine langfristige Anleihe erforderlich erscheinen, zumal 
die Kämpfe um die Steuerreform zunächst zu keinem befriedigenden Ergebnis geführt hatten. Die ver- 
schiedenen Anleiheprojekte, die immer wieder an dem Widerstande der Kammer scheiterten, die parla- 
mentarischen Kämpfe um die Steuerreform und die Unsicherheit, ob die Besteuerung auf die Staatspapiere 
ausgedehnt werden sollte, beeinflußten in ungünstiger Weise die Bereitschaft des französischen Kapital- 
marktes zur Aufnahme neuer Anleihen, so daß auch die 3!/,prozentige Rente, zu deren Emission in Höhe 
von 805 Millionen fr. die Regierung schließlich durch das Gesetz vom 16. Juli1914 ermächtigt worden 
war, einen Mißerfolg brachte. Das Ergebnis war, daß das Schatzamt bei Kriegsausbruch großen Zahlungs- 
schwierigkeiten gegenüberstand. 
Die erwähnte 3!/,prozentige Rente war an sich zur Finanzierung besonderer Militärausgaben für das 
Rechnungsjahr 1914 gedacht, die im Budget General nicht in Erscheinung traten. Trotzdem schloß auch 
das Budget General mit einem Defizit ab, das zum wesentlichsten Teil aus den Erträgen des Compte Pro- 
visionnel ausgeglichen werden sollte. Der Regierungsentwurf für 1914 war nur eine Konsequenz der Etat- 
gestaltung der vorhergehenden Jahre und durch das im Verhältnis zur Einnahmesteigerung zu schnelle 
Anwachsen der Ausgaben bedingt. 
Ein unter Geldmangel leidendes Schatzamt, ein für Staatsanleihen nicht mehr aufnahmefähiger 
Kapitalmarkt, ein in seinen unbeweglichen Formen nicht ertragreicher zu gestaltendes Steuersystem 
sowie eine hohe konsolidierte und schwebende innere Schuld waren die Kennzeichen der Finanzlage Frank- 
reichs bei Kriegsbeginn. 
II. Die französische Finanzwirtschaft während des Krieges, 
a. Die formelle Ordnung der Finanzwirtschaft *). 
Der Krieg stellte an die durch die Kriegsereignisse und ihre Folgen geschwächte Wirtschaft in finanzieller 
Hinsicht die schwersten Anforderungen. An eine geordnete Budgetgebarung war bei der nicht voraus- 
zusehenden Entwicklung des Krieges und bei dem von Monat zu Monat steigenden Finanzbedarf nicht zu 
denken. Vom Beginn des Krieges ab gab es in Frankreich kein Budget General mehr. Das Parlament votierte 
Kredite »En bloc«, ohne Unterschied zwischen den Aufwendungen für die Militärverwaltung und denjenigen 
für die Zivilverwaltung. Zum Zwecke der Rechnungskontrolle wurde am Ende jeden Jahres ein Etat 
Röcapitulatif der während des ganzen Jahres bewilligten Kredite von Parlament votiert. Auch für die Ein- 
nahmen gab es kein ordentliches Budget mehr. In jedem der Lois de Credits Provisoires gab das Parlament 
dem Finanzminister die Ermächtigung, die Jmpöts Jndirects und die Produits des Revenues Publies während 
des folgenden Vierteljahres zu erheben. Das Lot de Credits Provisoires für das jeweilig erste Vierteljahr 
enthielt die Ermächtigung zur Erhebung der direkten Steuern während des ganzen Jahres. Eine detaillierte 
Aufstellung dieser Einnahmen wurde dem Parlament nicht präsentiert. Erst mit dem Rechnungsjahr 1918 
1) Annuaire Statistique 1921, Paris 1921, 8. 372/378, 
2) Jize, Cours de Seience des Finances, a. a. 0.; Th6orie Generale du Budget
	        

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Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien Und Italien in Der Vor- Und Nachkriegszeit. Reimar Hobbing, 1927.
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