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Neuzeitliche Krüppelfürsorge

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Bibliographic data

fullscreen: Neuzeitliche Krüppelfürsorge

Monograph

Identifikator:
1689945052
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-102705
Document type:
Monograph
Title:
Neuzeitliche Krüppelfürsorge
Place of publication:
Münster i./W.
Publisher:
Aschendorff
Year of publication:
1926
Scope:
139 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vorbeugung des Krüppeltums, Überwachung des Heilverfahrens und Entlastung der Krüppelfürsorge
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Neuzeitliche Krüppelfürsorge
  • Title page
  • Contents
  • Allgemeines und Geschichtliches zur Krüppelfürsorge von Univ-Prof. Dr. Weber, Münster i. Westf.
  • Die Krüppelfürsorge in der Provinz Westfalen
  • Krüppelfürsorge und Gesetzgebung
  • Über das Krüppeltum, seine Ursachen, Verhütung und Behandlung
  • Die Aufgaben und die Tätigkeit der Krüppelfürsorgestellen unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse des Industriebezirkes
  • Vorbeugung des Krüppeltums, Überwachung des Heilverfahrens und Entlastung der Krüppelfürsorge
  • Ambulante Krüppelfürsorge als Aufgabe der Bezirksfürsorgeverbände
  • Erziehung und Berufsausbildung der jugendlichen Krüppel
  • Die Lehrlinge im Krüppelheim und die modere Berufsschule
  • Nachgehende Fürsorge und Arbeitsbeschaffung für Krüppel
  • Welche Krüppel gehören in ein Krüppelhem, welche in ein Siechenheim?
  • Psychiatrie und Krüppelfürsorge
  • Das orthopädische Schulturnen als Mittel zur Bekämpfung der Rückenschwäche und Wirbelsäulenverbiegungen
  • Die wichtigste Literatur über das Krüppelwesen

Full text

freiheit wird man keinem erfahrenen und gewissenhaften Arzte vor- 
enthalten können. Es ist gewiß ein Zeichen gesunder Selbstkritik, wenn 
qute Orthopäden Wert darauf legen, daß ihre Erfolge von sachkundiger 
unparteiischer Seite nachgeprüft werden und selbst bekennen: Wenn 
man die operierten Fälle nach Jahr und Tag wiedersieht, so kann man 
sich gewiß über manchen schönen Dauererfolg freuen, aber man wird 
auch Mißerfolge und für den Krüppel teuer erkaufte Enttäuschungen 
in Kauf nehmen müssen. Nach Abschluß des Heilverfahrens erhält die 
Landesfürsorgestelle einen kurzen Bericht über die Art und den Erfolg 
desselben, den sie in Abschrift den zuständigen Wohlfahrtsämtern zu- 
gehen läßt. Wenn diese den Krüppel in gehöriger Weise weiter be- 
treuen, so sind sie am ersten in der Lage, sich über die Dauerresultate 
der Behandlung und Ausbildung ein objektives Urteil zu bilden. Hier- 
bei ist auch das eigene Urteil des Krüppels und seiner Angehörigen 
nicht zu unterschätzen. 
Im Kriege wurde von einem unserer Orthopäden das Wort ge- 
prägt: „Es gibt kein Krüppeltum mehr, wenn der eiserne Wille vor- 
handen ist, es zu überwinden.“ Die starke Vermehrung und Ver- 
größerung der Krüppelanstalten zeigen deutlich, daß das Ende des 
Krüppeltums noch lange nicht gekommen ist. Ob das Krüppelgesetz 
durch seine vorbeugende Bildung eine wesentliche dauernde Herab- 
sezung der Zahl von Krüppeln bewirken wird, muß die nächste Zu- 
kunft lehren. Die öffentliche Krüppelfürssorge wird ihre Aufgabe umso 
besser erfüllen, je weniger sie belastet ist. Vor kurzem ist auf einer 
Handwerkerausstellung in Rheine der Grundsatz proklamiert worden, 
der Handwerker dürfe nur solche Lehrlinge nehmen, welche körperlich 
und geistig volle Leistungsfähigkeit hätten und später voraussichtlich 
selbst Meister werden könnten. Würde dieser Grundsatz allgemein 
durchgeführt werden, so würden unsere Krüppelheime nicht mehr aus- 
reichen und eine Üb erlastung der Krüppelfürsorge ent- 
stehen, welche ihre Wirksamkeit lähmte. Es gilt darum auch in volks- 
wirtschaftlicher Hinsicht, dem überhandnehmen des Krüppeltums vor- 
zubeugen und die öffentliche Fürsorge zu entlasten. Jede Familie muß 
wieder ihren Stolz darin setzen, ihre körperlich geschädigten Mitglieder 
möglichst durch eigene Kraft durchzuhalten; jeder Stand, jede Gesell- 
schaft und jedes Geschäft muß bereit sein, sich der Schwachen und 
Hilfsbedürftigen in ihren Bereichen anzunehmen. Da es in letzter Zeit 
vielfach nicht möglich war, einen verkrüppelten Lehrling bei einem 
Handwerker oder in einer Fabrik unterzubringen, so sind einige Städte 
dazu übergegangen, besondere Heim arbeitsstellen einzurichten. 
Aus dem Bericht über die Krüppelfürsorge der Stadt Essen aus dem 
Jahre 1924 ist zu entnehmen, daß dort 48 jugendliche Krüppel in acht 
verschiedenen Berufen ausgebildet und beschäftigt wurden. Was den 
tz
	        

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Neuzeitliche Krüppelfürsorge. Aschendorff, 1926.
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