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Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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Bibliographic data

fullscreen: Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Monograph

Identifikator:
1689946490
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-101093
Document type:
Monograph
Title:
Die deutsche Wirtschaft
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Hobbing
Year of publication:
1926
Scope:
528 Seiten
Illustrationen
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
5. Industrie und Finanz
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche
  • Title page
  • Contents
  • I. Allgemeine Vorbemerkungen
  • II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
    II. Charakter und Entwicklung der "Deutschen Ehrentafel"
  • III. Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege
  • IV. Ergebnisse und Schlußbemerkungen
  • [Beiträge]

Full text

12 Allgemeines und Spezielles über Entwicklung und Stand der Wohlfahrtspflege. 
lassen, so glauben wir immerhin, daß in „Friedenszeiten“ die Arbeiterausschüsse noch 
immer ein gegenseitiges Verständnis fördern und für beide Teile segensreich wirken, auch 
manchen Krieg verhindern können. Allerdings werden dabei stets persönliche und ört 
liche Verhältnisse sehr ausschlaggebend sein.“ — Für die Bewährung der Selbstverwaltung 
im Arbeiterausschuß sprechen sich der Verein für chemische Industrie, Mainz und 
die Firma König & Bauer, G. m. b. H., Schnellpressenfabrik, Würzburg - Zell 
aus. — Hier sei auch auf eine eigenartige Einrichtung der Wollwarenfirma Heinr. Müller 
Johs. Sohn in Crefeld hingewiesen. Die Firma hat 150 000 M. für eine Unterstützungs 
kasse gestiftet, die den Statuten entsprechend durch einen Angestellten- und Arbeiterausschuß 
unter Vorsitz eines Beauftragten der Firma verwaltet wird. Um nun aber auch den 
Angestellten und Arbeitern alleiniges Bestimmungsrecht, ohne Beeinflussung der Firmen 
inhaber, zu gewähren, stellte der jetzige ältere Inhaber der Firma noch ein zweites Kapital 
von 25000 M. für Unterstützungszwecke zur Verfügung. Bei dieser kleineren Kasse kann 
der gewählte Verwaltungsausschuß auch das Kapital angreifen, ohne daß über diese Mani 
pulation der Firma Bericht erstattet wird. Der Spender hat damit den Zweck verfolgt, daß 
„den Unterstützungsbedürftigen nicht das Gefühl aufkommen solle, als ob der Inhaber der 
Firma das Heft in der Hand behielte“, und daß eventuell auch bedrängte, aber sonst tüchtige 
und zuverlässige Arbeiter, nicht durch Bekanntgabe ihrer Unterstützung in den Augen der 
Firma in ihrer wirtschaftlichen Umsicht herabgesetzt werden und vielleicht beim Aufrücken 
in verantwortungsreichere Stellungen übergangen werden würden. Derselbe ältere Firmen 
inhaber hat auch mit Erfolg seine mitbeteiligten Söhne dazu animiert, schon beizeiten und 
regelmäßig Rücklagen für einen Fonds zu bilden, der in späterer Zeit für die Einrichtung 
einer nachhaltig wirkenden Wohlfahrtseinrichtung dienen kann. 
Zur Förderung der Verbindung zwischen Arbeitgebern und Angestellten und Arbeitern 
und zur Stärkung des gegenseitigen Vertrauens dienen auch regelmäßig angesetzte Sprech 
stunden im Fabrikkontor, die Aufstellung von Frage kästen, die Einrichtung von Vor- 
trags-undDiskussionsabenden, die Anstellung von Vertrauenspersonen, z. B. wo viele 
weibliche Arbeiter beschäftigt sind, von einer Vertrauensdame (wie bei der Steingut 
fabrik Villeroy & Boch in Dresden), die Abhaltung von Fabrikfesten, zu denen 
auch die Angehörigen der Arbeiter Zutritt haben, und bei deren Arrangements auch die 
Familienangehörigen des Arbeitgebers mitwirken können. Besonders pietätvoll finden wir 
bei dem Verein chemischer Fabriken in Mannheim das Festhalten an dem alten 
Brauch, diejenigen Arbeiter, die am Weihnachtsabend die Nachtschicht und am ersten 
Weihnachtstage die Tagschicht zu machen haben, auf Kosten der Fabrik im Kantinensaal 
feierlich zu bewirten. Auch herrscht hier der Brauch, daß am Leichenbegängnis von 
Arbeitern, die längere Zeit der Firma angehörten, die Fabrik-Musikkapelle teilnimmt. Für 
größere Firmen empfiehlt sich auch die Einrichtung und Gratisverteilung von 
FABRIKZEITUNGEN. Als solche haben sich bereits seit über 20 Jahren bewährt: 
„Fabrikbote der Meierei C. Bolle“, „Die Feierstunde“, Zeitung des Wohlfahrtsvereins 
der Württembergischen Metallwarenfabrik, Geislingen (vierteljährlich 10 Pf.), 
ferner aus neuerer Zeit die „Kruppschen Mitteilungen“ mit der Beilage „Nach der 
Schicht“, „Feierabend“ des Vereins Waldenburger Arbeitgeber, „Die Erholung“ der 
Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen, der (früher „Brauerei-Anzeiger“) 
„Schultheiß - Bote“ der Schultheißschen Brauerei usw. Als neues Organ, dessen erste 
Nummern Vorzügliches versprechen, ist „Michels Hauszeitung“ des Seidenhauses 
Michels & Co. in Crefeld und Berlin zu erwähnen. Den Mitgliedern (n 500) des Vereins 
der Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn geht aller 14 Tage die Vereins 
zeitschrift „Die Straßenbahn“ zu. 
ÄSTHETISCHE MASSNAHMEN gehören auch zu den allgemeinen Mitteln, die Arbeits 
freudigkeit zu heben. So schreibt die Firma GüntherWagner, FabrikenfürKünstler- 
farben in Hannover und Wien: „Hoher Wert ist auf ästhetische Maßnahmen gelegt.
	        

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Die Freiwilligen Sozialen Fürsorge- U. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel U. Industrie Im Deutschen Reiche. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, 1913.
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