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Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

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Bibliographic data

fullscreen: Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

Monograph

Identifikator:
1690007133
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103422
Document type:
Monograph
Author:
Mahaim, Ernest http://d-nb.info/gnd/116679514
Title:
Le secours de chômage en Belgique pendant l'occupation Allemande
Place of publication:
Paris
Year of publication:
[1926]
Scope:
XII, 322 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen
  • Title page
  • Grundlagen und Richtlinien
  • Aufgaben der Barmer Wohlfahrtspflege im Weltkriege
  • Ausübende Tätigkeit, ihre Gliederung und wirtschaftliche Durchbildung
  • Gewinnung der Geldmittel
  • Arbeits- und Betriebsgemeinschaft des Nationalen Frauendienstes und der Wohlfahrtzentrale
  • 1. Abwehr der unmittelbaren Kriegsschäden
  • 2. Anpassung an die Kriegsnotwendigkeiten
  • Material- und Abfallsammlung
  • Ernährungsfürsorge
  • Bekleidungsfürsorge
  • Wohnungsfürsorge
  • Erhaltung und Förderung des Nachwuchses
  • Jugendpflege
  • Arbeiterinnenfürsorge
  • Aufklärungsarbeit
  • Geistige Anregung
  • Rückblick und Ausblick
  • Contents

Full text

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alle nur denkbaren Erleichterungen zu fchaffen, insbefondere aber den Verflümmelten durdi die 
weiteftgehende Fiirforge ein neues Lebensziel und damit neue Lebensfreudigkeit zu geben. 
Von der glänzenden Entwicklung, die diefe menrchenfreundlichen Beflrebungen bereits jefet 
genommen haben, gibt die vor kurzem in Barmen eröffnete Ausheilung für Verwundeten- und 
Krankenfürforge im Kriege ein ebenfo lehrreiches, wie feffelndes Bild. Wir fehen, wie die Fiirforge 
für den verwundeten Soldaten bereits mit feiner Ausrüftung beginnt, und wie eine bis in die 
kleinften Einzelheiten wohldurchdachte Organfiation dem Zweck dient, jedem Kranken oder Ver 
wundeten binnen kürzefter Frift unter forgfältiger Schonung Hilfe zu bringen. Die Findigkeit der 
oft auf die einfachften Hilfsmittel angewiesen Sanitätstruppen bewährt fich hier in ausgezeichneter 
Weife: wo beifpielsweife die fehr zweckmäßig gebaute gewöhnliche Krankentrage fehlt, da wird 
fie durch Bahren erfeßt, die mittelft einiger paffend gefchniftener Holzftämme und eines einfachen 
Leinen-, Segeltuch- oder gar Strohgeflechts improvifiert find. Schon der Hauptverbandplaß, dem 
die Verwundeten fo zugeführt werden, ift mit fämtlichen Einrichtungen verfehen, die eine ausgiebige 
erfte Hilfe erfordert, während vollends die Feldlazarette in theoretifch-wiffenfchaftlicher, wie auch 
in praktifcher Hinfidrt allen Anfprüchen der modernen Heilkunde gerecht werden. Hier fehlen felbftver- 
ftändlich auch nicht die dem Chirurgen unentbehrlichen Vorrichtungen zum Sterilifieren von Inftrumenten 
und Verbandfloffen, der Röntgenapparat, der Kaften mit Reagentien und manche andere Geräi- 
fchaften, wie wir fie in wohlausgerüfteten Krankenhäufern zu finden gewohnt find. Für befondere 
Fälle, wie z. B. für verwickelte chirurgifche Aufgaben, fleht dem behandelnden Arzt ein dem Korps 
arzt zugeteilter Chirurg von anerkannter wiffenfchaftlicher Tüchtigkeit zur Verfügung; bei Seuchen 
verdacht nimmt ein befonderer Hygieniker alsbald an Ort und Stelle die Unteriuchungen zur Feft- 
ftellung übertragener Krankheiten vor. Eine große Anzahl von Modellen gibt dem Laien in an- 
fchaulicher Weife über die gebräuchlichften Formen von Krankenzelten und Lazarettbaracken, über 
Feldrönigenwagen, fahrbare Trinkwarferbereiter, Feldbahnwagen zur Beförderung Verwundeter, 
fowie endlich über die verfchiedenen Syfteme von Lazarettzügen, Hilfslazarettzügen, Lazarettfchiffen 
und ähnliche moderne Wohlfahrtseinrichtungen, Auskunft. Unfer befonderes Intereffe darf die Ver- 
Torgung der Verwundeten an Bord der Kriegsfchiffe für fich in Anfpruch nehmen. Hier geftalfet fich 
der Transport der außer Gefecht Gefeßten wegen der Enge und Steilheit der Treppen fo fchwierig, 
daß die gewöhnlichen Tragbahren nicht verwandt werden können, fondern durch eine Transport 
hängematte erfeßt werden müffen, die fich im Verein mit einer im Original gezeigten, fogenannten 
Gleitbahn einftweilen als das befie Beförderungsmittel erwiefen hat. Auch die ausgeftellten Ge 
fechtsverband- und Krankenräume zeigen, mit welchem Gefchick man in der deutfchen Marine das 
Problem der Raumerfparnis gelöft hat. 
Die Aufmerkfamkeit, die untere Heeresverwaltung feit vielen Jahren der Bekämpfung der 
anfteckenden Krankheiten im Kriege widmet, tritt Tdion in dem Umfang und in der Sorgfalt, die 
man ihrer Darftellung in Barmen gewidmet hat, deutlich hervor. Neben den Abbildungen der Er 
reger der wichtigften Kriegsfeuchen, des Typhus, der Ruhr, der Cholera und des Wundftarrkrampfs, 
zeigen abgetötete Kulturen das Wachstum der fpezififchen Bakterien auf den verfchiedenen Nähr 
böden, und es wird an den Beifpielen des Typhus und einiger anderer Krankheiten näher erläutert, 
welcher Methoden der Bakteriologe fich bedient, um die gefuchten Seuchenerreger von zahlreichen 
andern, ähnlichen Keimarten zu trennen und fo in Reinkultur zu erhalten. Leicht zu befördernde 
Laboratorien ermöglichen es, alle diefe Unteriuchungen binnen kürzefter Frift auch im Felde vor 
zunehmen. Weitere Abbildungen, Modelle und Proben veranfchaulichen die Gewinnung und die 
Anwendung der verfchiedenen Heifiera, wie Rüche fich nicht nur bei der Diphtherie, fondern audi 
bei der Ruhr, der Genickftarre und dem Wundftarrkrampf als wirkfam erwiefen haben, bei der leßt- 
genannten Krankeit befonders in der Form der Einfprißung in den Wirbelkanal. Daß neben diefen 
Heilmaßnahmen auch Schußimpfungen in unfern Kampf gegen die Seuchen eine nicht zu unter- 
rchäßende Rolle Tpielen, ift bekannt. Eine Reihe von Abbildungen und ftatiftifchen Tafeln geben 
über die Gewinnung diefer Schußftoffe und über die mit ihnen erzielten Erfolge Auskunft. Von 
wie geringer Wirkfamkeit gegen bakteriell verunreinigte Hände die meiften von altersher üblichen 
Desinfektionsmittel, wie Karbol und Karbolfeifenlöfungen, find, ergibt fich aus einer nach umfang 
reichen Veriuchen im Infiitut Robert Koch in Berlin zufammengeltellten tabellarifchen Ueberficht; fie 
beweift, daß es praktifch faft unmöglich ift, die gefährlichen Keime mit Hilfe diefer Mittel von den
	        

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Wohlfahrtzentrale Der Stadt Barmen. Kunstanstalt F. Josephson, 1917.
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