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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

ergreifenden Kolonisten wanderte der Handel. Seine Wege gingen 
vom Osten aus den Hudson und Delaware hinein nach dem Westen, 
vom französischen Norden her (Kanada) durch die grossen Seen 
nach Süden und vom Süden aus den Mississippi aufwärts nach 
Norden. Diese Entwicklung kam zu einem gewissen Abschluss, 
als das dreifache Eindringen in den amerikanischen Kontinent sich 
in dem gewaltigen Stosse vereinigte, der die Vereinigten Staaten 
bis zur Pazifischen Küste westwärts ausdehnte. ; 
Die dünne und nur strichweise Besiedelung dieses ganzen riesen- 
haften Kontinents wurde durch den Handel zu einer wirtschaftlichen 
Einheit verwebt, wenn auch erst nur in weiten und dünnen Maschen. 
Dieser selbe Handel ist es überdies, der heute im Norden das 
englische Kanada und im Süden das spanische Mexiko ständig 
inniger mit der Wirtschaft der Vereinigten Staaten verknüpft. 
Jener amerikanische Handel war aber von anderer Art, als er 
sonst bei Gewinnung neuer Märkte erkennbar ist. Hier brauchte er 
nicht Bedürfnisse zu erwecken, er musste solche, die aus alten 
Kulturkreisen, durch die europäischen Einwanderer mitgebracht 
worden waren, befriedigen. Nach unserer Auffassung liegt in diesen 
Ursachen ganz wesentlich der Grund zur Vereinheitlichung des 
amerikanischen Geschmacks, die dann wieder die Massenproduktion 
begünstigt hat. Der Konsument überliess die Art der Bedürfnis- 
befriedigung dem Handel, damit überliess er ihm auch die Aus- 
drucksform der Waren, die Gestaltung der Mode. 
Alles, was nach Amerika kam, hatte aus irgendwelchen 
Gründen in der Heimat seine Existenz aufgegeben. Für jedermann 
wurde die Neuschaffung der Existenz oder die Erfüllung eines 
bisher versagt gebliebenen Glückes oder beides zum Ziel seiner 
Betätigung. So rückte all das an mitgebrachtem, an differen- 
ziertem Geschmack, Lebensstil, Ausdrucksform und an geistigen 
Werten, was wir in Europa Kultur nennen (ohne dass es dies über- 
dies immer wäre), ständig als eine mehr nebensächlich erscheinende 
Bedürfnisbefriedigung in den Hintergrund. Im Vordergrund stand 
die Schaffung der Existenz, die Hoffnung auf Ersparnis, auf Besitz. 
Der Handel spaltete sich in Warenhandel, und Verdienst- 
ansammlung und Verwaltung (Geldhandel), sie beide gemeinsam 
vervollkommneten die Massenproduktion. 
Gegenüber dieser in wuchtigem Tempo voranschreitenden Ent- 
wicklung der „normisierten“ Produktion von alltäglichen Bedarfs- 
gütern vermochten sich zuletzt auch jene Einwanderergruppen 
nicht zu halten, die festgefügte Wirtschafts- und Lebensformen aus 
Europa mitgebracht hatten und pflegten. Diese konservierten Er- 
innerungen an die alte Heimat haben sich bis heute im wesentlichen 
nur in geistigen Wesensunterschieden noch zu erhalten vermocht, 
und sie werden wohl auch, aus bestimmten Gesetzen des Gesell- 
28
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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