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Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

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Bibliographic data

fullscreen: Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer

Monograph

Identifikator:
1690625112
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-103086
Document type:
Monograph
Title:
Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes
Year of publication:
1926
Scope:
256 S., [1] Bl.
Ill., Kt., Graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Amerikareise deutscher Gewerkschaftsführer
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten
  • II. Kapitel. Aus dem sozialen Leben Amerikas
  • III. Kapitel. Die Gewerkschaftsbewegung in den Vereinigten Staaten
  • IV. Kapitel. Die Arberterbanken

Full text

verschwand im allgemeinen infolge jener dauernden Umspülung 
durch den spezifisch amerikanischen Handel. Es ergab sich dabei 
nicht eine Vereinheitlichung der Produktion, sondern die Ent- 
wicklung zur Einheitlichkeit des Geschmacks. Es ist ja auch heute 
so, dass z.B. die Konfektion, die von New York bis Chicago nicht 
abgesetzt werden kann und von den Farmern nicht aufgesaugt 
wird, nach dem Süden zu den Negern wandert. Die Neger der 
Vereinigten Staaten sind — soweit sie arm sind — in der Mode 
vielleicht einige Zeit zurück, aber sie haben einheitlich den Mode- 
begriff des weissen Amerikaners. 
Die andere Ursache, die die Einheitlichkeit des Warengesichts 
sehr förderte, ist in anderem Zusammenhang ebenfalls schon 
erwähnt worden, es ist die Entwicklungstendenz, die nicht zu den 
Kartellen geführt hat, sondern eher Truste ermöglichte. Kartell in 
deutschem Sinne bedeutet Erhaltung der unterschiedlichsten Pro- 
duktionsstätten, das ist ein Zwang gegen die Vereinheitlichung des 
Gesichts der Ware. In Amerika hat die, wie schon dargestellt, 
umgekehrte Entwicklung die Vereinheitlichung in der Waren- 
herstellung— die fälschlich Normisierung genannt wird— gefördert. 
Diese beiden Tatbestände müssen beachtet werden, wenn man 
den Grad der Normisierung der Waren in den Vereinigten Staaten 
objektiv mit der deutschen Warenvielgestaltigkeit vergleichen will. 
Was ergeben sich nun bei Beachtung jener Einschränkung für 
Tatsachen? 
In der Bekleidungsindustrie ist die Vielgestaltigkeitder Produktion 
ganz wesentlich grösser als bei uns. Jedermann in der Konfektion — 
nehmen wir z.B. die Damenmäntelschneiderei — sucht jährlich 
zweimal ein eigenes Modell fertigzubringen. Mit ihm wird zu den 
grossen Einzelverkaufsgeschäften, den Versandhäusern und Waren- 
häusern gerannt. Schlägt das Modell ein, so summiert sich natur- 
gemäss dieses Modell in grosser Masse. Bei der Ausdehnung und 
dem von Konkurrenzbefürchtungen getriebenen Arbeitstempo der 
Handelsorganisation wird ein solches Erzeugnis der Damenmäntel- 
schneiderei durch tausend Kanäle innerhalb weniger Tage weit ins 
amerikanische Land verbreitet. Die Folge ist, dass die gesamte 
Damenmäntelkonfektion, die ja ohnehin in ihren Gedankengängen 
gleichartig ist, in derselben Form produziert. Die Frauen Amerikas 
sehen dann „ganz einheitlich“ angezogen aus. Man darf nicht ver- 
gessen, dass die grossen Versandhäuser Millionen von Kunden 
haben, dass grosse Konfektionsschneidereien wöchentlich Hundert- 
tausende von Mänteln oder Anzügen oder Kleidern herzustellen 
vermögen. Es sind rund 150 Millionen Menschen zu bekleiden. 
Überdies ist die Einheitlichkeit des Geschmacks z.B. inder deutschen 
Herrenkleidererzeugung trotz des stark handwerklich zersplitterten 
Gewerbes ausserordentlich stark ausgeprägt. Äusserlich tritt die 
60
	        

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Amerikareise Deutscher Gewerkschaftsführer. Verl.-Ges. des Allg. Dt. Gewerkschaftsbundes, 1926.
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